Erstes Quartal 2020

Apothekenzahl sinkt unter 19.000

Berlin - 04.06.2020, 17:00 Uhr

Zum Ende des ersten Quartals 2020 gab es in Deutschland weniger als 19.000 Apotheken. (s / Foto: imago images / Rust)

Zum Ende des ersten Quartals 2020 gab es in Deutschland weniger als 19.000 Apotheken. (s / Foto: imago images / Rust)


Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im ersten Quartal 2020 erstmals unter 19.000 gesunken. Auf Nachfrage von DAZ.online bestätigte Claudia Korf, Geschäftsführerin Ökonomie der ABDA, dass es Ende März dieses Jahres noch 18.987 Betriebsstätten gab. Ende 2019 hatte die Zahl noch bei 19.075 gelegen.

Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt immer weiter. Claudia Korf, ABDA-Geschäftsführerin für Ökonomie, berichtete am heutigen Donnerstag von den Wirtschaftsdaten der Apotheken aus dem vergangenen Jahr. Im Berichtsjahr 2019 habe sich der Trend zur Filialisierung wieder verstärkt. Bei den Filialen habe es 2019 weniger Schließungen und mehr Übernahmen gegeben. 2019 sank die Gesamtzahl der Apotheken demnach von 19.423 auf 19.075, die Zahl der Filialen stieg von 4.541 auf 4.602.

Auf Nachfrage von DAZ.online hat Korf dann weiterhin bestätigt, dass sich der Trend in diesem Jahr fortgesetzt hat. Im ersten Quartal 2020 sei die Zahl der Apotheken sogar unter 19.000 gesunken. Am Ende des Monats März bestanden 18.987 Apotheken. Trotz der sinkenden Apothekenzahl hat die Zahl der Beschäftigten in Apotheken weiter zugenommen, sie stieg im Jahr 2019 auf 160.588 (Vorjahr: 159.141).

Mehr zum Thema

Somit ist die Apothekenzahl seit 2009 stetig im Sinkflug. Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung hatte es noch knapp 19.900 Betriebsstätten in Deutschland gegeben. In den folgenden Jahren stieg die Apothekenzahl, bis sie 2000 bei 21.592 angelangt war. In den Jahren bis 2009 gab es dann eine recht konstante Entwicklung, schon 2015 war die Zahl der Betriebsstätten dann aber auf 20.249 gesunken.

Auch was die Apothekendichte im europäischen Vergleich betrifft, sinkt Deutschland immer weiter ab. Der EU-Durchschnitt liegt bei 31 Apotheken, die auf 100.000 Einwohner kommen. Bei etwas weniger als 19.000 Apotheken liegt Deutschland mit rund 23 Apotheken pro 100.000 Einwohner weiterhin deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Spitzenreiter ist Griechenland mit 88 Apotheken, Schlusslicht ist Dänemark mit acht Betriebsstätten.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Erstes Halbjahr 2019

Apothekenzahl sinkt auf 19.268

Trendwende bei der Anzahl der Filialen zeichnet sich ab

Rekordrückgang der Apothekenzahl

ABDA präsentiert die Apothekenwirtschaftsdaten für 2019 / Apothekenzahl sinkt im ersten Quartal 2020 unter 19.000

Weniger Apotheken – mehr Umsatz

Ende des dritten Quartals

Minus 219: Apothekenzahl sinkt weiter

ABDA-Statistik zum Jahresende 2015

Nur noch 20.249 Apotheken

Eine Analyse der Daten des Apothekenwirtschaftsberichts 2019

Dokument der Stagnation

4 Kommentare

Systematische Apothekenvernichtung

von Thomas Eper am 05.06.2020 um 8:24 Uhr

Die Politik zerstört die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimittel!
Und die Standesvertretung der Apotheker schaut zu!

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Systematische Apothekenvernichtung

von Heiko Barz am 05.06.2020 um 11:01 Uhr

Aber daran kann doch die Absicht deutlich erkannt werden.
Je schneller die Versorgungsdichte herabgesetzt wird, desto einfacher ist die Verbreitung der Versenderaktivitäten, und das ist die wahre Konsequenz der letztjährigen Dezember - Hinterzimmer - Abkommen, wir erinnern uns.
10000 Apos können keine 82 Mios an Einwohnern mit AM versorgen. Ergo: kapitalgesteuerte intransparente AM-Versorgung irgendwelcher „Heuschrecken“, denen das Wohl der Patienten nie ein Anliegen war.

AW: Systematische Apothekenvernichtung

von Thomas Eper am 05.06.2020 um 12:21 Uhr

Was Politik will ist klar. Hr. Spahn möchte seine Kumpels in Holland bedienen.
Wenn dann die flächendeckende Versorgung nicht mehr gegeben ist, dann kommen die "Fremdbesitz-Apotheken".

Scheinbar hat das ABDA & Co und die Delegierten nicht geschnallt. Oder wollen die auch DocMorris-Filialen?
Das kann doch nicht sein!

Sinkflug

von Roland Mückschel am 04.06.2020 um 18:40 Uhr

Jawoll ja, die 10.000 Betriebsstätten müssen doch
machbar sein.
Aber besonders interessant wäre eine Betriebsstätte mit
200.000 Beschäftigten.
Da wären dann alle Rationalisierungsreserven ausgeschöpft.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.