Ernährungsministerium und Verbraucherzentralen warnen

Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel zur COVID-19-Prävention!

Berlin - 23.03.2020, 16:59 Uhr

Es gibt keine Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 belegen! ( r / Foto: Lothar Drechsel / stock.adobe.com)

Es gibt keine Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 belegen! ( r / Foto: Lothar Drechsel / stock.adobe.com)


Immer mehr Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln suggerieren und werben damit, dass die Einnahme ihrer Mittel einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 vorbeugen könne. Vor allem im Internet finden sich äußerst fragwürdige Versprechen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Verbraucherzentralen warnen Verbraucher ausdrücklich, sich hiervon nicht in die Irre führen zu lassen.

Zur Behandlung der COVID-19-Erkrankung gibt es bislang bekanntlich keine Arzneimittel, ebenso wenig eine Schutzimpfung zur Prävention. Doch es gibt einige Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM), die suggerieren, ihre Mittel könnten zur Vorbeugung einer Infektion eingesetzt werden. Darunter finden sich den Verbraucherzentralen zufolge beispielsweise Präparate mit Grüntee (bzw. dem Inhaltsstoff Epigallocatechinagallat EGCG), Propolis, Kapuzinerkresse oder Schwarze Johannisbeere (Blattknospen).

Dazu stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nun klar:

  • Es gibt kein Nahrungsergänzungsmittel, dass eine Infektion mit dem Virus verhindern kann.
  • Nahrungsergänzungsmittel dienen nicht der Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen.
  • Eine gesundheitsbezogene Werbung wie „schützt vor Viren“ ist verboten.
  • Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 beweisen. Wenn Studien zitiert sind, beziehen sich diese auf andere Viren.

Klöckner: Mit der Angst spielt man nicht!

Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) ist empört angesichts der im Internet kursierenden Angebote, die anderes vorspiegeln: „Man spielt nicht mit der Angst der Menschen. Diese Geschäftemacher dürfen keinen Erfolg haben!“

Ihr Ministerium weist darauf hin: Lebensmitteln – zu denen auch Nahrungsergänzungsmittel zählen – dürfen keine Informationen über Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zugeschrieben werden. Will man dennoch mit gesundheitsbezogenen Angaben werben, so ist die Health-Claims-Verordnung (HCVO) einschlägig. Sie lässt nur solche Aussagen zu, wenn sie hier ausdrücklich aufgeführt sind. In Bezug auf das noch neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 liegen solche genehmigten Aussagen aber nicht vor.

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Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wird sich laut BMEL nun an die Betreiber verschiedener Plattformen wenden und diese auffordern, verstärkt auf Angebote unzulässiger „Corona-Nahrungsergänzungsmittel“ zu achten und diese nicht mehr zum Verkauf anzubieten. Die Kontrolle derartiger Angebote falle allerdings in die Zuständigkeit der Länder, sodass eine Aufforderung zur Löschung auf Bundesebene nicht möglich sei.

Auch die Verbraucherzentralen haben bereits vor der irreführenden Werbung von NEM-Anbietern gewarnt. Ebenso vor aktuellen „unsinnigen Tipps“, man könne sich mit dem gefährlichen MMS (Miracle Mineral Supplement), teilweise auch CDL (Chlordioxidlösung) genannt, vor dem Coronavirus schützen.

Weitere Informationen der Verbraucherzentralen rund um das neuartige Cornonavirus finden Sie hier.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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3 Kommentare

Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel zur COVID-19-Prävention

von Michael Ernst Müller am 06.04.2020 um 2:04 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren der DAZ,

es ist schon traurig, dass Sie nicht einmal die eigenen Veröffentlichungen kennen:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-30-2005/uid-14343
Zu Propolis:
Wirkmechanismen belegt: Immunstimulierende Wirkung! (IgM-Elisa-Test). Die Lymphozytenproliferation wird gesteigert (erhöhter IgM-Titer) und Interleukin I freigesetzt.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/32205232
Lianhuaqingwen exerts anti-viral and anti-inflammatory activity against novel coronavirus (SARS-CoV-2).

http://german.china.org.cn/txt/2020-03/26/content_75861995.htm
Auszug: China hat 100.000 Kisten Lianhua Qingwen für das schwer betroffene Italien bereitgestellt.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21036090
The seasonality of pandemic and non-pandemic influenzas: the roles of solar radiation and vitamin D
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
In gemäßigten Breiten zeigen selbst pandemische Influenza oft eine deutliche Saisonalität. Die Daten stützen die Hypothese, dass hohe Fluenzen der UVB-Strahlung (Vitamin D-Spiegel), wie sie im Sommer auftreten, in Bezug auf Influenza schützend wirken.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29315160
Vorbeugende Wirkung von Vitamin D auf die saisonale Influenza A bei Säuglingen: Eine multizentrische, randomisierte, offene, kontrollierte klinische Studie
FAZIT:
Hochdosiertes Vitamin D (1200 IE, für Säuglinge) eignet sich zur Vorbeugung von saisonaler Influenza, was sich in einer raschen Linderung der Symptome, einer raschen Abnahme der Viruslast und einer Wiederherstellung der Krankheit zeigt. Darüber hinaus ist hochdosiertes Vitamin D wahrscheinlich für Säuglinge sicher.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28202713
Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data
Conclusions Vitamin D supplementation was safe and it protected against acute respiratory tract infection overall. Patients who were very vitamin D deficient and those not receiving bolus doses experienced the most benefit.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16959053
Epidemic influenza and vitamin D

Mit freundlichen Grüßen Michael Ernst Müller

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Zum kotzen

von Winkler am 23.03.2020 um 21:06 Uhr

Es ist ja wohl nichts neues und wird ständig auch in den Medien erwähnt, dass Immunstarken der Virus nichts oder wenig an kann.
Und das allgemein auf so ziemlich alle Infekte bezogen..
Also was gibt es bitteschön besseres als sein Immunsystem zu stärken
Und so ein Artikel auch noch von einer Apotheke, schämt euch
Klar dass ihr mehr Geld daran verdient , wenn wir teure Giftimpfungen bei euch kaufen, auf die man uns heiß machen möchte
Echt zum Kotzen
Das ist nicht pro Gesundheit sondenr Anti
Zum Kotzen

Wer sich informiert, hat heut zu Tage Gott sei Dank kein Problem mehr zu erfahren, was das Immunsystem stärkt

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Zum kotzen

von Benjamin Schäfer am 23.03.2020 um 22:49 Uhr

Also Stress/Wut schonmal nich... keep calm

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