Apokix-Umfrage

Selbstmedikationsgeschäft wandert zunehmend zu den Versandapotheken

Berlin - 02.03.2020, 10:15 Uhr

Schniefende Nasen bescheren Apotheken ein sicheres Geschäft. (Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)

Schniefende Nasen bescheren Apotheken ein sicheres Geschäft. (Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)


Die Erkältungszeit hat für Apotheken eine große wirtschaftliche Bedeutung. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Apokix-Umfrage des Instituts für Handelsforschung Köln. Die Hälfte der befragten Apothekenleiter hat jedoch den Eindruck, dass das Selbstmedikationsgeschäft zunehmend zu den Versandapotheken wandert.

85 Prozent der für den Apothekenkonjunkturindex Apokix befragten rund 200 Apothekenleiterinnen und -leiter gaben im Monat Februar an, dass der Verkauf von OTC-Produkten zur Behandlung von Erkältungen eine hohe Bedeutung für den Ertrag der eigenen Apotheke hat. Rund zwei Drittel greifen das Thema „Erkältung“ daher auch aktiv in ihrer Apotheke auf und bewerben entsprechende Arzneimittel und sonstige Therapiemöglichkeiten. Allerdings hat rund die Hälfte der Befragten den Eindruck, dass Erkältungspatienten ihre Arzneimittel zur Selbstmedikation zunehmend im Internet bestellen. Knapp jeder fünfte Umfrageteilnehmer gibt an, dass viele Patienten nur für die Beratung in die Apotheke kommen, ohne empfohlene Präparate zu kaufen.

Rx, OTC oder beides? 

Nach Einschätzung der Apokix-Teilnehmer kommen knapp 60 Prozent der Erkältungspatienten mit einem Rezept in die Apotheke. Dabei erwirbt jeder Vierte, der ein Rezept einlöst, zusätzlich rezeptfreie Medikamente. 42 Prozent der Erkältungspatienten möchten ihre Erkrankung allein im Rahmen der Selbstmedikation behandeln. 76 Prozent der Umfrageteilnehmer erklären, sie helfen Erkältungspatienten mit Selbstmedikationswunsch, indem sie ihnen wirksame verschreibungsfreie Arzneimittel verkaufen. 22 Prozent empfehlen eine nicht medikamentöse Therapie, 17 Prozent einen Arztbesuch.

Doch wie viel Geld geben die Erkältungspatienten für ihr Wohlergehen aus? Bei rund der Hälfte sind es 10 bis 15 Euro, bei einem guten Drittel 16 bis 20 Euro. Knapp jeder zehnte investiert maximal 10 Euro und nur 3,6 Prozent mehr als 20 Euro.



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