Nach Aufdeckung von Sicherheitslücken

Ausgabe der Institutionsausweise für die TI soll weitergehen

Stuttgart - 14.01.2020, 10:15 Uhr

Laut einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sollen zumindest die Praxisausweise bald wieder bestellt und ausgegeben werden können. ( r / Foto: Screenshot Medisign.de)

Laut einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sollen zumindest die Praxisausweise bald wieder bestellt und ausgegeben werden können. ( r / Foto: Screenshot Medisign.de)


Im Dezember war die Ausgabe der Praxisausweise (SMC-B) und Heilberufsausweise für Ärzte gestoppt worden. Hintergrund waren Sicherheitslücken im Bestellprozess, die IT-Experten des CCC aufgedeckt hatten. Nun ist die Gematik gemeinsam mit den Kartenherstellern dabei, die Mängel zu analysieren und zu beheben. Laut einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sollen zumindest die Praxisausweise bald wieder bestellt und ausgegeben werden können.

Auf den Seiten des qualifizierten Vertrauensdiensteanbieters Medisign und der Bundesdruckerei war seit Ende Dezember folgende Botschaft zu lesen: „Derzeit keine SMC-B- und eHBA-Bestellungen möglich: Bitte beachten Sie, dass der Bestell- und Lieferprozess für Praxis- bzw. Institutionsausweise (SMC-B) und elektronische Heilberufsausweise (eHBA) in Absprache mit der Bundesnetzagentur und der Gematik GmbH derzeit leider nicht zur Verfügung steht. Sobald eine neue Sachlage vorliegt, informieren wir Sie umgehend und bitten bis dahin um Ihr Verständnis!“ 

Die Gematik hatte die Ausgabe der Karten nämlich gestoppt, nachdem der Chaos Computer Club (CCC) große Sicherheitslücken im Bestellprozess sowohl der Arzt- als auch der Praxisausweise entdeckt hatte. Die IT-Experten konnten sich die für den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) relevanten Karten – einen Arztausweis (HBA), einen Praxisausweis (SMC-B) und auch eine elektronische Gesundheitskarte – jeweils über einen Dritten bestellen und die Bestellung an eine Wunschadresse liefern lassen – unter anderem an eine Käsetheke.

KBV hatte auf eine kurzfristige Lösung gedrängt

Doch nun ist die Botschaft über den Ausgabestopp von den Webseiten von Medisign und der Bundesdruckerei wieder verschwunden. Die KBV hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die Gematik gemeinsam mit den Herstellern der Karten dabei ist, Mängel bei der Kartenausgabe zu analysieren und zu beheben. Ziel sei es, den Ausgabestopp so schnell wie möglich aufzuheben. In Kürze könnten Praxisausweise zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur wieder bestellt und ausgegeben werden. Die KBV hatte nach eigener Aussage auf eine kurzfristige Lösung gedrängt. „Die Praxen müssen ihre SMC-B-Karten so schnell wie möglich erhalten, denn ohne diese können sie nicht an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

Nun scheint die Bestellung der SMC-B wieder möglich zu sein. Die Ausgabe von elektronischen Heilberufsausweisen (eHBA) ruht allerdings weiterhin. Laut der Apobank-Tochter Medisign soll er jedoch bald wieder verfügbar sein. Im Rahmen der Kartenbeantragung werden dann zwei Verfahren zur Identitätsfeststellung der Antragsteller, zu der jeder Kartenanbieter gesetzlich verpflichtet ist, vorerst nicht zur Verfügung stehen: das KammerIdent- und das BankIdent-Verfahren, also die beiden Verfahren, die sich als unsicher erwiesen hatten.

Auch die Bestellung der Institutionsausweise für Apotheker scheint wieder möglich zu sein. Hier läuft die Ausgabe der Ausweise erst an. Um bei einem der Anbieter die Karte bestellen zu können, benötigt man aber in der Regel erst eine Vorgangsnummer der zuständigen Apothekerkammer. Direktbestellungen ohne vorherigen Antrag bei der Kammer sind nicht möglich.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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