Merkblatt

Coronaviren: Das rät die ABDA den Apothekern

Stuttgart - 27.02.2020, 17:34 Uhr

Die Apotheker können sich derzeit vor Anfragen nach Schutzmasken und Desinfektionsmittel kaum retten. Die ABDA hat nun ein Merkblatt für Apotheker herausgegeben. (s / Foto: imago images / photothek)

Die Apotheker können sich derzeit vor Anfragen nach Schutzmasken und Desinfektionsmittel kaum retten. Die ABDA hat nun ein Merkblatt für Apotheker herausgegeben. (s / Foto: imago images / photothek)


Die Apotheker können sich derzeit vor Anfragen nach Schutzmasken und Desinfektionsmitteln kaum retten. Nachdem weitere Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) in Deutschland bekannt wurden, scheinen die Menschen panikartig alles aufzukaufen. Nun hat auch die ABDA ein Merkblatt für Apotheker herausgegeben, in dem sie über Verhaltensregeln und Maßnahmen informiert, mit denen man das Infektionsrisiko für sich selbst und auch andere vermindern kann.

Nach einem Treffen am gestrigen Mittwoch im Bundesgesundheitsministerium haben sich unter anderem Vertreter der Apothekerschaft bereit erklärt, für mehr Aufklärung in Sachen Coronavirus zu sorgen. Nachdem heute im Laufe des Tages bereits zahlreiche Apothekerkammern auf ihren Internetseiten Informationen für Apotheker zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) veröffentlicht haben – so verweist beispielsweise die Apothekerkammer Berlin auf die Informationen in PZ und DAZ –, informiert nun auch die ABDA die Apothekerschaft mit einem Merkblatt. Dieses gebe grundsätzliche Informationen über die durch SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung Coronavirus-19 Disease (COVID-19), über Verhaltensregeln und über Maßnahmen, mit denen man das Infektionsrisiko für sich selbst und auch andere vermindern kann, heißt es. Neben dem Übertragungsweg und den Symptomen erklärt die Standesvertretung, wie eine Ansteckung vermieden werden kann. Wie bei anderen Atemwegserkrankungen könne man durch einfache Hygienemaßnahmen das Risiko vermindern, sich oder andere anzustecken. Zu diesen Maßnahmen gehörten insbesondere Husten- und Nies-Etikette, Händehygiene und Abstand zu Erkrankten.

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Dann folgen konkrete Hinweise, wie das umzusetzen ist

  • Andere Menschen nicht anhusten oder anniesen.
  • Nicht in die Hand husten, sondern in ein Einmaltaschentuch, ggf. in den Ärmel an der Ellenbeuge.
  • Beim Husten größtmöglichen Abstand zu anderen halten und sich von seinem Gegenüber abwenden.
  • Einmaltaschentücher verwenden und diese möglichst sofort nach einmaliger Benutzung in dicht schließende Müllbehältern entsorgen.
  • Händekontakt vermeiden.
  • Berührung von Augen, Nase oder Mund vermeiden.
  • Zu Erkrankten Abstand halten (etwa 1 bis 2 Meter).
  • Die Hände oft und gründlich waschen, insbesondere nach Personenkontakt, Benutzung von Sanitäreinrichtungen oder vor dem Essen. Die Seife dazu 20 bis 30 Sekunden zwischen den Fingern verreiben, die Hände gründlich abspülen und sorgfältig abtrocknen. Stehen Waschgelegenheiten nicht zur Verfügung, können die Hände mit geeigneten alkoholischen Lösungen, Gels oder Tüchern desinfiziert werden.
  • Räume mehrmals täglich einige Minuten lüften. Dies verringert die Zahl der Krankheitserreger in der Luft und verhindert das Austrocknen der Schleimhäute. 
     


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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10 Kommentare

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von Anita Peter am 28.02.2020 um 6:19 Uhr

Mit den volldigitalisierten Versendern kann Corona ruhig kommen. Dazu noch die tollen Tipps unserer Stadesvertretung! Wir sind für alles gerüstet!

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AW: Standesvertretung, dass ich nicht lache

von Heidi Urmersbach am 01.03.2020 um 9:55 Uhr

Die interessiert das doch gar nicht!Geben uns vorgefertigte Informationen weiter, die eh jeder weiss!wir stehen ja nur in direktem Kontakt mit infizierten oder auch nicht infizierten und wir gehören zu eine besonders zu schützenden Gruppe!Wer soll denn die Bevölkerung versorgen, wenn nichts mehr geht, Liebe Herren da oben!eure vorsorgemassnahmen sind gar nicht mehr durchführbar!Wie heisst Plan B? Keiner weiss es und genau das ist der Punkt!ich sage in dieser Situation nur, dass hier wieder jeder allein da steht und sehen muss wie er klar kommt!sehr traurig!

Biozidverordnung

von Meusel am 28.02.2020 um 1:36 Uhr

Sollte ein krimineller Kollege auf die Idee kommen, Isopropanol auf 70% zu verdünnen und zu verkaufen sei hier nochmal auf die strategisch-weitsichtige Biozidverordnung verwiesen...
Hallo Überwachungsbehörden! Schickt die Büttel los (maskiert), es gibt fette Beute!

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Biozidverordnung

von AM am 28.02.2020 um 16:10 Uhr

1. An Rohstoff ist eh nichts mehr zu bekommen - weder Ethanol noch Isopropanol.

2. Der Weltpharmazie-Verband hat zwei Rezepturen empfohlen. Natürlich sind diese, wenn man es ganz genau nimmt, nicht mit deutschem Recht vereinbar, aber mal ganz ehrlich: Wen interessiert das in dieser Situation wirklich?

Als ob Apotheker damit den riesen Reibach wittern... Die wollen den Menschen zumindest die "gefühlte" Sicherheit geben.

Wir haben jetzt einige Flaschen hergestellt & werden diese an Patienten, die verzweifelt nach wirksamen (!) Mitteln fragen, abgeben!

Vorräte überprüfen

von Lars Janzen am 27.02.2020 um 22:00 Uhr

Nirgendwo bekommt man noch Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel, und unsere Standesvertretung rät uns, deren Vorräte in der Apotheke zu überprüfen... Da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll! Mit dieser Empfehlung hat uns die ABDA Mal wieder einen riesigen Informationsvorsprung verschafft...
Im Ernst: Diese Äußerung zeigt doch einmal mehr, wie weit man in der Berliner Heidestraße von der Apothekewirklichkeit entfernt ist. Mein Vorschlag: Jede/r ABDA-Mitarbeiter/in muss ab sofort einen Tag die Woche in einer Apotheke vor Ort mitarbeiten!

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AW: Vorräte überprüfen

von Renate Kaiser am 28.02.2020 um 10:38 Uhr

Man könnte auch Industriemasken, z.B. bei Lackierungen nutzen. Sind bestimmt effektiver als die dünnen Papiermasken.

Eigenschutz

von Birgit Möllenkamp am 27.02.2020 um 20:37 Uhr

Alle in meinen Buden noch verfügbaren Bestände an Masken und Desinfektionsmitteln sind inzwischen vorsorglich für unseren Eigenbedarf, sprich Eigenschutz, reserviert. Man erinnere sich an die Schweinegrippe-Pandemie-Pläne, nach denen wir im Krisenfall zum Dauerdienst hätten verpflichtet werden können. Ich hoffe natürlich für uns alle, dass auch diesmal dieser Krug an uns vorüber geht, aber im Notfall möchte ich für meine Mitarbeiterinnen und mich wenigstens ein Mindestmaß an Schutz gewährleisten.
Ach ja, und wenn wir alle Corona-Fragen unserer Kunden beantwortet haben, schreiben wir bestimmt einen Prozess fürs QMS..... über die Mangelverwaltung bei Desinfektionsmitteln, Schutzmasken und -kleidung...... und vielleicht auch bestimmten Packungsgrößen o. Darreichungsformen bei Ibu und Novaminsulfon usw. Wir sind ja so gut aufgestellt in Deutschland gegen Corona!


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Und das wo doch alles bekannt ist seit 2013

von Daniel thiems am 27.02.2020 um 20:10 Uhr

Ich dachte das geht laut Spahn alles online heute? Gibt es strategische Reserve?ganz interessant: Mal lesen ab Seite 55: https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf

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Die ABDA rät

von Rita Längert am 27.02.2020 um 19:11 Uhr

Danke für diese Informationen:-). Besonders erheiternd finde ich den Satz " es empfiehlt sich die Vorräte an Desinfektionsmitteln zu überprüfen". Wäre von alleine niemals auf diese grandiose Idee gekommen!!!!
Am Montag habe ich wegen der erhöhten Nachfragen einen Halbjahresbedarf (zu normalen Zeiten) bestellt, seit heute Mittag sind wir ausverkauft und Nachschub ist nicht in Sicht!
Aber als gewissenhafte Apothekerin habe ich natürlich auf Weisung der ABDA meine Desinfektionsmittel-Vorräte überprüft und vorsichtshalber auch dokumentiert (null, niente, nothing), man weiß ja nie. Ironie aus.

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Erde...

von Thorsten Dunckel am 27.02.2020 um 18:35 Uhr

...an Wolkenkuckucksheim (ABDA). Tolle Info zu Desinfektionsmitteln, aber nix mehr zu bekommen. Vieleicht erst mal schlau machen Ihr Sesselfurzer!!!

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