Offener Brief

Adexa macht sich für Rx-Versandverbot stark

Berlin - 06.02.2020, 11:30 Uhr

Andreas May und Tanja Kratt fehlt jedes Verständnis dafür, wie sich Minister Spahn über den Koalitionsvertrag hinwegsetzt. (Foto: Adexa)

Andreas May und Tanja Kratt fehlt jedes Verständnis dafür, wie sich Minister Spahn über den Koalitionsvertrag hinwegsetzt. (Foto: Adexa)


Der Vorstand Apothekengewerkschaft Adexa wendet sich mit einem offenen Brief an Gesundheitspolitiker in Bund und Ländern. Der dringende Appell: Sie sollen sich für eine „vollständige und zeitnahe Wiederherstellung der Gleichpreisigkeit“ für verschreibungspflichtige Arzneimittel einsetzen – und zwar im Sinne des Koalitionsvertrags: mit einem Rx-Versandverbot.

Nach wie vor ist ungewiss, was aus der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geplanten Verankerung der Rx-Preisbindung im Sozialrecht wird. Wie wird sich die EU-Kommission zu der im Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz vorgesehenen Regelung verhalten? Das Bundesgesundheitsministerium arbeite daran, die Kommission von dem Gesetzentwurf zu überzeugen, heißt es aus dem Hause Spahns. Vergangene Woche Freitag hatte sich Spahn mit EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton getroffen. Doch abschließen konnte man die Gespräche offensichtlich noch nicht.

Indessen hat bekanntlich der Pharmaziestudent Benedikt Bühler das Rx-Versandverbot wieder als Thema in den Bundestag eingebracht – ohne jegliche Unterstützung der ABDA. Auch die Apothekengewerkschaft Adexa hat das Versandverbot noch nicht aufgegeben. Ihre Vorstände Andreas May und Tanja Kratt haben nun einen offenen Brief verfasst. Gerichtet ist er vor allem an die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, an die Bundestagsfraktionen sowie die Gesundheitsminister der Länder.

Erinnerung an den Koalitionsvertrag

Zur Einleitung zitieren May und Kratt die Passage zum Rx-Versandverbot im Koalitionsvertrag von Union und SPD: „Um die Apotheken vor Ort zu stärken, setzen wir uns für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ein.“ Sodann bitten sie die Politik im Namen der rund 144.000 Angestellten in öffentlichen Apotheken sowie des Berufsnachwuchses: „Setzen Sie sich für die vollständige und zeitnahe Wiederherstellung der Gleichpreisigkeit bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ein. Und zwar so, wie es im Koalitionsvertrag beschrieben ist: mit einem Verbot des Rx-Versandhandels.“

Weiter heißt es im Brief:


Immer wieder stellen wir mit Sorgfestdass Bundesgesundheitsminister  Spahdieses Ziel des Koalitionsvertrages nichumsetzen will. Stattdessen propagiert er eine ‚90-prozentigGleichpreisigkeit, die weder logisch, gerecht noch gerichtsfest ist. Als Argument gegen das Rx-Versandverbohrt er ein Veto anderer Ministerien (BMJBMWi) an, obwohl auch diese Häuser sich dem Koalitionsvertrag verpflichtet hlen müssten. EinPetitiomit über 400.00Unterzeichnern wird voMinister Spahn inhaltlich komplett ignoriert – angestoßen wohlgemerkt voeineVertreter des apothekerlichen Berufsnachwuchses (!) unMitglied seiner eigener  Parteijugend.“

Offener Brief des Adexa-Vorstandes vom 5. Februar 2020




Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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3 Kommentare

Job von den Arbeitgebern

von pi mal x am 07.02.2020 um 14:56 Uhr

ja wo sind wir jetzt. Die Arbeitnehmervertreter müssen ihren Chefs die Buden retten!! Toll, danke liebe Adexa, hierfür meine vollste Zustimmung! bitte schreiben Sie auch an den Abda Vorstand mit der dringenden Empfehlung, den HUT zu nehmen. Studenten und Angestellte haben heutzutage mehr Weitblick als die "gewählten" Aufgabenträger. Chapeau

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AW: Job von den Arbeitgebern

von Erich Pfister am 11.02.2020 um 20:52 Uhr

Geld an ADEXA statt an ABDA!
Nach 35 Jahren braver Kammerbeitragszahlung als Apothekeninhaber (und somit zwangsweiser Mitfinanzierung unserer ABDA) frage ich mich schon, ob es nicht Sinn machen würde, die Zahlung der Kammerbeiträge (und somit indirekt die Finanzierung der ABDA) z.B. zu halbieren - und das eingesparte Geld der ADEXA bzw. Ihren Mitgliedern über höhere Tarifgehälter zukommen zu lassen.
Wenn die Angestellten-Vertretung den Job unserer Hosensch....er-ABDA macht, wäre es nur konsequent, diese Arbeit zu honorieren und im Gegenzug bei unseren Arbeitsverweigerern, Zauderern und Zögerern das Geld einzusparen!
Mit welchem Recht verschläft die ABDA unsere Beiträge? Wieso verabschiedet sich Herr Friedemann Schmidt erst zum Jahresende und nicht zum Quartalsende?
Fragen über Fragen........ß

Adexa

von Roland Mückschel am 06.02.2020 um 12:22 Uhr

Gut!

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