Mehr Erkenntnisse zu COVID-19 dank Wearables

RKI ruft zur freiwilligen Datenspende auf

Berlin - 08.04.2020, 12:44 Uhr

Mit freiwillig übermittelten Vitaldaten, die von Fitnessarmbändern und anderen Wearables aufgezeichnet werden, will das RKI mehr Einblicke in in die Verbreitung des Coronavirus erlangen. (s / Foto: imago images / Panthermedia)

Mit freiwillig übermittelten Vitaldaten, die von Fitnessarmbändern und anderen Wearables aufgezeichnet werden, will das RKI mehr Einblicke in in die Verbreitung des Coronavirus erlangen. (s / Foto: imago images / Panthermedia)


Das Robert Koch-Institut (RKI) hat gemeinsam mit dem E-Health-Unternehmen Thryve eine „Corona-Datenspende“-App entwickelt, die seit gestern zum Download bereitsteht. Die Anwendung verbindet sich mit Wearables, die die Vitalzeichen der Nutzer aufzeichnen. Diese können über die App freiwillig und pseudonym an das RKI übermittelt werden.

Viele Menschen in Deutschland zeichnen regelmäßig mit Smartwatches oder Fitnessarmbändern ihre Vitaldaten auf. Bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich diese Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich. Daher können auch typische COVID-19-Symptome wie Fieber durch die App erkannt werden.

Dies möchte das Robert Koch-Institut nun nutzen, um ein genaueres Bild über die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 zu gewinnen. Hierfür hat das RKI gemeinsam mit dem E-Health-Unternehmen Thryve und unter Einbeziehung des Bundesdatenschutzbeauftragten die „Corona-Datenspende“-App entwickelt. Freiwillige können sich die App seit dem gestrigen Dienstag herunterladen und mit ihren Wearables verbinden.

(Foto: Robert Koch Institut)

Welche Daten werden übermittelt?

Sofern vom jeweiligen Modell der Fitnessuhr beziehungsweise des Fitnessarmbands unterstützt, werden Aktivitäts- und Schlafdaten, Pulsschlag, Körpertemperatur an das RKI übermittelt. Die von den Nutzern freiwillig und pseudonym zur Verfügung gestellten Daten sollen nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen dienen, sondern den Wissenschaftlern des RKI genauere Einblicke in die Verbreitung des Coronavirus bieten. „Die App erkennt aber nur die Symptome, sie führt keinen Erregernachweis“, erklärte Professor Dr. Lothar Wieler, Präsident des RKI.

Standortinformationen werden nicht übermittelt. Es wird lediglich einmal die Postleitzahl sowie Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht erfragt. Bis gestern Abend hatten sich laut RKI bereits mehr als 50.000 Nutzer die App heruntergeladen und ihre Zustimmung zur wissenschaftlichen Datenauswertung gegeben. Die Auswertung soll anschließend auf www.corona-datenspende.de in einer Karte nach Postleitzahl aufgeschlüsselt veröffentlicht werden.


Digitale Anwendungen können die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 sinnvoll ergänzen. Wir wünschen uns, dass sich viele Menschen beteiligen. Denn je mehr Menschen ihre Daten für eine Auswertung zur Verfügung stellen, desto genauer werden unsere Erkenntnisse zur Verbreitung des Coronavirus.” 

Professor Dr. Lothar Wieler


Welche Geräte werden unterstützt?

Die App unterstützt aktuell Geräte von Fitbit, Garmin, Polar, und Withings/Nokia sowie alle über Apple Health verbundenen Geräte. Bei einigen Anbietern – unter anderem Google Fit – gebe es allerdings derzeit Probleme mit der Verbindung der App. Das Problem soll schnellst möglichst gelöst werden. Das RKI arbeite außerdem mit Hochdruck an der Einbindung weiterer Hersteller.


Svea Türschmann
redaktion@daz.online


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