Verbraucher decken sich mit Arzneien ein

Corona beschert OTC-Herstellern Sonderkonjunktur

Frankfurt/Stuttgart - 07.04.2020, 17:00 Uhr

 Die Nachfrage bei rezeptfreien Arzneien ist im März vor allem bei Paracetamol-haltigen Mitteln und Vitaminpräparaten viel höher gewesen als sonst.(Foto: imago images / Uwe Steinert)

 Die Nachfrage bei rezeptfreien Arzneien ist im März vor allem bei Paracetamol-haltigen Mitteln und Vitaminpräparaten viel höher gewesen als sonst.(Foto: imago images / Uwe Steinert)


Viele Verbraucher in Deutschland haben sich aus Sorge um das Coronavirus mit Arzneien eingedeckt. Im März zog die Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten stark an und bescherte Pharmaunternehmen eine Sonderkonjunktur. Das berichteten mehrere Arzneihersteller auf dpa-Anfrage. Der Ansturm in Apotheken bringt die Logistik in der Branche teils an ihre Grenzen und befeuert die Debatte um Lieferengpässe von Arzneien.

Die Coronakrise beschert Pharmaunternehmen offenbar eine Sonderkonjunktur. „In den letzten Wochen mussten wir über unser gesamtes Portfolio hinweg die zum Teil dreifache Bestellmenge bewältigen", erklärte etwa die Ratiopharm-Konzernmutter Teva am Dienstag in Ulm. Die Nachfrage bei rezeptfreien Arzneien sei im März vor allem bei Paracetamol-haltigen Mitteln und Vitaminpräparaten viel höher gewesen als sonst. In Einzelfällen habe es bei der Auslieferung Verzögerungen gegeben. Teva habe nicht nur in der Produktion die Kapazität erhöht, auch die Logistik arbeite in drei statt zwei Schichten.

Bayer verzeichnet nach Konzernangaben ebenfalls eine höhere Nachfrage nach Medikamenten - vor allem nach Nahrungsergänzungsmitteln sowie Präparaten gegen Erkältungen und Allergien. Man sei „sehr gut in der Lage“, den Andrang zu bedienen, bitte aber Verbraucher, sich beim Kauf auf übliche Mengen zu beschränken, so das Dax-Unternehmen-

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Auch Stada, GSK und Sanofi spüren die Nachfrage

Auch der hessische Arzneihersteller Stada spürt die starke Nachfrage: Bei Erkältungsmitteln, darunter Grippostad, war sie im März um 50 Prozent höher, bei Immunpräparaten gar dreimal so hoch wie in üblichen Monaten. Auch der Branchenriese GlaxoSmithKline berichtete in den vergangenen vier Wochen von einem Ansturm auf Nasensprays, Nasentropfen und Mittel gegen Halsschmerzen. Beim Absatz gebe es Zuwächse zwischen 30 und 40 Prozent, so der britische Anbieter. Und der französische Hersteller Sanofi erklärte, Verbraucher in Deutschland hätten sich gerade vor den Ausgangsbeschränkungen mit rezeptfreien Arzneien eingedeckt.



dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

super Konjunktur

von Karl Friedrich Müller am 07.04.2020 um 17:17 Uhr

ok. Bei Herstellern, aber doch nicht in der Apotheke vor Ort, oder?
Sondern im Versand. Laut Statistik ist die Abgabe von OTC Packungen ins Minus gerutscht. In den Apotheken vor Ort.

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