Pharmazeutischer Großhandel

André Blümel ist neuer Phagro-Vorsitzender

Berlin - 03.02.2020, 16:30 Uhr

André Blümel ist am heutigen Montag zum neuen Phagro-Vorsizenden gewählt worden. (Foto: Gehe)

André Blümel ist am heutigen Montag zum neuen Phagro-Vorsizenden gewählt worden. (Foto: Gehe)


Die Mitgliederversammlung des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels e. V. (Phagro) hat am heutigen Montag André Blümel zum neuen Verbandsvorsitzenden und Mitglied des Gesamtvorstandes und des Geschäftsführenden Vorstandes gewählt. Der frühere Gehe-Chef folgt Dr. Thomas Trümper, der den Phagro-Vorsitz im vergangenen Herbst aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte.

Ende September hatte der langjährige Phagro-Vorsitzende Dr. Thomas Trümper angekündigt, sein Amt als Verbandsvorsitzender sowie sein Mandat im Gesamtvorstand niederzulegen. Bei der nächsten Mitgliederversammlung Anfang Dezember bat man daraufhin André Blümel, für die vakanten Posten zu kandidieren. Blümel war bis Oktober 2017 Vorsitzender der Geschäftsführung der Gehe Pharmahandel GmbH und Mitglied des Gesamtvorstandes des Phagro. Dafür, dass er auch ohne einen Posten im Großhandel den Phagro-Vorsitz übernehmen kann, sollten im Verband noch die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden.

Am heutigen Montag war es dann soweit: Blümel kandidierte und die Mitgliederversammlung wählte ihn. Wie der Phagro in einer Pressemitteilung wissen lässt, dankte Blümel der Mitgliederversammlung für das einstimmige Votum und das Vertrauen. Er bekräftigte, dass er sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen für die Interessen der Unternehmen des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels einsetzen werde, die in Deutschland die kontinuierliche und bedarfsgerechte Arzneimittelversorgung sicherstellen.

Herausforderung Engpass-Bekämpfung 

Blümel: „Die vollversorgenden pharmazeutischen Großhandlungen haben den Anspruch, in Zeiten großer gesundheitspolitischer Herausforderungen die Qualität der Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln aufrecht zu erhalten und trotz erheblichen Kostendrucks mit innovativen Lösungen und Angeboten die Arzneimittelversorgung der Zukunft sicher und bedarfsgerecht zu gestalten. Dazu zählen Themen wie Transparenz, Nachhaltigkeit, Effizienz und Digitalisierung“.

Für Blümel und den Phagro von entscheidender Bedeutung ist aktuell die Bekämpfung der Arzneimittellieferengpässe. „Hierzu müssen sinnvolle Maßnahmen ergriffen werden, die an den tatsächlichen Ursachen ansetzen“, so Blümel. Der vollversorgende pharmazeutische Großhandel sei bereit, über Meldungen von Bestands- und Absatzdaten dazu beizutragen. Um ein wirksames Frühwarnsystem zu etablieren, müssten aber alle Akteure der Arzneimittellieferkette eingebunden und gleichermaßen verpflichtet werden. „Nur so kann eine lückenlose und valide Datenbasis zur Einschätzung der Versorgungslage geschaffen werden“, so der neue Phagro-Chef.

Er machte auch deutlich, dass er nichts von einer vertieften Lagerhaltung von Arzneimitteln hält. Solche Maßnahmen führten ins Leere, da die Erfahrung zeige, dass sowohl bereits bei drohenden als auch bei bestehenden versorgungsrelevanten Lieferengpässen die relevanten Arzneimittel kaum oder nicht mehr verfügbar sind. „Die Bevorratung mit Arzneimitteln, für die es weder einen Bedarf noch einen Lieferengpass gibt, führt zu unverhältnismäßig hohen Belastungen auf der Großhandelsebene und ist versorgungspolitisch und wirtschaftlich widersinnig“, so Blümel.

Blümel appelliert damit an die Regierungsfraktionen, die derzeit noch an ihrem Änderungsantrag zum Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz feilen, der sich mit der Bekämpfung von Engpässen befasst. Künftig soll es mehr Befugnisse der Bundesoberbehörden geben – sie sollen unter anderem auch Anordnungen zur Lagerhaltung treffen können. Gerade die SPD will aber auch ein kontinuierliches Monitoring über die Bestände versorgungskritischer Wirkstoffe etablieren.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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