Studie der Universitätsmedizin Mannheim

SARS-CoV-2: Wie hoch ist die Prävalenz bei Kindern wirklich?

Remagen - 08.05.2020, 14:00 Uhr

Eine bundesweite Studie soll verlässlich Auskunft darüber geben, wie hoch der Anteil der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Kinder und Jugendlichen wirklich ist und wie er sich im Laufe eines Jahres entwickelt. (c / Foto: imago images / MedienServiceMüller)

Eine bundesweite Studie soll verlässlich Auskunft darüber geben, wie hoch der Anteil der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Kinder und Jugendlichen wirklich ist und wie er sich im Laufe eines Jahres entwickelt. (c / Foto: imago images / MedienServiceMüller)


Die Kinderklinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat eine große bundesweite Studie mit Kindern und Jugendlichen initiiert. Sie soll verlässlich Auskunft darüber geben, wie hoch der Anteil der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten in dieser Altersgruppe wirklich ist und wie er sich im Laufe eines Jahres entwickelt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen haben übereinstimmend gezeigt, dass Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen vergleichsweise harmlos und oft sogar völlig symptomlos verlaufen. Das ist zwar grundsätzlich erfreulich, birgt aber für das Umfeld der Youngster Gefahren, weil durch die gegenwärtigen Teststrategien eine hohe Zahl an Infektionen in diesem Alter unentdeckt bleiben dürfte.

Bislang gibt es nach Angaben der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) kaum Informationen zu relevanten epidemiologischen Kenngrößen der Infektion bei Kindern. Dabei wäre eine genauere Einschätzung, wie groß der Anteil an Infizierten in der Bevölkerung insgesamt sowie in bestimmten Altersgruppen ist, besonders wichtig, um auf dieser Basis belastbare Entscheidungen zu Schutzmaßnahmen und Lockerungen von Beschränkungen treffen zu können. 

Daten von 18.000 jungen Probanden

Um die Datenlage zu verbessern, hat der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der UMM, Horst Schroten, eine prospektive multizentrische Studie mit dem Kurztitel „Neues Coronavirus – Seroprävalenz bei Kindern und Jugendlichen“ initiiert, bei der 14 Kinderkliniken aus ganz Deutschland mitmachen.

Sie sollen für die von Mannheim aus geleitete Erhebung ihre Patienten als Probanden gewinnen und pro Monat insgesamt 1500 Blutproben sammeln. Über die einjährige Rekrutierungsphase vom 1. Mai 2020 bis zum 30. April 2021 sollen also voraussichtlich Daten von mehr als 18.000 Kindern bereitgestellt werden. Die Studie selbst soll Ende Oktober 2021 abgeschlossen sein.

Für die Kinder und Jugendlichen ist die Teilnahme nicht mit einer zusätzlichen Belastung verbunden, weil nicht extra Blut abgenommen werden muss. Stattdessen soll das Blut von Patienten, das aufgrund anderer Indikationen ohnehin entnommen wird, einfach zusätzlich auf spezifische SARS-CoV-2 Antikörper getestet werden, selbstverständlich mit deren Zustimmung und anonymisiert.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Diskussionen rund um das Übertragungsrisiko und einen mysteriösen Krankheitsverlauf

COVID-19 bei Kindern

SARS-CoV-2-Infektionen

RKI startet Antikörper-Studien

Was leisten die verfügbaren Corona-Tests?

„Testen, testen, testen“

Eine In-vitro-Studie schürt Hoffnungen, doch der Teufel steckt im Detail

Mit Spermidin gegen Corona?

Ein neuer Ansatz im Kampf gegen COVID-19

Antikörper sollen SARS-CoV-2 neutralisieren

Robert Koch-Institut startet Studien

Wer ist schon immun?

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.