Markenrechtliche Probleme

„Black Friday“ in der Apotheke: Vorsicht, Abmahnung!

Stuttgart - 29.11.2019, 12:45 Uhr

Mit dem Black Friday wird in den USA das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Mittlerweile ist er auch in Deutschland angekommen. ( r / Foto: imago images / Levine-Roberts)

Mit dem Black Friday wird in den USA das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Mittlerweile ist er auch in Deutschland angekommen. ( r / Foto: imago images / Levine-Roberts)


Auch immer mehr Apotheken schließen sich dem Trend aus den USA an und locken am heutigen „Black Friday“ mit Rabatten. Nachlässe gibt es vor allem in Center-Apotheken auf Kosmetik und OTC-Produkte. Aber Apotheken sollten vorsichtig mit dem Begriff „Black Friday“ sein, denn sonst könnte eine Abmahnung drohen.

Seit vielen Jahren wird am Black Friday – dem Freitag nach dem US-amerikanischen Feiertag Thanksgiving – in den USA das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Der umsatzstarke Freitag gilt als Indikator dafür, wie das Weihnachtsgeschäft für den Handel laufen wird.

2015 gaben Verbraucher allein in den USA rund 68 Milliarden Dollar aus. Der Trend ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Vor allem online lassen sich an diesem Tag viele günstige Angebote finden. In Deutschland findet der diesjährige „Black Friday“ am heutigen Freitag statt. Doch gerade für Händler und damit auch Apotheken ist Vorsicht geboten!

Das Thema „Black Friday“ wurde in den letzten Jahren immer wieder markenrechtlich relevant. Apotheken sollten sich bei Werbemaßnahmen zurückhalten, denn der Begriff „Black Friday“ wurde 2013 beim Deutschen Patent- und Markenamt als Wortmarke eingetragen. Derzeit ist sie somit noch vor dem Gebrauch durch Dritte geschützt – zumindest in drei Warenklassen. Wer die Marke rechtswidrig im Verkehr nutzt, also beispielsweise zu Werbe- und Marketingzwecken, muss weiterhin mit einer Abmahnung rechnen. Im Oktober ging das Markenrecht über einen Zwischenhändler an die Super Union Holdings Ltd., eine Hongkonger Firma. Und die versucht nun vermehrt, dieses Markenrecht in Deutschland durchzusetzen. In den vergangenen Wochen soll die Firma über die Berliner Anwaltskanzlei Hogertz LLP Unterlassungserklärungen an verschiedene Firmen und Personen verschickt haben, die den Begriff „Black Friday" benutzten.

Alternativen zu „Black Friday“

In der Apotheke kann alternativ vom „Black Sale“ oder der „Black Week“ gesprochen werden – je nachdem, an welchen Tagen die Apotheke die Angebote gewährt. In den sozialen Netzwerken werben Apotheken auch mit Begriffen wie „Big Friday“, „Saint Friday“, „Golden Friday“ oder „Black Price Days“. Bei Caudalie® spricht man beispielsweise vom „Magic Friday“.

Gerade Apotheken, die in Shopping-Centern angesiedelt sind oder sich in zentraler Innenstadtlage befinden, nehmen oft teil, weil das Center oder die Innenstadt den „Black Friday“ groß aufzieht. Einzelne Apotheken geben nur auf ausgewählte Artikel Rabatte, andere auf das gesamte Freiwahl- und OTC-Sortiment. Hoch im Kurs stehen vor allem Kosmetikprodukte. Auch Beauty-Aktionstage oder Hautberatungen sind denkbar.


Cornelia Neth, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

Black Jack

von PiPaPo am 02.12.2019 um 11:34 Uhr

super Ramsch ist sexy, ramschen wir alles raus, haben wir volles Haus... ABER bedenken Sie bitte, wer 20% auf alles außer Tiernahrung... ging schon mal schief!
BESSER: wir haben GUTE Qualität und ein sehr gutes Preis- Leistungs-Verhältnis. Warum soundsoviel Prozent gewähren bei unseren Margen??? nur damit wir umsonst arbeiten?

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Black is not beautiful....

von Ulrich Ströh am 29.11.2019 um 13:13 Uhr

Kann man alles machen...
Aber:

In welchem anderen Heilberuf gibt es in Deutschland Black Sale - oder Black Week- Angebote?
Oder einen „Black Friday“ ?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Black is not beautiful

von Lars Peter Wall am 30.11.2019 um 10:49 Uhr

.....naja, welcher andere Heilberuf lebt vom Verkauf physischer Artikel?
Finde ich überhaupt nicht schlimm!

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