Forschung für die Praxis

Auf der Suche nach einem Mittel gegen Kater

Berlin/Stuttgart - 30.12.2019, 13:05 Uhr

Ein Kater nach zu viel Alkoholkonsum ist eine Krankheit. So sieht es das Oberlandesgericht Frankfurt am Main und hat deshalb die Werbung für Nahrungsergänzungsmittel, die gegen einen solchen Kater wirken sollen, für unzulässig befunden. (m / Foto: Michael Traitov / stock.adobe.com)

Ein Kater nach zu viel Alkoholkonsum ist eine Krankheit. So sieht es das Oberlandesgericht Frankfurt am Main und hat deshalb die Werbung für Nahrungsergänzungsmittel, die gegen einen solchen Kater wirken sollen, für unzulässig befunden. (m / Foto: Michael Traitov / stock.adobe.com)


Ausgelassene Stimmung, Böller und Feuerwerk gehören zum Jahreswechsel genauso wie das Gläschen Sekt. Wenn es aber mehr wird, droht an Neujahr ein Kater. Wie kann dem begegnet werden? Wissenschaftler haben sich manch angeblichem Rezept gewidmet, ebenso wie der Frage, ob die Reihenfolge dessen, was man trinkt einen Einfluss hat.

Wer mit einem Kater ins neue Jahr startet, ist krank – richtig krank. Das ist gerichtlich festgestellt. Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerz lägen außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite des menschlichen Körpers, urteilten die Richter des Frankfurter Oberlandesgerichtes. Sie treten nicht als Folge des natürlichen ‚Auf und Ab‘ des Körpers, sondern infolge des Konsums von Alkohol, einer schädlichen Substanz, ein, begründet das Oberlandesgericht. Nicht maßgeblich sei, dass die Symptome regelmäßig von selbst verschwinden und keiner ärztlichen Behandlung bedürften. 

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Für die Einschätzung, dass es sich beim Kater um eine Krankheit handele, spreche auch, dass es für ihn einen medizinischen Fachbegriff gebe, nämlich „Veisalgia“. Werbung mit dem Versprechen, diese alkoholbedingten Leiden zu lindern, sei deshalb für Lebensmittelprodukte nicht zulässig. Die Vertreiberin der Shots und Drinks könne sich, so das gericht, auch nicht darauf berufen, dass ihre Werbung eine zulässige gesundheitsbezogene Angabe in Form eines nach dem Anhang der Health Claim-VO (HCVO) genehmigten Claims darstelle. Geklagt hatte ein Wettbewerbsverein. 

Ginseng oder Birne, Limettensaft und Kokosnusswasser 

Auch wenn der Katzenjammer nach einer durchzechten Nacht keiner ärztlichen Behandlung bedarf, geschweige denn lebensbedrohlich ist, nehmen sich immer wieder Wissenschaftler der Thematik an – etwa um die Wirksamkeit von Hausmitteln und Nahrungsmitteln, die die Symptome schnell lindern sollen, zu überprüfen.

So verabreichten koreanische Forscher einer Gruppe von 25-jährigen Männern erst 100 Milliliter Whiskey und dann eine Wasserlösung mit rotem Ginseng. Eine Kontrollgruppe bekam nach dem Whiskey ein wirkungsloses Placebo. Bei der Ginseng-Gruppe verringerte sich der Alkoholgehalt im Blut deutlich schneller – und damit auch das Risiko eines üblen Katers.

Indische Wissenschaftler führten jüngst Tests mit Dutzenden Lebensmitteln durch V allerdings spürten sie dem Abbau von Alkohol durch Enzyme im Reagenzglas nach. Ihr Ergebnis: Ein Mix aus Birne, Limettensaft und Kokosnusswasser kann möglicherweise helfen, den Kater zu überwinden. Eine Beimischung von Gurke und Tomate könnte den Effekt noch verstärken, heißt es in der Studie – schmecke aber nicht.



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