Streit um Konditionen

Werden die Bluefish-Präparate knapp?

Stuttgart - 19.02.2020, 17:45 Uhr

Wichtiger Rabattpartner: Versicherte der Barmer, mehrerer BKKen, der DAK, der IKK, der KKH und der TK erhalten derzeit  Alendronsäure unter anderem von Bluefish.( t / Foto: Bluefish-Pharma)

Wichtiger Rabattpartner: Versicherte der Barmer, mehrerer BKKen, der DAK, der IKK, der KKH und der TK erhalten derzeit  Alendronsäure unter anderem von Bluefish.( t / Foto: Bluefish-Pharma)


Die schwedische Firma Bluefish-Pharma ist derzeit Rabattpartner vieler Kassen. Verträge gibt es unter anderem für Alendronsäure, Finasterid, Sumatriptan und Venlafaxin. Nun gibt es aber offensichtlich Ärger um die Einkaufskonditionen des Großhandels. Die Gehe hat ihren Kunden bereits mitgeteilt, von dem Unternehmen aktuell nicht beliefert zu werden und dass die Bestände sich ihrem Ende zuneigten.

Die Bluefish Pharma GmbH vertreibt seit 2009 Arzneimittel in Deutschland. Dem schwedischen Unternehmen haben vor allen die Rabattverträge geholfen, im hiesigen Markt Fuß zu fassen. „Unser Unternehmen wurde strukturell auf das System der Rabattverträge zugeschnitten“, erklärte die Geschäftsführerin von Bluefish Pharma, Daniela Stoppel, vor einigen Jahren gegenüber DAZ.online. Sie bejahte damals ganz klar die Frage, ob die Rabattverträge der Firma geholfen haben, sich hier einen Namen zu machen.

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„Oberstes Ziel: eine Verschlechterung der Einkaufsbedingungen zu verhindern – im Sinne der Kunden“ 

Auch aktuell ist Bluefish Vertragspartner vieler Kassen. So erhalten der derzeit zum Beispiel Versicherte der Barmer, mehrerer BKKen, der DAK, der IKK, der KKH und der TK Alendronsäure unter anderem von Bluefish. Für AOK-Versicherte liefert die Firma Simvastatin, für die der KKH und TK Finasterid. Außerdem hat Bluefish unter anderem Verträge über Brimonidin, Bupropion, Donezepil, Ondansetron, Sumatriptan, Valaciclovir sowie Venlafaxin. Ab April kommen weitere Verträge dazu – und zwar exklusive Vereinbarungen mit der AOK über Bicalutamid, Bupropion, Brimonidin, Risedronat. Kurzum ein relevanter Hersteller. 

Doch aktuell gibt es Ärger. So teilte die Gehe kürzlich ihren Kunden mit, dass der Hersteller Bluefish die Gehe aktuell nicht beliefere. Ein Unternehmenssprecher hat das gegenüber DAZ.online bestätigt. „Der Grund dafür ist, dass Bluefish einseitig anstrebt, zu ihren Gunsten Einkaufskonditionen verschlechtern zu wollen“, erklärt er. „Im Sinne unserer Kunden ist es unser oberstes Ziel, eine Verschlechterung der Einkaufsbedingungen zu verhindern, da sich diese auch auf die Konditionen zwischen Gehe und Apotheke auswirken würde. Deshalb akzeptieren wir die schlechteren Einkaufsbedingungen von Bluefish nicht und setzten alles daran, kurzfristig mit Bluefish eine Einigung zu erzielen“, heißt es aus dem Hause Gehe. 



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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2 Kommentare

Bluefish

von Dr. Martin Beck am 20.02.2020 um 19:02 Uhr

Nett, dass GH und Apotheken der armen Firma helfen dürfen, ihre Dumpingpreise zu finanzieren!

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Es geht einfach immer weiter

von ratatosk am 19.02.2020 um 18:26 Uhr

Billig , billig, bis es platzt, aber wer wäre so naiv, von Kassen oder Politik Einsehen zu erwarten.
Wir reden hier aber ja von Centbeträgen, aber es zählt nur billig nicht günstig und zuverlässig. Das Desaster des öffentlichen Bauens lässt grüßen !

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