Geberkonferenz

Weltweite Milliarden-Sammlung für Corona-Impfstoff startet

Berlin - 04.05.2020, 09:00 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben am vergangenen Wochenende für Milliardenspenden geworben, um die Forschung im Bereich der Corona-Impfstoffe zu unterstützen. (Foto: imago images / DeLodi)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben am vergangenen Wochenende für Milliardenspenden geworben, um die Forschung im Bereich der Corona-Impfstoffe zu unterstützen. (Foto: imago images / DeLodi)


Schnellstmöglich ein Corona-Impfstoff für alle: In einem weltweiten Kraftakt sollen am heutigen Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das neuartige Virus gesammelt werden, die dann alle Länder zu fairen Preisen bekommen sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vor einer Online-Geberkonferenz in Brüssel einen „deutlichen finanziellen Beitrag“ aus Deutschland zu. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um einen dreistelligen Millionenbetrag.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Geberkonferenz einberufen, bei der Staats- und Regierungschefs und Organisationen aus aller Welt Spenden zusagen können. Im „Spiegel“ zeigte sich von der Leyen zuversichtlich, dass die gewünschte Milliardensumme zusammenkommt. Die Herausforderung sei riesig. „Wir müssen einen Impfstoff entwickeln, ihn herstellen und zu einem bezahlbaren Preis sofort in jeder Ecke der Welt verfügbar machen. Eine solche Aufgabe gab es noch nie.“

Auch Papst Franziskus stellte sich am Sonntag hinter die Ziele der Konferenz. Während es bereits erste Ansätze für Medikamente gibt, erwarten viele Forscher einen sicheren Impfstoff im großen Maßstab erst für nächstes Jahr. Allein für die Entwicklung des Impfstoffs fehlten geschätzt acht Milliarden Euro, sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Podcast. Von der Leyen sagte, das Spendenziel für die Geberkonferenz sei nur der Startschuss. „Auf der Strecke bis zum Ende der Pandemie werden wir noch deutlich mehr brauchen.“ Vor allem die Produktion von Milliarden von Impfstoff-Dosen wird sehr teuer und könnte arme Länder überfordern. „Das kann nicht nach dem Motto gehen: Wer das Geld hat, hat den Impfstoff“, sagte von der Leyen.

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Merkel sagte: „Deutschland stellt sich dieser Verantwortung, und deshalb werden wir auch dafür Sorge tragen, dass ein Impfstoff allen Menschen zugutekommt, wenn er einmal entwickelt wurde, und auch die Medikamente, die notwendig sind, und die Diagnosemöglichkeiten möglichst vielen zugutekommen.“ Diesem Ziel sollen sich aus Sicht der Organisatoren alle Teilnehmer der Geberkonferenz verpflichten. Merkel begrüßte das große Bündnis aus Regierungen und privaten Stiftungen. Mit an Bord für die „Coronavirus-Krisenreaktion“ genannte Konferenz sind unter anderen die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Weltbank und das G20-Vorsitzland Saudi-Arabien, aber auch die private Bill and Melinda Gates Foundation, die Koalition für Innovationen in der Epidemievorsorge Cepi und die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung Gavi. Keine Zusage gab es bis Sonntag von den USA. Man habe gute Gespräche mit dem Weißen Haus und dränge die US-Regierung, sich an der globalen Initiative zu beteiligen, erklärte die EU-Kommission.



bro / dpa
brohrer@daz.online


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