Telemedizin

Teleclinic jetzt mit Online-Sprechstunden für GKV-Versicherte

Berlin - 28.05.2020, 13:45 Uhr

Teleclinic-Gründerin und CEO Katharina Jünger bietet die Online-Sprechstunden ihres Unternehmens jetzt auch für GKV-Versicherte an. Das GKV-E-Rezept soll noch in diesem Jahr folgen. (x / Foto: Teleclinic)

Teleclinic-Gründerin und CEO Katharina Jünger bietet die Online-Sprechstunden ihres Unternehmens jetzt auch für GKV-Versicherte an. Das GKV-E-Rezept soll noch in diesem Jahr folgen. (x / Foto: Teleclinic)


Das Münchener Telemedizin-Unternehmen Teleclinic hat als erste Online-Arztpraxis in Deutschland seine Online-Spechstunden jetzt auf den GKV-Markt ausgeweitet. Bislang mussten Patienten die ärztlichen Leistungen privat bezahlen, jetzt kann die Teleclinic mit den Kassen direkt abrechnen. Allerdings: Will der Arzt ein Arzneimittel verschreiben, muss er weiterhin aufs PKV-Rezept zurückgreifen. Doch bis Ende des Jahres sollen auch GKV-Patienten ein E-Rezept von der Teleclinic erhalten. Dazu kann sich das Unternehmen auch eine Kooperation mit der Zur Rose-Tochter E-Health-Tec vorstellen.

Die Teleclinic gilt als Vorreiter der Telemedizin in Deutschland. Das Unternehmen wurde von der Juristin Katharina Jünger gegründet und hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Auch dank eines Investors konnte man in den vergangenen Jahren in neue technische Lösungen und ins Marketing investieren. Eigenen Angaben zufolge will die Teleclinic noch in diesem Jahr die Millionen-Grenze bei den durchgeführten Online-Behandlungen knacken. Die größten Mitbewerber in dem rasant wachsenden Telemedizin-Markt sind die britische Online-Praxis Zava, die bei den E-Rezepten mit Noventi und Shop Apotheke zusammenarbeitet, sowie die schwedische Online-Praxis Kry, die ihre online verordneten Rezepte an DocMorris weiterleitet oder per Fax in die Apotheke vor Ort.

Als erste Online-Praxis hat die Teleclinic jetzt ihre Beratungen für GKV-Patienten geöffnet. In einer Videokonferenz am heutigen Donnerstagvormittag erklärte Firmen-CEO Katharina Jünger, dass der „größte Teil“ der App-Besucher vor einer Beratung bislang abgesprungen sei, weil die Kosten selbst zu bezahlen waren. Inzwischen erfülle das Unternehmen jedoch einige wichtige Kriterien, die zur Abrechnung bei den Kassen ermächtigen. Ein wichtiger Schritt sei eine Änderung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) im vergangenen Jahr gewesen, so Jünger. Seitdem gibt es auch Abrechnungsziffern für Beratungen, die ausschließlich telemedizinisch erfolgt sind.

Ein weiteres Problem sei das Vorlegen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gewesen, das ja in einer Online-Praxis nicht geschehen kann. Dies ist laut Jünger nun so gelöst, dass die Patienten ihre Versicherungsdaten zunächst eingeben müssen und dem behandelnden Arzt die Karte nochmals in der Kamera zeigen müssen. Jünger erklärte auch, dass man die verwendete Videotechnologie umstellen musste, um sich diese von der Kassenärztlichen Vereinigung zertifizieren zu lassen. Das größte Problem sei aber der Abrechnungsmechanismus gewesen. Hier habe man lange an Dokumentationssystemen gearbeitet, die nun aber funktionieren und auch zur Abrechnung freigegeben seien.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

super

von Karl Friedrich Müller am 28.05.2020 um 15:45 Uhr

mir Prof. Brinkmann
Dr. House
Dr.Stefan Frank
Dr.Brockmann
.......

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