Coronapanik

Spahn: Die Folgen von Angst können weit größer sein als die durch das Virus selbst

04.03.2020, 17:45 Uhr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet noch mit einer größeren Verbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland, wie er im Bundestag erklärte. (c / Foto: imago images / Christian Spicker)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet noch mit einer größeren Verbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland, wie er im Bundestag erklärte. (c / Foto: imago images / Christian Spicker)


Jens Spahn hat sich am heutigen Mittwoch erneut zur aktuellen Situation um das Coronavirus geäußert. Der Minister ruft vor allem zu Besonnenheit auf, auch bei weiter angespannter Lage. Insbesondere von AfD und Linkspartei gab es Kritik am Vorgehen der Bundesregierung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet noch mit einer größeren Verbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland, ruft aber zu Besonnenheit auf. „Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Zugleich warnte er wie Redner insbesondere von SPD, Union, FDP und Grünen vor Panikmache, auch wenn die Lage für die Gesellschaft eine große Herausforderung sei. „Die Folgen von Angst können weit größer sein als die durch das Virus selbst.“ Teils scharfe Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung kam von AfD und Linke.

Die Behörden zielten weiter darauf, die Ausbreitung zu verlangsamen und einzudämmen, sagte Spahn in einer Regierungserklärung. „Die Sicherheit der Bevölkerung geht im Zweifel vor, auch vor wirtschaftlichen Interessen.“ Der Minister stellte fest: „Aus der Corona-Epidemie in China ist eine Pandemie geworden.“ In Deutschland habe eine Epidemie begonnen. Der Erreger sei weniger ansteckend als etwa Masern. Noch fehlten zur abschließenden Bewertung aber Daten.

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„Beschäftigte im Gesundheitswesen sollten sich bei Problemen melden“

Spahn räumte Schwierigkeiten im Umgang mit dem Virus ein. „In den betroffenen Regionen stehen alle Akteure gerade unter großem Druck“, sagte er. „Natürlich sind noch nicht alle Abläufe eingespielt. Es dauert teilweise noch zu lange, bis Verdachtsfälle getestet werden.“ Aber: „Wir analysieren die Lage laufend und stellen auftretende Probleme so schnell wie möglich ab.“ Beschäftigte im Gesundheitswesen sollten sich melden, wenn es Probleme gebe. „Sie sind auch diejenigen, die Schutzkleidung und Desinfektionsmittel für ihre Arbeit brauchen – alle anderen brauchen dies im Alltag nicht.“



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1 Kommentar

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von Christian Timme am 05.03.2020 um 1:47 Uhr

Regierungserklährung von Jens Spahn vor leeren Rängen, Vertretetung kann man auch durch Abwesenheit zeigen ... hoffen wir ... das es "nur" Ignoranz war ... und der Bundestag bereits "Teamviewer" spielt und kauft ...

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