Plakate und Handzettel

ABDA antwortet mit eigenen Postern auf DocMorris' E-Rezept-Kampagne

Berlin - 23.01.2020, 11:55 Uhr

Das neue Plakat der ABDA soll Verbraucher auf die Rolle der Apotheker beim Thema E-Rezept hinweisen. (m / Foto: ABDA)

Das neue Plakat der ABDA soll Verbraucher auf die Rolle der Apotheker beim Thema E-Rezept hinweisen. (m / Foto: ABDA)


An Deutschlands Hauptbahnhöfen, Flughäfen und auch in den Innenstädten kommt man an DocMorris derzeit nicht vorbei: Überall wirbt der niederländische Versandkonzern mit dem Slogan „Das E-Rezept kommt“. Die ABDA-Mitglieder wollten sich das nicht länger gefallen lassen und haben die ABDA im Dezember damit beauftragt, ebenfalls ein Motiv zum Thema E-Rezept zu entwerfen. Nun hat die ABDA geliefert und legt den Kammern und Verbänden ein Poster sowie einen Handzettel vor.

Obwohl es das E-Rezept derzeit nur in regional begrenzten Pilotprojekten gibt, kämpfen die verschiedenen Interessengruppen im Apothekenmarkt jetzt schon darum, wer die Meinungshoheit bei dem Thema übernimmt. Die Versandhändler pokern darauf, dass es später einmal viele unterschiedliche Übermittlungswege für die digitalen Verordnungen geben wird und der Patient dann selbst entscheidet, welche App er nutzt, um sein E-Rezept weiterzuleiten. Umso wichtiger ist es für sie, jetzt schon darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich auf das E-Rezept vorbereiten und für die Patienten Lösungen parat haben. Und so liest man auf den deutschlandweit bekannten Postern von DocMorris derzeit Claims wie etwa: „Der bequemste Weg vom Arzt zur Apotheke – Das E-Rezept kommt“.

DocMorris-Werbung in Stuttgart (Foto: privat)

Auftrag der ABDA-Mitgliederversammlung

Die ABDA ist mit dem Thema E-Rezept bislang sehr defensiv umgegangen. Dem Vernehmen nach hat das zwei zentrale Gründe: Erstens wollte man den Bürgern nichts versprechen, was noch gar nicht da ist. Es gibt noch gar kein flächendeckendes E-Rezept und es gibt auch keinen festen Termin, ab dem digitale Verordnungen in Deutschland angewendet werden können. Zweitens wirbt die ABDA bei der Politik vehement dafür, dass es ohnehin keinen Wettbewerb beim Übermittlungsweg geben dürfe. Ginge es nach der ABDA, würde die vom Deutschen Apothekerverband entworfene App als Standardweg für die Rezeptübermittlung dienen – schließlich ist sie diskriminierungsfrei und kann auch für (EU)-Versender verwendet werden.

Doch insbesondere in den Kammern und Verbänden hat die aggressive DocMorris-Kampagne in den vergangenen Wochen für Unruhe gesorgt. Die Apotheker wollten es sich nicht länger mit anschauen, dass die Verbraucher das E-Rezept schon jetzt mit den grün-weißen Konzernfarben der Niederländer assoziieren. Und so hat die ABDA-Mitgliederversammlung im Dezember 2019 die ABDA-Kommunikation gebeten, ein Plakat zu erarbeiten, dass sowohl die Apotheker als auch die Patienten über die Rolle der Apotheker beim E-Rezept informiert.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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2 Kommentare

Mimikry

von Reinhard Rodiger am 23.01.2020 um 19:01 Uhr

Schön, dass überhaupt etwas geschieht, weniger schön ist es ab zu schreiben.Die Mitgliederversammlung muss tätig werden, um Handlung zu erzeugen, die überfällig ist. Querauftrag an die Kommunikationsabteilung. Ergebnis: Kopie der Konkurrenz. Mimikry ist kein Konzept.VorOrt gegen Zuhause?
Die ABDA sprach von einem Standard. Ist der gekippt?

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ABDA Kampagne

von Roland Mückschel am 23.01.2020 um 17:44 Uhr

Diese Kampagne ist so enervierend wie Fusspilz.
Bitte etwas viver.

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