Coronakrise

Gehe dünnt die Touren aus

Berlin - 18.03.2020, 16:29 Uhr

Wegen des Coronavirus kommt es in Apotheken zu Hamsterkäufen. Die Gehe steht so wie alle anderen Großhändler unter Druck und dünnt daher ihre Leistungen aus. (s / Foto: Gehe)

Wegen des Coronavirus kommt es in Apotheken zu Hamsterkäufen. Die Gehe steht so wie alle anderen Großhändler unter Druck und dünnt daher ihre Leistungen aus. (s / Foto: Gehe)


Nach Phoenix, Noweda und Kehr hat nun auch die Gehe ihren Kunden mitgeteilt, dass es ab sofort zu größeren Einschränkungen kommen wird. Der Stuttgarter Pharmahändler erklärt, dass das Auftragsvolumen derzeit auf einem „historischen Höchststand“ angelangt sei. Durch einen anstehenden Personalengpass müssten nun aber einige Änderungen an der Liefersituation vorgenommen werden. Unter anderem kündigt die Gehe die Streichung von Touren an.

Die Großhändler Noweda, Kehr und Phoenix haben es schon getan, nun folgt auch die Gehe: In einem Schreiben an die Apotheker erklärt das Unternehmen, dass es bei der Gehe derzeit eine „besondere“ Situation gebe, weil das Bestellvolumen auf einem historischem Höchststand angelangt sei. Gleichzeitig könnten aber nicht alle Mitarbeiter mehr zur Arbeit kommen – aufgrund der Kita- und Schulschließungen. Außerdem gebe es auch bei den Herstellern „aktuell einen stark erhöhten Abstimmungsbedarf“. Ab sofort gelten daher die folgenden Maßnahmen für alle Gehe-Kunden:

1) Der Fokus liege nun auf der Bereitstellung der bestellten Produkte, daran arbeiteten nun die meisten verfügbaren Mitarbeiter. Daher könne es zu Schwierigkeiten bei der telefonischen Erreichbarkeit kommen. Die Callcenter sollten daher nur in dringenden Fällen angerufen werden.

2) So wie die Noweda hat offenbar auch die Gehe ein Wannen-Problem: Der Großhändler fordert die Apotheker auf, unverzüglich alle freien Wannen zurückzuschicken.

3) Die Gehe appelliert an die Apotheker, von Retouren abzusehen.

4) Es gibt vorerst keine Verbundlieferungen mehr.

5) Die Auftragskennungen würden ab sofort auf maximal zwei reduziert, heißt es weiter.

6) Auch Auswirkungen auf den Tourenplan seien unvermeidlich. Es könne ab sofort zu Verspätungen und (im Einzelfall) dazu kommen, dass Touren komplett gestrichen werden. Dazu teilt der Großhändler mit: „Seien Sie versichert, dass die GEHE-Kolleginnen und -Kollegen in den Niederlassungen alles Menschenmögliche dafür tun, den Service Ihnen und den Patienten gegenüber auch in dieser herausfordernden Situation bestmöglich zu gewährleisten.“

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Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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