Kooperation Noventi/Zava (DrEd)

Mehrheit der DAZ.online-Leser freut sich über Zava-Rezepte in den Apotheken

Berlin - 18.02.2020, 07:00 Uhr

Die ersten Auswirkungen der neuen Kooperation sind schon zu spüren: In einigen Social-Media-Kanälen tauschen sich die Apotheker über die ersten Zava-Rezepte in den Apotheken aus. (Foto: imago images/Peters)

Die ersten Auswirkungen der neuen Kooperation sind schon zu spüren: In einigen Social-Media-Kanälen tauschen sich die Apotheker über die ersten Zava-Rezepte in den Apotheken aus. (Foto: imago images/Peters)


Über die Noventi-Vorbestellplattform „Call my Apo“ ist es Patienten der Online-Arztpraxis Zava (ehemals DrEd) jetzt möglich, Rezepte an Vor-Ort-Apotheken weiterzuleiten. Vorher gingen Zava-Rezepte ausschließlich an EU-Versender. Allerdings ist das Versorgungsmodell des britischen Unternehmens umstritten. Eine Umfrage zeigt, dass die große Mehrheit der Leserinnen und Leser von DAZ.online froh ist, dass sich die Zava-Patienten nun auch in Vor-Ort-Apotheken beraten lassen können.

Der apothekereigene Dienstleistungskonzern Noventi hat kürzlich für Schlagzeilen gesorgt, weil er eine Kooperation mit der britischen Online-Arztpraxis Zava verkündet hatte. Zava ist das Nachfolge-Unternehmen von DrEd. Erst kürzlich hat eine Lokalredakteurin nach einer Testberatung erneut auf die Kritik an dem Versorgungsmodell hingewiesen: Demnach müssen die Patienten einen Fragebogen ausfüllen. Im Falle der testenden Redakteurin der „Neuen Westfälischen“ war es der Patientin sogar möglich, sich selbst ein Arzneimittel aus einer Liste von etwa 50 hormonellen Kontrazeptiva auszusuchen.

Bislang wanderten die Rezepte von Zava ausschließlich an EU-Versender, weil der Bundestag 2016 verboten hatte, dass Apotheker solche Rezepte beliefern. Nun ist diese Regelung, das Fernverordnungsverbot, allerdings gekippt worden – somit ist der Markt der Vor-Ort-Apotheken offen für Zava. Der Dienstleistungskonzern Noventi erlaubt den Briten nun einen Zugriff auf das etwa 5000 Apotheken starke Call my Apo-Netzwerk.

72 Prozent befürworten die Kooperation

DAZ.online wollte von seinen Leserinnen und Lesern wissen, wie sie diese neue Kooperation bewerten. Ist der apothekereigene Konzern zu weit gegangen, weil eine Kooperation mit Zava aus versorgungsethischen Gründen vermieden werden sollte? Oder überwiegt die Zufriedenheit, weil die Online-Patienten nun die Möglichkeit auf eine Vor-Ort-Beratung haben und die Rezepte in den Apotheken landen? An der nicht-repräsentativen Umfrage nahmen zwischen dem 12. Februar und dem 17. Februar (Stand: 16:30 Uhr) 635 Leserinnen und Leser teil.

Das Ergebnis ist eindeutig: Etwas mehr als 72 Prozent der Befragten (459 Stimmen) freuen sich darüber, dass die Zava-Patienten nun in der Apotheke beraten werden und die Rezepte nicht mehr ausschließlich bei einem EU-Versender landen. Nur 116 Befragte (18,3 Prozent) gaben an, dass die Noventi eine deutliche Grenze überschritten habe, weil gute Versorgung anders aussehe. Etwas mehr als 9 Prozent der Umfrageteilnehmer/-innen konnten sich noch gar kein Bild machen und gaben daher an, noch keine Meinung dazu zu haben.

Die ersten Auswirkungen der neuen Kooperation sind allerdings schon zu spüren: In einigen Social-Media-Kanälen tauschen sich die Apotheker bereits über die ersten Zava-Rezepte in den Apotheken aus.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Ein gutes Argument mehr ... Apotheken können auch anders ...

von Christian Timme am 18.02.2020 um 8:34 Uhr

Apothekereigene Unternehmen nehmen die Zukunft selbst in die Hand ... es wurde Zeit sich aus der Rolle des „ ewigen Verlierers“ zu lösen ... und die Einbahnstraße der Standespolitik zu verlassen.

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