Online-Plattformen

DocMorris will Lagerbestände von Vor-Ort-Apotheken anzeigen

Berlin - 19.03.2020, 15:45 Uhr

Der niederländische Versandkonzern will auf seiner künftigen Marktplatz-Plattform Kunden ermöglichen, die Lagerbestände von Vor-Ort-Apotheken einzusehen. (m / Foto: Zur Rose)

Der niederländische Versandkonzern will auf seiner künftigen Marktplatz-Plattform Kunden ermöglichen, die Lagerbestände von Vor-Ort-Apotheken einzusehen. (m / Foto: Zur Rose)


Der niederländische Versandkonzern arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer Online-Plattform für Arzneimittelbestellungen. Auf dieser Plattform sollen Kunden künftig E-Rezepte hinterlassen und OTC-Mittel bestellen können. Die Auslieferung soll auch über teilnehmende Vor-Ort-Apotheken erfolgen – so zumindest der Plan. Am heutigen Donnerstag wurden nun mehr Details über die DocMorris-Pläne klar: Über die Plattform sollen die Patienten Informationen über die Lagerbestände der teilnehmenden Apotheken einsehen können. DocMorris will auch ein Folgerezept anbieten.

Der Schweizer Pharmahandelskonzern Zur Rose hat am heutigen Donnerstag seine Zahlen zum Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Demnach ist der Umsatz – insbesondere dank mehrerer Übernahmen – erneut stark angestiegen. Allerdings schreibt der DocMorris-Mutterkonzern weiterhin rote Zahlen, der Verlust hat sich zuletzt sogar gesteigert. Der Hoffnungsschimmer für die Schweizer ist das E-Rezept in Deutschland: In einer Telefonkonferenz zu den Jahreszahlen sagten sowohl Zur Rose-Chef Walter Oberhänsli als auch DocMorris-Chef Olaf Heinrich, dass ein „massiver Fokus“ auf dem E-Rezept in Deutschland liege. Oberhänsli sagte: Das E-Rezept und das neue Geschäftsmodell mit Online-Plattformen seien der „lang erwartete Game-Changer“. 

Um mehr Rx-Kunden zu DocMorris zu locken, setzen die Niederländer – so wie viele Anbieter auch in Deutschland – auf ein Plattform-Modell: Der Konzern bastelt derzeit an einer Handy-App, über die die Kunden sowohl E-Rezepte einreichen als auch OTC bestellen können. Das Modell funktioniert nur mit der Mithilfe von Vor-Ort-Apotheken. Seit ein paar Jahren betreibt DocMorris das Geschäftsmodell schon so in Südeuropa: Die Patienten können sich aussuchen, ob sie ihre Bestellungen über den Versandweg beziehen oder innerhalb der nächsten Stunden über eine Vor-Ort-Apotheke in der Nähe. Viel war bislang nicht bekannt über DocMorris‘ Plattform für Deutschland. Die Niederländer hatten sich zuletzt ein Team zusammengestellt und waren auf Kuschelkurs zu den Apothekern gegangen, indem angekündigt wurde, dass man bei Plattform-E-Rezepten künftig auf Rx-Boni verzichten wolle.

In einer Telefonkonferenz von Zur Rose gab es heute mehr Details zu dem neuen DocMorris-Angebot. Olaf Heinrich kündigte an, dass man auch dank der Kooperation mit Vor-Ort-Apotheken eine Lieferung innerhalb von zwei Stunden anbieten wolle. Um das zu ermöglichen, müsse man etwa 1000 Apotheken von einer Zusammenarbeit überzeugen. In einer DAZ.online-Umfrage hatte jeder fünfte Leser angegeben, sich vorstellen zu können, an einer solchen Plattform von DocMorris teilzunehmen.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Weiterdenken ... was kommt nach Corona .. und wer nutzt die Gelegenheit ?

von Christian Timme am 20.03.2020 um 4:50 Uhr

Schönes Thema für die nächste Redaktionskonferenz? Sorry ...

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