AKWL-Kammerversammlung

Apotheker in Westfalen-Lippe sagen ja zur Grippeimpfung

Berlin - 04.06.2020, 11:30 Uhr

AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening fordert die Politik auf, den Apotheken in Deutschland zu helfen. Für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe müsse dringend etwas getan werden, sagte sie mit Blick auf die sinkende Zahl der Offizinen in Westfalen-Lippe. (s / Stream: AKWL / Screenshot: DAZ.online)

AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening fordert die Politik auf, den Apotheken in Deutschland zu helfen. Für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe müsse dringend etwas getan werden, sagte sie mit Blick auf die sinkende Zahl der Offizinen in Westfalen-Lippe. (s / Stream: AKWL / Screenshot: DAZ.online)


In Westfalen-Lippe könnten Grippeimpfungen in den Apotheken zum Erfolgsmodell werden. Bei der gestrigen Kammerversammlung stimmten die Delegierten mit deutlicher Mehrheit für die nötige Änderung der Berufsordnung. In einer Umfrage der AKWL zeigten sich zudem 90 Prozent der teilnehmenden Delegierten offen dafür, bei entsprechenden Modellprojekten mitzumachen.

In Zeiten der Coronavirus-Pandemie rückt das Thema Impfen verstärkt in den öffentlichen Fokus. Das könnte den Apotheken in die Karten spielen: Denn mit dem Masernschutzgesetz hat der Gesetzgeber Modellprojekte ermöglicht, in denen Apotheker gegen Grippe impfen dürfen. Bisher waren der Regierung die Impfquoten zu gering, für die kommende Saison setzt sie daher auf einen niedrigschwelligen Zugang ohne zeitraubenden Besuch beim Arzt. Die derzeit grassierende Pandemie könnte als Booster dienen, um die Menschen auch für den Stellenwert der Grippeimpfung zu sensibilisieren.

Apotheker in Westfalen-Lippe gehen voran

In Westfalen-Lippe wollen die Apotheker ihre Chance, sich als Gesundheitsdienstleister zu profilieren, offenbar nutzen. Bei der Online-Kammerversammlung am gestrigen Mittwochabend stimmten die Delegierten zunächst der nötigen Änderung der Berufsordnung zu. Denn bisher war die Ausübung der Heilkunde in Westfalen-Lippe verboten. Nun soll es Ausnahmen geben, wenn per Gesetz eine Erlaubnis vorliegt. 68 der 69 Delegierten, die dazu ihre Stimme in einer vorab durchgeführten Umfrage abgegeben hatten, votierten mit ja. Lediglich ein Delegierter stimmte mit nein.

Während des Web-Talks, in dem Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening noch einmal für die Teilnahme an den geplanten Modellprojekten warb, fragte die AKWL zudem in einer Online-Abstimmung, ob die zugeschalteten Apotheker in ihrem eigenen Betrieb planen zu impfen. Das Ergebnis: Satte 70 Prozent gaben an, Grippeimpfungen anbieten zu wollen. Knapp 20 Prozent sind demnach noch unentschlossen, lediglich 10 Prozent erteilten dem Impfen in ihrer Apotheke eine Absage.



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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