Famulatur-Leitfaden

Das sollten Ausbildungsapotheken bieten

Berlin - 08.05.2020, 10:15 Uhr

Während der Famulatur sollte sich der Auszubildende unter anderem mit apothekenüblichen Waren vertraut machen, empfehlen LAKT und BPhD. (m / Foto: imago images / ingimage)

Während der Famulatur sollte sich der Auszubildende unter anderem mit apothekenüblichen Waren vertraut machen, empfehlen LAKT und BPhD. (m / Foto: imago images / ingimage)


Mindestens vier von acht Wochen muss jeder Pharmaziestudent während der vorlesungsfreien Zeit im Grundstudium in einer öffentlichen Apotheke verbringen. Um Famulanten und Ausbildern eine grobe Orientierung zu liefern, was der angehende Apotheker in dieser Zeit lernen sollte, legte die Landesapothekerkammer Thüringen (LAKT) Ende April gemeinsam mit dem Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) einen aktualisierten Leitfaden für die Famulatur vor.

Die Famulatur ist mehr als Umschau stempeln und Bonbons auffüllen: Sie soll dem Famulanten einen Einblick in die Apothekenpraxis ermöglichen und ihm die Aufgaben eines Apothekers näherbringen. Um Ausbilder und Famulanten dabei zu unterstützen, haben LAKT und BPhD einen gemeinsamen Leitfaden entwickelt, der jetzt in aktualisierter Fassung vorliegt.

Nach der Vorstellung von Kammer und Studierenden soll der angehende Apotheker pro Ausbildungswoche jeweils mindestens einen halben Tag die Gelegenheit bekommen, Beratungsgespräche mitzuerleben. „Wenn sich die Möglichkeit bietet, sollten die Gespräche im Anschluss besprochen und auf Besonderheiten und Entscheidungsgrundlagen eingegangen werden“, schlagen LAKT und BPhD vor. Auch ein Interaktionscheck mithilfe der ABDA-Datenbank sei denkbar.

Zudem raten sie, den Famulanten sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Arzneimittel selbstständig bewerten zu lassen. Grundlage dafür könne ein eigens zu diesem Zweck erstellter Fragebogen sein, der dem Leitfaden beiliegt. Der Ausbilder sollte das Ergebnis möglichst zeitnah kontrollieren und mit dem Jungpharmazeuten besprechen.

Kompetenzzentrum für Arzneimittel

Darüber hinaus gelte es, ihn mit der Prüfung von Fertigarzneimitteln vertraut zu machen. „Auch wenn bei der Prüfung von FAM keine Qualitätsmängel festgestellt wurden, ist es ratsam, den Famulanten an das Thema Pharmakovigilanz heranzuführen“, schreiben Apotheker und Studenten. „Wir empfehlen dem Auszubildenden sich mit dem Berichtsbogen über Qualitätsmängel der AMK auseinanderzusetzten.“ Daneben sollte er auch erste Erfahrungen in der Rezeptur sammeln und lernen, apothekenübliche Waren wie Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel zu bewerten.

Der erste Eindruck von der Arbeit in einer öffentlichen Apotheke kann das Bild, das der Studierende von der Tätigkeit in einer Offizin gewinnt, nachhaltig prägen. „Es muss uns gelingen, die Apotheke für den Pharmaziestudierenden vom ersten Tag an als Kompetenzzentrum für Arzneimittel erleben zu lassen“, betont LAKT-Geschäftsführer Danny Neidel. „Die Gesundheitsversorgung ist sicher eine Aufgabe vieler Berufsgruppen. Die Arzneimittelversorgung ist dabei von zentraler Bedeutung. Deswegen ist es wichtig, dass sie in der Hand des gut ausgebildeten Apothekers liegt.“

Der Leitfaden steht auf der Website der LAKT zum Download bereit.


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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