Wegen Corona

Verbraucherschützer wollen gegen Wucherpreise bei Masken und Co. vorgehen

Stuttgart/Berlin - 12.03.2020, 13:00 Uhr

Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Co. ist groß. Das führt mitunter zu Wucherpreisen. (s / Foto: imago images / Reiner Zensen)

Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Co. ist groß. Das führt mitunter zu Wucherpreisen. (s / Foto: imago images / Reiner Zensen)


Seit einigen Wochen explodieren vor allem im Internet die Preise für Schutzmasken und Desinfektionsmittel – Hintergrund ist der durch die Corona-Pandemie gestiegene Bedarf. In Frankreich hat die Regierung bereits reagiert und Höchstpreise eingeführt. In Deutschland will nun die Verbraucherschutzzentrale gegen Wucherpreise vorgehen.

Wucherpreise wegen des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, wie sie beispielsweise auf Plattformen wie Amazon zu finden sind, nimmt nun der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ins Visier. Das meldet am heutigen Donnerstag die Deutsche Presseagentur. „Der schlimmste Fall war die Zehnerpackung Atemschutzmasken für 999,99 Euro“, sagte vzbv-Chef Klaus Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). „Das ist Wucher. Da versuchen schlimme Finger, das schnelle Geld zu machen.“ Müller kündigte ein hartes Vorgehen an. „In mehreren Fällen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband bereits Abmahnungen verschickt. Wenn die Anbieter keine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterschreiben, werden wir Gerichtsverfahren einleiten“, sagte er. Geht man nach den Aussagen in den sozialen Netzwerken, scheinen Apotheker größtenteils moderate Preise zu verlangen und die große Nachfrage nicht auszunutzen. Wobei auch hier aufgrund höherer Einkaufspreise die Preise angezogen haben – denn im Gegensatz zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gibt es ja bei Masken und Desinfektionsmitteln keine festen Preise.

Frankreichs Regierung hat Preisbindung für Desinfektionsgele festgelegt

In Frankreich hat die Regierung bereits auf die Wucherpreise reagiert und per Dekret konkrete Verkaufspreise für die alkoholbasierten Desinfektionsgele festgelegt. Demnach dürfen 100 Milliliter maximal 3 Euro kosten, 50 Milliliter dürfen nicht für mehr als 2 Euro über den Ladentisch gehen, 300 Milliliter höchstens für 5 Euro und pro Liter dürfen nicht mehr als 15 Euro verlangt werden. Laut „Le Parisien“ kann der Wirtschaftsminister diese Preise – je nach Markt- und Preissituation – weiter und regelmäßig anpassen. Die vorgeschriebene Preise beziehen sich sowohl auf den Endverkauf im Laden als auch auf die im Großhandel und von der Industrie erhobenen Preise. Ziel des Dekrets sei es, die Verbraucher vor überhöhten Preisen zu schützen. Wirtschaftsminister Le Maire hatte sich zuvor über „inakzeptable“ Preisentwicklungen bei den Desinfektionsgelen beschwert. Zudem hatte Frankreichs Regierung beschlossen, Atemschutzmasken zu beschlagnahmen und diese an das Gesundheitspersonal zu verteilen,


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3 Kommentare

Desinfektionsmittel

von Sieber am 22.03.2020 um 20:21 Uhr

Kostet bei
sparenda.de:
3Liter= 77Euro

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100 ml

von Carsten am 12.03.2020 um 16:59 Uhr

Die Preisgestaltung mag ja bei den Fertigprodukten noch greifen (Sterillium 100ml ist Standard 2,95€), aber bei der selbst hergestellten Lösung sind ja Flasche und Arbeitslohn mit drin. Das ist wirklich nicht für 3€ zu realisieren.

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Wucher

von Roland Mückschel am 12.03.2020 um 15:34 Uhr

Also wenn ne Apotheke mehr als 3 Euro pro Milliliter
verlangt, sollte man das zur Anzeige bringen und diese
überteuerte Ware boykottieren.

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