Sonderkennzeichen und Aut-idem

KKH schreibt 1700 Apotheken und 1800 Ärzte an

Süsel - 17.12.2019, 09:00 Uhr

Die KKH hat etwa 1700 Ärzte und 1800 Ärzte angeschrieben, um über die Verwendung von Sonderkennzeichen „lediglich zu informieren“. (Foto: KKH)

Die KKH hat etwa 1700 Ärzte und 1800 Ärzte angeschrieben, um über die Verwendung von Sonderkennzeichen „lediglich zu informieren“. (Foto: KKH)


Die KKH hat 1700 Apotheken über die „angemessene Verwendung von Sonderkennzeichen“ informiert. Nach Angaben der KKH sei es das Ziel, die Apotheken in der Nähe von 1.800 ebenfalls angeschriebenen Ärzten, „lediglich zu informieren“. Demnach hat die Krankenkasse offenbar das Aut-idem-Kreuz der Ärzte im Fokus, aber es geht auch um „pharmazeutische Bedenken“.

Bereits am Montag berichtete DAZ.online über das Schreiben der KKH an die Apotheken. Darin heißt es, die im wirtschaftlichen Interesse gebotene Substitution setze voraus, dass der Arzt nicht „Aut-idem“ ankreuze und die Apotheke nicht das Sonderkennzeichen für „pharmazeutische Bedenken“ nutze. Daher werde die Krankenkasse in den nächsten Wochen Ärzte in der Umgebung der angeschriebenen Apotheke ansprechen, „deren Aut-idem-Quote in den letzten 12 Monaten deutlich über der arztspezifischen Vergleichsgruppe lag“.

Ärzte offenbar im Fokus

Auf Anfrage von DAZ.online erklärte die KKH nun, sie habe rund 1.700 Apotheken angeschrieben, „in denen Rezepte mit einem Aut-idem-Kreuz eingelöst wurden“. Weiter erklärte die KKH dazu: „Ziel dieser Schreiben war es, die Apotheken in der Umgebung von etwa 1.800 Ärzten, die wir ebenfalls kontaktiert haben, lediglich zu informieren. Denn das veränderte Verordnungsverhalten der Ärzte kann zu Versichertenrückfragen in den Apotheken führen.“ Weiter erklärt die KKH, für die Substitution sei die Krankenkasse auch „auf eine angemessene Verwendung von Sonderkennzeichen in den Apotheken angewiesen“.

Demnach stehen offenbar die Ärzte im Zentrum der Maßnahme. Doch die Information über die Schreiben an die Ärzte wird genutzt, um auch die Apotheken zum sparsamen Umgang mit dem Instrument der pharmazeutischen Bedenken anzuhalten. Im Schreiben an die Apotheken heißt es, pharmazeutische Bedenken bestünden nur, „wenn durch den Präparateaustausch trotz zusätzlicher Beratung des Patienten der Therapieerfolg oder die Arzneimittelsicherheit im spezifischen Ausnahmefall gefährdet ist“.


Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

was für eine Verschwendung

von Karl Friedrich Müller am 17.12.2019 um 10:05 Uhr

an Resourcen,Energie und Kosten.
Was wird, gemessen an den Ausgaben, wirklich eingespart?
Wird es nicht mal Zeit, dass die KK(H) mal ihre sinnlose aggressive Haltung gegenüber den Leistungserbringern ablegen? Ewig Schaum vor der Fresse kann nicht gesund sein, für beide Seiten nicht.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: was für eine Verschwendung

von Anita Peter am 17.12.2019 um 11:08 Uhr

Ich denke als nächstes sind bei der KKH wieder die chronisch Kranken dran.

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