Covid-19

Gilead sucht Partnerunternehmen für Remdesivir-Herstellung

Berlin - 07.05.2020, 15:15 Uhr

Den weltweiten Bedarf an Remdesivir kann Hersteller Gilead offenbar nicht allein decken. (s / Foto: Imago/xPPEx)

Den weltweiten Bedarf an Remdesivir kann Hersteller Gilead offenbar nicht allein decken. (s / Foto: Imago/xPPEx)


Das Virostatikum Remdesivir gilt als großer Hoffnungsträger in der aktuellen Coronavirus-Pandemie: Als bisher einziges Medikament ist es zur Behandlung von Patienten mit schweren COVID-19-Verläufen zugelassen – wenn auch nur in den USA und per Notfallgenehmigung. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA berät derzeit, ob sie nachziehen soll. Der Hersteller Gilead sucht bereits nach Möglichkeiten, seine Produktionskapazitäten auszuweiten.

Für den US-Konzern Gilead ist offenbar schon abzusehen, dass er den globalen Bedarf allein nicht decken können wird. Nun setzt er auf die Unterstützung anderer Firmen: „Gilead spricht mit einigen der weltweit führenden Pharmaunternehmen über ihre Möglichkeiten, bis wenigstens 2022 Remdesivir für den europäischen und asiatischen Markt sowie für Entwicklungsländer zu produzieren.“ Langfristig soll die Produktion nach Indien und Pakistan verlagert werden, teilt Gilead mit.

Mehr zum Thema

Eine enge Abstimmung bei der Herstellung wird demnach von entscheidender Bedeutung sein. „Aus diesem Grund arbeitet Gilead daran, ein Konsortium von Fertigungspartnern aufzubauen, um die Anstrengungen zur Maximierung des globalen Angebots zusammenzuführen.“ Die Produktion erfordere knappe Rohstoffe, deren Herstellung einige Zeit in Anspruch nimmt, sowie spezialisierte Kenntnisse, die weltweit schwer zu finden sind. „Jede Unterbrechung der Lieferkette, die sich auf die Bereitstellung der benötigten Rohstoffe auswirkt, könnte die Menge des produzierten Remdesivirs verringern und die Herstellungsdauer verlängern“, warnt das Unternehmen. Sobald das Vorhaben konkreter wird, wolle man die Öffentlichkeit über die Fortschritte informieren.

Erste Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Remdesivir die Genesungszeit bei Patienten mit COVID-19 im Vergleich zu Placebo um 31 Prozent verkürzen kann. Auch ein Vorteil in puncto Gesamtüberleben zeichnet sich ab: Die Mortalitätsrate in der Remdesivir-Gruppe lag bei 8 Prozent, in der Placebogruppe starben 11,6 Prozent der Erkrankten. Allerdings sind dies nicht die einzigen Studiendaten zu Remdesivir. Eine Gruppe chinesischer Forscher fand keine klinischen Vorteile durch den RNA-Polymerasehemmer bei COVID-19.


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Nach Notfallzulassung in den USA

EMA prüft Remdesivir

FDA reagiert auf vorläufige Ergebnisse – EMA startet Rolling Review

Notfallgenehmigung für Remdesivir

Im Einzelfall bereits im Einsatz

Remdesivir: Zwei Studien in Deutschland starten

Fieberhafte Suche nach Impfstoffen und antiviralen Therapien

Herausforderung COVID-19

Antivirales Nukleotidanalogon wird bei COVID-19-Patienten getestet

Hoffnungsträger Remdesivir

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.