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Apotheker starten Kapazitätenbörse für Personaltausch

24.03.2020, 07:00 Uhr

Über die neue Kapazitätenbörse der Community „Digitale Apotheke“ können Apotheken Personal mit freien Kapazitäten finden, um die Arbeit in der Krisenzeit zu bewältigen. ( r / Foto: imago images / Westend61)

Über die neue Kapazitätenbörse der Community „Digitale Apotheke“ können Apotheken Personal mit freien Kapazitäten finden, um die Arbeit in der Krisenzeit zu bewältigen. ( r / Foto: imago images / Westend61)


Der Apotheker Steffen Kuhnert aus Köln hat eine Austauschplattform für Apothekenpersonal ins Leben gerufen. In einer einfachen Google-Link-Liste können Vor-Ort-Apotheken ihre Kapazitäten anderen Apotheken anbieten oder Personalkapazitäten anfragen. Ziel sei, die Coronakrise gemeinsam zu meistern, den Versandapotheken die Stirn zu bieten und sich gegenseitig zu unterstützen, erklärt Kuhnert.

„Apotheken in Einkaufszentren, Bahnhöfen und Flughäfen werden durch die Einschränkungen des sozialen Lebens in den nächsten Wochen vermutlich weniger frequentiert“, mutmaßt Steffen Kuhnert. Dafür seien andere Apotheken, zum Beispiel in Wohngebieten, möglicherweise überlastet. So kam der Gründer der Apotheken-Community „Die digitale Apotheke“ auf die Idee, sozusagen auf kurzem Dienstweg und regional, Personal auszutauschen. Die Börse besteht aus einer einfachen Google-Link-Tabelle, in die sich Apotheker mit Kapazitäten eintragen können. (Hier ist der direkte Link zur Kapazitätenbörse.) 

Kurzfristig Personal Suchende können anhand einer Postleitzahlen-Suche Kapazitäten aufspüren und mit ihren Kollegen in Kontakt treten, um Unterstützung zu erhalten. Dies könne deutschlandweit und digital helfen, die Betriebsfähigkeit der Apotheken sicherzustellen und gegenseitig bei Personalengpässen und Ausfällen zu unterstützen.

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Kuhnert: Öffnungszeiten zu verkürzen, sei falsches Signal

Viele Apotheken rechneten zudem mit erheblichen Personalproblematiken in den kommenden Wochen. Da das Apothekenpersonal durch möglicherweise erkrankte Kunden besonderen Risiken der Ansteckung mit COVID-19 augesetzt ist, haben viele Apotheken schon damit begonnen, in zwei voneinander unabhängigen Teams zu arbeiten.

Des Weiteren haben einige Kammern den Apotheken schon eine Kürzung der Öffnungszeiten vorgeschlagen. Diese Diskussion sei Kuhnerts Meinung nach jedoch ein völlig falsches Signal an die Menschen. Es würde nur den Versandapotheken weitere Kunden zuspielen, wenn die Leute sich nicht auf regelmäßige Öffnungszeiten der Apotheken verlassen könnten und vor geschlossenen Türen stünden. „Dem wollen wir uns doch entgegenstemmen“, so der Unternehmer. „Zeigen wir also, dass wir unersetzlich sind und arbeiten wir zusammen!“

Mit der Kapazitätenbörse möchte er daher auch zeigen, dass „um die Ecke“ gedacht und Impulse gesetzt werden müssen. „Wir tun bereits heute alles, um unserem Auftrag gerecht zu werden, und leisten einen hervorragenden Job“, so Kuhnert. Vielleicht sei dies noch ein kleiner Schritt mehr, der am Ende helfe, diesen Auftrag leichter zu erfüllen. Die Kapazitätenbörse könne so für alle Seiten einen Vorteil bringen. „Vor allem zeigen wir der Bevölkerung und der Politik, dass die Apotheken in dieser Krise alles dafür tun, um die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln aufrechtzuhalten.“


Mareike Spielhofen, Autorin, DAZ.online
daz-online@deutscher-apotheker-verlag.de


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14 Kommentare

Eintragung in die Liste funktioniert nicht

von Barbi am 25.03.2020 um 12:51 Uhr

Auch nach dem ich der App herunterladen habe , kann ich weiter nur bestehende Eintragungen sehen aber keine selbst vornehmen?
Warum?
Kann jemand erklären wie es geht?
Vielen Dank

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Rückmeldung auf die Antwort von Herr Kuhnert

von Apofee am 24.03.2020 um 22:45 Uhr

Lieber Herr Kuhnert,


Ihre Aktion habe ich gut verstanden.
Prinzipiell super. Frage mich nur wie so Sie direkt in DAZ Artikel haben ? Warum ausgerechnet Sie und von Maxmo ?

Kammer Nordrhein hat auch einen ähnlichen Aufruf freie Kapazitäten anzubieten.

in Bayern oder Hessen weiß niemand was Maxmo ist.
In MG leider viele.
Viele Apotheken gibt es nicht mehr, weil Maxmo sie geschickt austrickste und die Standorte übernommen hat.
Es tut mir leid, dass ich gerade Sie mit dem Kommentar konfrontiere , dass hier Maxmo nicht Maxmo wäre , hätte es diese Krise als eigene PR- Aktion nicht geschickt genutzt um das bereits vor der Corona massive eigene Personalprobleme zu eigenem Vorteil zu nutzen.
Dass Sie ein der wenigen Lizenznehmer sind bei dem man länger arbeiten kann und dabei sogar fachlich etwas lernen, weiß ich. Wäre ich bei meinem Abendteuer in unerfahrenen Jahren mit Maxmo bei Ihnen gewesen, wäre mein Urteil nicht so hart , trotz schlechter Erfahrungen anderen Kolleginnen;-). Ich lasse mich nicht verbiegen, denke selbstständig, daher bin ich weg.
Persönlich bin ich Sie leider nie begegnet.
Fakt ist, dass ich , Ex- Maxmo Mitarbeiterin bald wieder eine neue Kollegin bekomme die sich darauf freut wieder in einer „ normalen „ Apotheke zu arbeiten.
Es ist nicht der richtige Ort um über Arbeitsbedingungen bei Maxmo zu sprechen .

Aber: das hat so toll gepasst die massive Personalprobleme in Maxmo Apotheken inkl. externe Headhunter und immer mehr Leute die den Mut fassen weg zu gehen und Ihr Aufruf!

Maxmo hat so gutes Marketing. Wirklich gut. Passt nicht meiner Meinung nach zu einer Apotheke , ist aber manchmal klasse. Immer wenn ich vorbei gehe , muss ich an die TV - Werbung der Shop - Apotheke denken.;-).... und grinsen . Sorry.
Über die Schließung einer Filiale in hoch frequentierten Lage für die seit Jahren ständig Personal inkl. Filialleitung gesucht wurde hat Maxmo in der lokalen Zeitung einen Artikel als Werbeanzeige gebucht für andere Standorte..... Der , der aus der Branche kommt kann nicht aufhören den Kopf zu schütteln wie man bloß sich als PR- Aktion so blamieren kann ....
Ich dachte mir, Sie nutzen die Corona um für Fa. Dienst der die Maxmo GmbH gehört Personal zu finden da die momentan intensiv suchen. Aus einer Filiale sind gleichzeitig die Filialleitung und die Vollzeit Angestellte weg. Es hat nicht mal gereicht , dass die Fa. Dienst hier ausnahmsweise großzügig mit den Gehältern bei den beiden war..... da sie sonst ohne einen Approbierten diese Filiale nicht betreiben könnte....
Es hat einfach zeitlich gepasst. Ihr Aufruf. Zu Maxmo. Zu dem Flucht . Einfach klasse. Wie Maxmo . Wenn es um PR geht.

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AW: Rückmeldung auf die Antwort von Herr

von Redaktion DAZ.online am 25.03.2020 um 7:10 Uhr

Liebe Apofee,

wie Sie richtig schreiben, anderswo weiß niemand, was Maxmo ist. Deswegen spielt es in unserem Artikel auch keine Rolle. Wir fanden es einfach eine gute Idee und deswegen haben wir es vorgestellt. So wie wir viele gute Ideen von Apothekern immer wieder vorstellen. Ob es dann funktioniert, wird sich zeigen, aber die Tatsache, dass sich jemand Gedanken macht und engagiert honorieren wir gerne mit einem Bericht und so ist Herr Kuhnert zu einem Artikel bei uns gekommen. Wenn Sie auch eine spannende Idee haben und umsetzen, lassen Sie es uns wissen, dann landen Sie vielleicht auch mal bei uns.
Viele Grüße
Ihre DAZ-Redaktion

AW: Rückmeldung auf die Antwort von Herr

von Steffen Kuhnert am 25.03.2020 um 8:13 Uhr

Liebe Apofee,
Sie reden leider wieder nur von MAXMO ;-)
Sie hegen offensichtlich eine starke Abneigung gegen die Gründerfamilie. Da ich MAXMO an meiner Apotheke stehen habe, bin ich in Ihren Augen ebenfalls "schuldig" und die Steine dürfen jetzt fliegen ;-)
Ich möchte Ihnen den Vorschlag machen, in die Facebook-Gruppe #DieDigitaleApotheke einzutreten. Wenn Sie Zukunftsthemen interessant finden, möchte ich es Ihnen sogar ans Herz legen. Dann können Sie mich in Ruhe näher kennenlernen und vielleicht sogar Ihr aktuelles Bild anpassen.
Lassen wir es jetzt gerne hier beruhen.

Beste Grüße
Steffen Kuhnert

Rechtlich nicht umsetzbar

von Michael Reinhold am 24.03.2020 um 21:19 Uhr

Wie wird der Austausch rechtlich durchgeführt? Jeder Apothekenmitarbeiter hat in seinem Arbeitsvertrag den festen Arbeitsplatz stehen - das sind normalerweise die Apotheke und die Filialapotheken.

Ich würde mich als Angestellter weigern, in Zeiten von Covid-19 in einer anderen Apotheke als den im Arbeitsvertrag genannten Apotheken zu arbeiten - so rein aus Selbstschutz.

Kein Arbeitgeber ist befugt, sein Personal zu verpflichten, außerhalb seines gewöhnlichen Arbeitsplatzes zu arbeiten.

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Doch nicht Maxmo ?!

von Apofee am 24.03.2020 um 17:06 Uhr

Maxmo?
Jahrelang hat die Kette („ Franchisen“) stolz verkündet bald wird Maxmo ein Synonym für Apotheke sein.
Als Bewerber hörte man: alle wollen zu Maxmo , Tarif ist auch für Apotheker der jeden Notdienst leistet mehr als genug.
Die, die sich trauten erzählten trotz diversen Klauseln wie es dort zugeht: ständiges Verkaufsdruck, jeden Monat Verkaufszahlen musste man erreichen , auch im Kosmetik - und Vitaminbereich.
In Verträgen ein Klauseln , dass das Gehalt bis spätestens drei Monate nach der Fälligkeit gerichtlich angeklagt werden muss, sonst ist man damit einverstanden , dass alle Ansprüche aus dem Arbeitsvertrag verfallen.
Inzwischen sucht Maxmo auf allen Kanälen. Eigene Personalabteilung in großem repräsentativen Büro reicht nicht aus. Mehrere Headhunter suchen für Maxmo Personal . Trotzdem, dass die Personaldecke gewollt sehr dünn gehalten wird und PKA alle PTA - Arbeiten verrichten , fehlt beim Maxmo Personal. Immer mehr schaffen den Weg aus den Knebelverträgen.
In Marketing war Maxmo schon immer schlau.
Bei jedem anderen würde ich es gut finden . Bloß nicht bei Maxmo.
Wenn mich mein Chef an Maxmo zum Honorarsatz vermietet, kündige ich !

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AW: Doch nicht Maxmo

von Steffen Kuhnert am 24.03.2020 um 20:23 Uhr

Liebe Apofee,
bei meiner Initiative #DieDigitaleApotheke geht es mit keinem Wort um die MAXMO-Kooperation und auch nicht um meine eigenen Apotheken...ich bin im Übrigen auch "nur" Lizenznehmer bei MAXMO....Es geht mir um die Zukunft der Apotheken und um die Diskussion von Lösungen und Denkansätzen.

Ich kann mit Stolz behaupten, dass in meinen Dürener MAXMO Apotheken viele Mitarbeiter seit über 10 Jahren dabei sind, einige sogar länger als ich! Ich denke nicht, dass ich meine Mitarbeiter zwinge, bei mir zu bleiben...das würde wohl auch nicht funktionieren. Ich bin stolz auf mein Team und mein Team signalisiert mir, dass es gerne mit mir arbeitet. Ich bin meine eigene Personalabteilung und mein Büro ist sicherlich nicht groß und ehrlich gesagt auch überhaupt nicht repräsentativ.

Wir befinden uns aktuell in einer noch nie dagewesenen Krise und einer extremen Herausforderung, auch für die Apothekerschaft. Jetzt braucht es Lösung und Denkansätze, die uns weiterhelfen.

Es tut mir sehr leid, dass Sie in der Vergangenheit ganz offensichtlich sehr negative Erfahrungen mit "MAXMO" gemacht haben. Ich kann nicht abschätzen, wie viele Jahre dies evtl. her ist, aber es kann definitiv nichts mit meiner Person zu tun haben.
Es ist schade, dass wir die Menschen gerne in eine Schublade stecken und über einen Kamm scheren, ohne dies vorab zu verifizieren.
Die Kapazitätenbörse ist als freinutzbare Hilfestellung für alle Apotheken gedacht, gerade im lokalen Umfeld. Mein Eigeninteresse dabei ist gleich null.

Beste Grüße
Steffen Kuhnert

Aktionen

von Roland Mückschel am 24.03.2020 um 15:45 Uhr

Bitte zu bedenken ob es tatsächlich so sinnvoll ist
die Betriebe am Laufen zu halten.
Das vermittelt der Politik und Öffentlichkeit einen
ganz falschen Eindruck.
Eh, die können ja noch einen draufsatteln.
Da ist noch zu holen.
Klappe zu, Affe in Quarantäne.
Wir sind keine Superhelden.
Und wenn dann ganz schlecht bezahlte.
Es lohnt nicht sich für diese Situation
aufzuopfern .
Wir haben das nicht verschuldet.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Aktionen

von Steffen Kuhnert am 24.03.2020 um 20:40 Uhr

Lieber Herr Mückschel,
mir geht es mit diesem Denkansatz in erster Linie auch um die Existenzsicherung für einige Kollegen und Kolleginnen in den kommenden Wochen. Bereits heute signalisieren viele Kollegen an normalerweise frequenzstarken Standorten, dass der Kundenrückgang dramatische Ausmaße hat und die Auswirkungen auf den Betrieb erheblich sein können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Apotheken, deren Kundenfrequenz in den kommenden Wochen vielleicht über das übliche Maß ansteigt und durch zusätzliche Mitarbeiterausfälle der Betrieb nur mit erheblichen Anstrengungen bewerkstelligt werden kann.
Wenn diese Betriebe im lokalen Context stehen, warum sollten diese sich nicht unterstützen? Das einzige, was uns hindert, ist wahrscheinlich unsere aktuelle Denkweise!
Am Ende können alle Seiten gewinnen. Der eine Kollege bekommt einen finanziellen Ausgleich für sein ausgeliehenes Personal, der andere kann stressfreier arbeiten, und die Kunden freuen sich, weil die Wartezeiten kürzer sind, was ja auch durchaus sinnvoll ist. Und sie laufen nicht vor verschlossene Türen, weil die Öffnungszeiten auf Grund der Situation verkürzt wurden.

Theoretisch könnte man dies auch noch medial für die Apotheken ausspielen.

Es liegt an uns, was wir aus den Dingen machen.

Beste Grüße
Steffen Kuhnert

AW: Aktionen

von Roland Mückschel am 25.03.2020 um 10:05 Uhr

Guten Morgen Herr Kuhnert!
Ihre Aktionen zunächst in allen Ehren.
Sie sind bisher der Einzige der das Problem der
geringeren Kundenfrequenz beschreibt. Dafür
meinen herzlichsten Dank.
Bisher werden wir von aussen nur als Gewinnler
wahrgenommen. Aber es wird auch unter den
Apotheken Verlierer geben, sei es durch Krankheit
oder Frequenzverlust.
Sie wollen das abfedern und helfen. Bravo, meine
Hochachtung.
Mir hingegen geht es eher darum nach aussen
die Realität abzubilden.
Und das ist nicht zusätzliche Apothekendienste auf
den Markt zu werfen wie in Berlin.

Link funktioniert nicht

von Ruth Esten-Montnacher am 24.03.2020 um 8:32 Uhr

Die Börse besteht aus einer einfachen Google-Link-Tabelle, in die sich Apotheker mit Kapazitäten eintragen können. (Hier ist der direkte Link zur Kapazitätenbörse.)

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Januskopf

von Stefan Haydn am 24.03.2020 um 8:30 Uhr

Auf der einen Seite eine gute Idee.
Aus Pandemiesicht allerdings katastrophal.
Gerade zwischen Apotheken wechselndes Personal stellt momentan das größte Risiko dar.
Da die Schutzmaßnahmen von Apotheke zu Apotheke stark unterschiedlich sind, können im Zweifelsfall so gleich zwei Teams matt gesetzt werden.
Laut Katastrophenpharmazie sollen möglichst zwei getrennte Schichten geführt werden um das Risiko zu minimieren und hier springen dann Mitarbeiter sogar von einer zur anderen Apotheke.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Januskopf

von Steffen Kuhnert am 24.03.2020 um 20:50 Uhr

Lieber Herr Haydn,

Vielen Dnak für die positive Äußerung. Im optimalen Fall wird es sicherlich so laufen, wie Sie es schildern. Ist dies allerdings in allen/vielen Apotheken möglich? Ich wage es zu bezweifeln. Viele Apotheken waren schon vor der Pandemie auf Agenturen angewiesen und hatten personelle Probleme.

Ich glaube, dass die Kräfte auch eher längerfristig zur Verfügung stehen werden. Apotheken in Einkaufscentren, Haupteinkaufsstraßen, Bahnhöfen, Flughäfen & Co haben bereits heute vielfach nicht mehr genügend Kunden für Ihr Personal. Der ein oder andere könnte dankbar sein, wenn er Teammitglieder an einen Kollegen ausleihen kann und somit auch, zumindest etwas, von seiner finanziellen Belastung herunterkommt.
Die Idee kann auch gerne verfeinert werden. Mir geht es in erster Linie um einen Denkanstoß. Und Mc Donald's und Aldi haben die Tage gezeigt, dass dieser gar nicht so abwegig ist!

Beste Grüße
Steffen Kuhnert

AW: Januskopf

von Stefan Haydn am 26.03.2020 um 9:07 Uhr

Guten Morgen Herr Kuhnert,

mich wundert schon länger, dass die LAVen so etwas noch nicht lokal gelöst haben. Oder unsere ganzen Kooperationen.
Auf absehbare Zeit wird der Personalmangel nicht zu lösen sein.
Drum praktiziere ich eine solche Variante schon mit dem Kollegen vor Ort, wenn auch aktuell dank Corona ausgesetzt.
Es gibt Angelegenheiten, in denen man die Konkurrenz auch mal außen vor lassen darf.

Viel wichtiger ist allerdings gerade jetzt auch der Politik klarzumachen, dass wir dringend mehr Geld für eine gute Bezahlung der Angestellten brauchen.
Es darf nicht immer nur, wenn auch gerechtfertigt, auf das Pflegepersonal verwiesen werden.

Momentan rächt sich, dass staatliche Grundvorsorge massiv zurückgefahren wurde, die in Zeiten des kalten Krieges noch Standard war.
All die Depots und Notkrankenhäuser wurden in den 2000er Jahren aufgelöst, könnten heute aber den Mangel an Schutzbekleidung und Krankenhauskapazitäten auch für andere EU-Bürger ausgleichen.
Nach Corona muss sich die Bevölkerung und die Politik die Frage stellen, was in Zukunft wirklich wichtig und gewollt ist.

Denn: Die nächste Pandemie kommt bestimmt! Und nach den Erfahrungen der letzten Jahre, schneller als es uns lieb ist.

Besten Dank für eine der momentan so dringend benötigten kleinen Lösungen.

Mit kollegialen Grüßen, Stefan Haydn

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