Auf der Intensivstation

Pandemie: Bei diesen Arzneimitteln ist der Bedarf bis zu 300 Prozent erhöht

Stuttgart - 23.04.2020, 14:14 Uhr

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie werden weltweit die Arzneimittel auf Intensivstationen knapp. Das BfArM hat nun bekanntgegeben, welche Wirkstoffe derzeit verstärkt gefragt sind. (Foto: imago images / epd)

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie werden weltweit die Arzneimittel auf Intensivstationen knapp. Das BfArM hat nun bekanntgegeben, welche Wirkstoffe derzeit verstärkt gefragt sind. (Foto: imago images / epd)


Schon Anfang April wurde deutlich: Arzneimittel auf Intensivstationen könnten im Rahmen der COVID-19-Pandemie knapp werden. Bei welchen Arzneimitteln die Nachfrage aber konkret und wie stark erhöht ist, war unklar. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat das Ausmaß nun auf drei Seiten klar benannt.

Zunächst hatte sich die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg nicht gerade beliebt gemacht, als sie Apotheken Anfang April dazu riet, sich mit Wirkstoffen wie Morphin, Midazolam, Diazepam, Lorazepam, Levomepromazin, Phenobarbital oder Propofol zu bevorraten. Demnach war auch im ambulanten Bereich im Rahmen der COVID-19-Pandemie in den kommenden Wochen mit einem erhöhten Bedarf an bestimmten Wirkstoffen zu rechnen. Viele Apotheker hielten den Rat zur Bevorratung für kontraproduktiv, um Engpässe zu vermeiden. Doch schon kurz darauf wurde deutlich, dass es sich dabei um keinen „Alleingang“ der LAK Baden-Württemberg handelte: Das ging unter anderem aus einem Hilferuf der „European University Hospital Alliance“ hervor, die insgesamt von neun europäischen Krankenhäusern unterzeichnet wurde – darunter auch die Charité Berlin sowie das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien. Darin hieß es, dass weltweit auf den Intensivstationen dringend benötigte Arzneimittel knapp werden. Es wurde dringend zu mehr europäischer Zusammenarbeit aufgerufen. 

Mitte April wurde dann bekannt, dass sich das BfArM auf einem Jour Fixe zu Lieferengpässen per Telefon über Engpässe bei Morphin, Propofol aber auch bei Meropenem und Norepinephrin und den voraussichtlichen Bedarf zusätzlicher Arzneimitteln bei vollausgelasteten Intensivstationen abgestimmt hat. Der Jour Fixe zu Liefer- und Versorgungsengpässen habe in der 14. Sitzung am 07.04.2020 vereinbart eine Task-Force einzusetzen, die sich im Schwerpunkt mit 

  • der kurzfristigen Abstimmung einer belastbaren Wirkstoffliste, die für die intensivmedizinische Versorgung entscheidend sind,
  • der Erarbeitung eines Mustervorgehens um die Versorgung von Hotspots sicherzustellen,
  • der konkreten Ermittlung von Bedarfs- und Produktionskapazitäten und
  • Maßnahmen für Vermeidung von Versorgungsproblemen in der intensivmedizinischen Behandlung

befassen soll. Die Mitglieder der Task Force sind vorerst: ADKA, AMK, ABDA, AkdÄ, BfArM, BMG, DKG, PEI, Pro Generika und AWMF. 

Seit dem gestrigen Mittwoch existieren nun zwei Listen, die Wirkstoffe aufführen, deren Bedarf „wegen Behandlung von COVID-19-Patienten bei Vollauslastung der vorhandenen Intensiv-Kapazitäten“ bis zu 200 Prozent erhöht bzw. bis zu 300 Prozent „stark“ erhöht ist – gegenüber dem Normalbedarf (2019) auf Intensivstationen. 

Um welche Wirkstoffe es sich konkret handelt, hat DAZ.online auf der nächsten Seite aufgelistet.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

FFP

von Dr. Schweikert-Wehner am 23.04.2020 um 16:41 Uhr

Hallo

meint ihr FFP-Masken oder Gefrorenes Frischplasma?

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