Wandelanleihe

Zur Rose: Bis zu 175 Millionen Franken für das E-Rezept

Berlin - 26.03.2020, 16:00 Uhr

Die Umsetzung des E-Rezeptes kostet Zur Rose viel Geld, der DocMorris-Mutterkonzern hat sich nun eine Wandelanleihe von 150 Millionen Franken besorgt. (m / Foto: picture alliance / KEYSTONE)

Die Umsetzung des E-Rezeptes kostet Zur Rose viel Geld, der DocMorris-Mutterkonzern hat sich nun eine Wandelanleihe von 150 Millionen Franken besorgt. (m / Foto: picture alliance / KEYSTONE)


Der Schweizer Pharmahandelskonzern Zur Rose setzt bekanntlich sehr viel auf die flächendeckende Einführung des E-Rezeptes in Deutschland. Der Konzern spricht schon seit geraumer Zeit von einer möglichen Umsatzverdopplung – obwohl man aufgrund des teuren Expansionskurses weiterhin in den roten Zahlen steckt. Doch die Umsetzung des E-Rezeptes und der dazugehörigen Komponenten kostet Geld. Und dafür hat sich der Schweizer Konzern in Form einer Wandelanleihe nun 150 Millionen Franken besorgt.

Erst in der vergangenen Woche stellte der DocMorris-Mutterkonzern Zur Rose seine Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2019 vor. Auch 2019 konnte Zur Rose – insbesondere wegen mehrerer Übernahmen – den Umsatz markant steigern. Der Expansionskurs ist aber nach wie vor sehr teuer. Unter dem Strich blieb nach dem Geschäftsjahr 2019 daher ein Verlust von 52,4 Millionen Franken, das sind 13 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Doch in den kommenden Jahren soll alles besser und noch größer werden für Zur Rose und DocMorris. In einer Telefonkonferenz für Journalisten erklärten Konzernchef Walter Oberhänsli und DocMorris-Chef Olaf Heinrich, dass man weiterhin größte Hoffnungen auf den deutschen Markt setze – wegen der flächendeckenden Einführung des E-Rezeptes. Die Niederländer bauen sich hierzulande gerade eine Vorbestell-Plattform auf – eine Handy-App, die Kunden für das E-Rezept aber auch für OTC-Bestellungen nutzen können. Heinrich erklärte, dass man dort mit Hilfe von etwa 1000 Vor-Ort-Apotheken eine Belieferung innerhalb von zwei Stunden anbieten wolle. Außerdem solle es die Möglichkeit für Folgerezepte geben und die Kunden sollten die Möglichkeit bekommen, in die Lagerbestände der teilnehmenden Apotheken zu schauen.

Die Umsetzung dieses Projektes kostet allerdings viel Geld. Der Konzern hat daher nun eine Wandelanleihe im Volumen von 150 Millionen Franken aufgelegt. Die Anleihe habe die Fälligkeit im Jahr 2025 und werde durch das Unternehmen garantiert, sie sei wandelbar in Namenaktien der Zur Rose Gruppe, heißt es in einer Mitteilung vom heutigen Donnerstag. Das Unternehmen behalte sich zudem das Recht vor, das Emissionsvolumen nach freiem Ermessen um bis zu 25 Millionen Franken auf insgesamt bis zu 175 Millionen Franken vor oder zum Zeitpunkt der Preisfestsetzung zu erhöhen, heißt es weiter. Details zur Wandelanleihe können Sie hier nachlesen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Zur Rose sich für die Expansion frisches Geld besorgt. Die DocMorris-Mutter erlöste bereits bei ihrem Börsengang 2017 an der SIX Swiss Exchange mehr als 200 Millionen Euro. Weitere 85 Millionen Schweizer Franken besorgte sich der Konzern ein Jahr später mit einer öffentlichen Obligationenanleihe. Im Oktober 2019 hieß es dann, dass man eine festverzinsliche öffentliche Obligationenanleihe über 180 Millionen Franken platziert habe, das entspricht etwa 163 Millionen Euro. Die Anleihe wurde damals zu 2,50 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von 5 Jahren.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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2 Kommentare

E-Rezept?

von Beobachter am 26.03.2020 um 18:18 Uhr

Ich fasse zusammen: Ein Versandhändler, der mit Medikamenten handelt, keine Apotheke wohlgemerkt, beschafft sich wiederholt Geld am Kapitalmarkt. Dieser Versandhändler darf nicht in dem Land, in der der Konzern Zuhause ist liefern, er darf auch nicht in dem Land liefern wo seine Tochter Zuhause ist. Nur u.a. nach Deutschland, wo das große Geld lockt. Das neue Geld braucht man für das E-Rezept-Geschäft in Deutschland. Sagen sie - naja. Und wer sagt, dass Zur Rose/DoMo überhaupt daran teilnimmt. Das ist völlig offen. DoMo ist KEINE Apotheke, unterliegt keinerlei Kontrollen der deutschen Behörden, ist keiner deutschen Kammer angehörig und kann folglich NICHT an der TI teilnehmen. Und dann wird das nix mit dem E-Rezept.
Aber was die Anleihe anbelangt, braucht man das Geld eher um Löcher zu stopfen...das Ende naht.

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E-Rezept.

von Roland Mückschel am 26.03.2020 um 17:32 Uhr

Hoffentlich muss ich mir nicht auch 175 Millionen
Euro holen. Ach so, Franken.
Dann gehts ja noch.

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