Chaos nach IT-Umzug

Noventi/Apobank: Zahlungen gehen wieder regulär an die Apotheken

Stuttgart - 12.06.2020, 13:15 Uhr

Viele Apotheker haben wegen des IT-Umzugs der Apobank ihre Zahlungen von den Rechenzentren entweder gar nicht oder verzögert erhalten. Der Dienstleistungskonzern Noventi erklärt nun, die Bank habe zugesichert, dass alles wieder regulär funktioniere. (x / Foto: imago images / Steinach)

Viele Apotheker haben wegen des IT-Umzugs der Apobank ihre Zahlungen von den Rechenzentren entweder gar nicht oder verzögert erhalten. Der Dienstleistungskonzern Noventi erklärt nun, die Bank habe zugesichert, dass alles wieder regulär funktioniere. (x / Foto: imago images / Steinach)


Dass nach der IT-Umstellung der Apobank einiges noch immer nicht „rund“ läuft, finden viele Apotheker wohl ziemlich milde formuliert. Immerhin mussten viele Apotheken in den vergangenen Tagen sogar mit ausgebliebenen oder verzögerten Zahlungen der Rechenzentren leben, weil einige von den Abrechnern mit der Apobank kooperieren. Die Noventi teilt nun mit, dass die Zahlungen wieder regulär kommen. Die Apobank selbst entschuldigt sich.

So war das sicher nicht geplant: Dass der über das Pfingstwochenende stattgefundene IT-Umzug der Apobank auch zwei Wochen später noch als Chaos beschrieben werden muss und die Apotheker verärgert, damit hat die Heilberuflerbank bestimmt nicht gerechnet. Doch Tatsache ist leider, dass Apotheker ihre Bankgeschäfte über die Apobank noch immer nur eingeschränkt tätigen können und dies vielleicht auch die Geduld mancher Apotheker auf eine harte Probe stellt – bis erschöpft. So berichteten manche Apotheker, dass sie „überhaupt nicht“ über ihr Konto verfügen könnten und „im Blindflug" unterwegs seien.

Noch viel schlimmer sind allerdings die Auswirkungen auf die Liquidität der Apotheker. Gegenüber DAZ.online berichtete ein Heilberufler beispielsweise über verspätete und ausgebliebene Zahlungen seines Rechenzentrums. Dass der Apobank-IT-Crash auch für die Abrechner ein Problem ist, zeigte auch ein Schreiben des apothekereigenen Dienstleistungskonzerns Noventi, zu dem mehrere Rechenzentren gehören, aus der vergangenen Woche. Darin erklärte die Noventi, dass es zu Verzögerungen bei den Zahlungen kommen könne, weil man mit der Apobank als Hausbank zusammenarbeite.

Immerhin: Zumindest die Noventi-Kunden können nun etwas entspannter ins Wochenende gehen. Denn am heutigen Freitag schickte der Dienstleister ein neues Kundenschreiben an die Apotheken. Darin wird beschrieben, dass die Apobank der Noventi zugesichert habe, dass ab sofort wieder alle Zahlungen regulär ein- und ausgehen können. Alle eingereichten Verordnungen könnten ab sofort wieder ohne Verzögerungen zur Auszahlung gebracht werden. Allerdings: Ausgebliebene Zahlungen aus den vergangenen Tagen müsse die Apobank erst „recherchieren“. Betroffene Apotheker sollen sich an die Noventi wenden, die sich dann wiederum mit der Apobank auseinandersetzt. Die Noventi betont zudem, dass die Zahlungen zu jedem Zeitpunkt pünktlich beauftragt worden seien.

Eigenen Aussagen der Bank zufolge arbeitet man dort mir Hochdruck daran, die aktuellen Probleme zu lösen. In der vergangenen Woche wurde ein Erklärvideo veröffentlicht, das zumindest das Anmelden im neuen IT-System erleichtern soll. Nun hat die Apobank auf ihrer Startseite eine Entschuldigung platziert: 


Der Start unseres neuen Online-Bankings ist nicht geglückt – deshalb bieten wir Ihnen aktuell nicht den Service, den Sie von uns gewohnt sind. Das bedauern wir sehr. Wir alle arbeiten mit Hochdruck daran, die Störungen zu beheben."

Apobank



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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12 Kommentare

Kontoauszug Juli

von Jutta Pagenkopf am 08.07.2020 um 13:42 Uhr

Heute am 8.7. ist noch kein Kontoauszug im Briefkasten und vielleicht kommt auch keiner mehr in diesem Monat oder? Ich hätte gern dazu vorher Information gehabt anstatt immer nur zu warten bis wann?

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Desaster ist wahrscheinlich mild ausgedrückt

von Mischo Berlin am 26.06.2020 um 16:51 Uhr

Schade um ein altes gut funktionierendes System. Ich werde die Bank wechseln zu einer Kreissparkasse, die besser funktioniert als die Apo-Bank

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

IT-Umstellung

von Rupert Schubert am 16.06.2020 um 12:30 Uhr

Nach langem Warten habe ich heute einen Brief mit einer neuen Grafik für den Aktivierungscode erhalten und wieder erscheint bei apoTAN+ die Info: "Die photoTAN, die sie scannen, ist ungültig." Es ist zum Verzweifeln, niemand kann den Fehler identifizieren.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: IT-Umstellung

von Elisabeth Schmidtmüller am 16.06.2020 um 12:44 Uhr

Lieber Herr Schubert
Deinstallieren Sie die ApoTAN+ vom Smartphone.
Dann nochmal neu installieren. Den Brief nehmen. ApoBank Seite aufrufen. Alias und Code eingeben. Brief zur Hand und nach Piepton mit Apotan einscannen. Eine 6stellige Zahl erscheint, eingeben. fertig LG E. Schmidtmüller

AW: IT-Umstellung

von Rupert Schubert am 16.06.2020 um 14:15 Uhr

Liebe Frau Schmidtmüller,
herzlichen Dank für den Tipp, es hat funktioniert!!!!!!!!!!!!!!!

Das große Versagen

von Wolfgang Hild am 16.06.2020 um 9:41 Uhr

Ich bin lediglich Gatte und Amateurbuchhalter einer niedergelassenen Ärztin. Als gelernter Ossi weiß ich, Geld ist im Kapitalismus nur virtuelles Geld, es kann also durchaus jetzt weg (besser bei einem anderen) sein. Wer ein laufendes System in diesem kurzen Zeitrahmen ändern will, ist hochgradig doof.
Nachdem ich jahrelang die klassischen Überweisungsträger nach Düsseldorf sandte und keinerlei Geld in die Hände von Finanzmanagern gab, änderte ich dies auf ständiges Betreiben der Apo-Bank ("seid fortschrittlich und keine drögen Geldmuffel, bankert online").
Nun weiß ich: Ich bin hochgradig doof.
Welcher Top-Manager hat eigentlich die Verträge mit dem Schweizer Gurkenunternehmen getätigt? Wer bügelt sein Jackett, die Taschen müssen doch unheimlich ausgebeult sein?

Wolfgang Hild, Erfurt / Thüringen

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Apobank

von Bernd Schäfer am 16.06.2020 um 1:14 Uhr

Ich kann den o. genannten Kommentaren nur
beipflichten. Ich finde das Verhalten der verantwortlichen ApoBank Manager, auch ihren Mitarbeitern gegenüber, unverantwortlich.
Als ich als Kunde, in letzter Konsequenz, um an meine Kontodaten zu gelangen, in die Zweigstelle in Heidelberg heute gefahren bin, online funktioniert bis heute, nach zwei Wochen noch nicht, nicht einmal der Geldautomat zahlte mir etwas aus, obwohl sich genügend Geld auf dem Konto befindet,
an das ich nicht mehr dran komme. So etwas ist in Zypern passiert, und jetzt auch mir. Nicht einmal in
meiner Zweigstelle war es mir möglich an mein Geld zu gelangen, die Mitarbeiter waren tröstlich mussten aber letztendlich mit den Achseln Zucken.
Frage: Was kommt wohl als Nächstes?

Liebe Grüße
Kunde

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IT Umzug der Apobank

von Struck am 15.06.2020 um 22:31 Uhr

Auch ich glaube allmählich, dass aus diesem System nichts mehr wird. Wie auch? Bisher habe ich noch nicht einmal die Daten erhalten, die notwendig zum Einloggen sind. Selbst diese einfache Aufgabe ist anscheinend nicht zu lösen.
Auch ich überlege inzwischen, auf welche Bank ich wechseln soll.
Hinzu kommt, dass diese neue Software Millionenbeträge kostet, die ja die Apo Bank Kunden zu bezahlen haben.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: IT Umzug der Apobank

von Bernd Koblé am 24.06.2020 um 22:26 Uhr

Seit 4 Wochen: zuerst 2 Wochen kaum Zugriff. Dann am 15.6. ANMELDUNG GESCHEITERT. ging zwischen 10-14.6. Davor gar nichts. Zweimkal neue PIns angefordert. Kein Börsenhandel möglich. 1000€ verloren. Zweimal 5 Stunden mit Anfahrt und.... bei apo bank verbracht. Ab heute laufen Mahnungen ein über Überweisungen die ich vor 14 Tagen getätigt habe. Das Ende nach 30 Jahren. Wem geht es noch so????? Zweimal schon für Apo tan und neue Pin. Nichts geht.....

Langsame Ernüchterung, dass das nichts mehr wird

von Dr. Oliver Schwenzer am 15.06.2020 um 17:57 Uhr

Der neue Artikel von DAZ zur Apobank scheint einen Hauch Hoffnung aufkommen zu lassen. Doch es ist alles nichts. Nichts ist gut und das IT-Chaos seit der Umstellung ist mittlerweile zur vorsätzlichen Einladung der Apobank an alle Kunden geworden, man möge doch möglichst schnell die Bank wechseln. Das gesamte (seit Jahren tadellos funktionierende!!!) Online-Bank der renommierten Bank wurde innerhalb eines Tages (Umstellung) in das Mittelalter katapultiert. Warum nur? Dass die Apobank dazu noch ein grottenschlechtes Marketing hingelegt hat und es nicht einmal für nötig hielt, den intelligenten Kunden, die immerhin aus dem akademischen Zirkel der Pharmazeuten und Ärzte kommen und sich nicht für dumm verkaufen lassen (tun andere Bürger natürlich auch nicht), einfach und gemscheidig zu vermitteln, worin für sie (DIE KUNDEN!) eigentlich der vorteil in der IT-Umstellung liegt, ist derart stümperhaft, dass einem eigentlich die Worte fehlen. Ich hatte mich dazu schon anlässlich der letzten DAZ-Artikels geäußert vor einer Woche. Seitdem ist nichts besser geworden. Heute wieder nur träger Zugriff auf die Web-Applikation. Parallel läuft mein Zweitkonto bei der Volksbank wie frisch geölt. Ich gehöre nach langer Geduld ab heute nun auch zu den Wechselfreudigen. Die Apobank könnte mich nur noch umstimmen, indem sie aus der not heraus zunächst mal das alte System wieder aufsatteln und nochmal von vorne über Los gehen.

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IT Umzug Apobank

von Wolf am 14.06.2020 um 16:02 Uhr

Chaos, Katastrophe oder Anlaufschwierigkeiten können nicht erfassen wie man sich fühlt, wenn man nicht mehr den Kontostand online abrufen kann, mit der EC-Karte nicht mehr bezahlen kann, Kontoauszüge nicht einsehen oder drucken kann die nach dem 6.Juni erfolgte Kontobewegungen wiedergeben. Ich bin dabei meine beiden Apobank-Konten aufzulösen. Nach fast 40 Jahren als Kunde. Lebe wohl Apobank!

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AW: IT Umzug Apobank

von Dr. Oliver Schwenzer am 15.06.2020 um 17:35 Uhr

Dem kann man nur zustimmen. Heute wider nur stockender Online-Zugriff. Alles fühlt sich in Zugriff und Bedienung seit der Umstellung einfach nur noch grottenschlecht an. Zudem hat bis heute niemand bei der Apobank erklärt, worin eigentlich der Sinn des Wechsels lag. Es gibt keine Transparenz und das bei totalem Chaos und schlechter Performanz.

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