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DocMorris-Apothekenplattform – würden Sie mitmachen?

31.01.2020, 07:00 Uhr

Würden Sie Arzneimittel auf einer Plattform anbieten, hinter der DocMorris steht? (s / Foto: imago images / MiS)

Würden Sie Arzneimittel auf einer Plattform anbieten, hinter der DocMorris steht? (s / Foto: imago images / MiS)


Der niederländische Versandkonzern DocMorris plant, in Deutschland eine eigene Vorbestellplattform für Apothekenprodukte zu schaffen. Dabei will der Versender auch mit Vor-Ort-Apotheken kooperieren, die der Patient dann als Lieferant für sein bestelltes Arzneimittel auswählen kann. Wir wollen von unseren Lesern wissen, ob sie sich an einem entsprechenden Modell beteiligen würden.

In Spanien kann man bereits einen Eindruck davon bekommen, was DocMorris in Deutschland vorhat. Dort hat der Mutterkonzern Zur Rose 2018 die E-Commerce-Plattform „Promofarma“, übernommen. Die 2012 gegründete Firma hat ihren Sitz in Barcelona und hat sich auf den Verkauf von „apothekenüblichen Produkten“ aus den Bereichen Gesundheit, Kosmetik und Körperpflege spezialisiert. Promofarma ist allerdings mitnichten eine Apotheke, sondern ein IT-Unternehmen, das eine Bestell-Plattform entworfen hat. Auf dieser Plattform werden Käufer mit Verkäufern gewissermaßen zusammengeführt, vergleichbar mit Amazons Market Place. Die Verkäufer sind fast ausschließlich Vor-Ort-Apotheken. Die können selbst entscheiden, welche Ware sie über die Plattform anbieten wollen – wobei der Rx-Versand in Spanien strikt untersagt ist. Schließlich kann sich der Käufer dann entscheiden, ob er das Arzneimittel aus einer der teilnehmenden Apotheken abholt oder nach Hause geliefert bekommt. 

Inzwischen sind mehrere hundert Apotheken an das Netzwerk angebunden. DocMorris-Chef Heinrich hatte bereits vor einer Weile angekündigt, dass ein solches Modell auch in Deutschland denkbar wäre. Nun wird die Sache konkret. Der niederländische Versandkonzern DocMorris will in den kommenden Monaten eine eigene Vorbestellplattform für Apothekenprodukte schaffen. Laut einer Pressemitteilung soll „in den kommenden Monaten“ ein neuer „Marktplatz“ aufgebaut werden. Wann genau die Plattform ans Netz gehen soll, wird nicht erwähnt. Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres sollen Experten der  Promofarma in den Aufbau der Plattform involviert werden. Wie schon bei der E-Rezept-Kooperation mit den westfälisch-lippischen Hausärzten will DocMorris auch bei der Plattform mit Vor-Ort-Apothekern zusammenarbeiten.

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Doch wollen die Apotheker das auch? Das Gegenargument liegt auf der Hand: Dahinter steckt DocMorris. Doch für den einen oder anderen könnte anderes schwerer wiegen, zum Beispiel dass man darüber immerhin die Chance habe, die Menschen in die eigene Apotheke zu bekommen.Wir wollen von unseren Lesern wissen, wie sie das sehen.

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Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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4 Kommentare

DocMorris Plattform - mitmachen?

von Mellis am 05.02.2020 um 12:08 Uhr

Irgendwann ist der digitale Drops gelutscht: Die Goldgräberstimmung verpufft und es wird nur (noch) eine (wirklich) GROSSE Plattform geben. Wie die dann heisst und wer sie betreibt ist (fast) egal. Geld wird sie generieren (müssen) - von wem auch immer. Der Kunde wird die Plattform nutzen, aber (vermeintlich) nicht bezahlen wollen. Also werden alle Anbieter zur Kasse gebeten werden...
Wer im Markt bleiben will, der muss mit Abzug für den Plattformanbieter kalkulieren, oder halt selbst Plattformbetreiber der größten Plattform werden - was auch DM scheinbar versuchen will...

Ich fände es sinnvoll, wenn wir Apotheker/innen endlich gemeinsam an die Plattform-Aufgabe gingen und uns die fälligen Gebühren in die eigene Tasche (Genossenschaft?) wirtschaften würden. So wäre derzeit jedes Nachdenken über andere 'Kooperationen' kontraproduktiv.

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Oh wie recht hatte Orwell

von Moritz Müller am 05.02.2020 um 8:38 Uhr

Ist Spahnien auch schon aus der EU ausgetreten? Oder warum dürfen die den RX-Versand verbieten? Oder gilt das nur nicht für Katalonien?

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Plattformpreis killt Apothekenpreis ... "Mach auf die Tūr" ... Strategische Übernahme durch die Hintertür ...

von Christian Timme am 31.01.2020 um 7:53 Uhr

Neben der Identitätsaufgabe der Vor Ort Apotheke wird DocMo die Ausgestaltung der Kommunikation bereits Mittelfristig zugunsten der eigenen Unternehmensziele gestalten. Gewinnoriente Ausrichtung garantiert den gewünschten Cashback über die zukünftigen ""EUROPA-APOTHEKE". FINGER WEG!

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ohne jedes Rückgrat

von Karl Friedrich Müller am 31.01.2020 um 7:42 Uhr

warum kommen die Leute nicht gleich in die Apotheke, wozu einen Umweg über eine Platform?
Was für Abhängigkeiten werden da geschaffen, weil die Leute zu doof oder bequem sind?
Was heißt Selbstständigkeit? Dass ich den Leo für einen Konzern spiele? Der noch alles dafür tut, die Existenzgrundlagen der Apotheken restlos zu vernichten und sich dann noch als " Retter" aufspielt?
Wo ist der aufrechte Gang? Muss ich dem Konzern im Gegenteil noch hinten reinkriechen?
Umsatz um jeden Preis? Auch wenn nichts dabbei rausspringt? Letzeres sind wir ja gewöhnt.
GAGA
ich fasse es nicht

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