Pilotprojekt in Frankfurt

Pro AvO-Bestellplattform übt mit Thomapyrin

27.11.2019, 11:30 Uhr

Insgesamt nehmen knapp 30 lokale Apotheken aus dem Frankfurter Stadtgebiet an der bis Ende Dezember laufenden Aktion teil, darunter auch die Sertürner Apotheke. (s / Foto: BD Rowa)

Insgesamt nehmen knapp 30 lokale Apotheken aus dem Frankfurter Stadtgebiet an der bis Ende Dezember laufenden Aktion teil, darunter auch die Sertürner Apotheke. (s / Foto: BD Rowa)


Kopfschmerztabletten im Internet bestellen und innerhalb von zwei Stunden versandkostenfrei aus der Vor-Ort-Apotheke geliefert bekommen: Möglich ist das für Frankfurter Bürger oder Pendler aktuell durch ein Pilotprojekt der E-Commerce-Lösung Curacado gemeinsam mit BD Rowa und Sanofi (Hersteller von Thomapyrin). Nicht zuletzt soll es Apotheken und Patienten auf die von Pro AvO geplante Bestellplattform vorbereiten.

Bei Kopfschmerzen möchte der Patient möglichst schnell Linderung, die Bestellung von Kopfschmerztabletten bei einer Versandapotheke – mit mehrtägiger Wartezeit und eventuell anfallenden Versandkosten – dürfte folglich ziemlich unattraktiv für akut Schmerzgeplagte sein. Eine feine Sache wäre es hingegen, wenn Patienten bequem online die benötigten Kopfschmerztabletten bestellen könnten und eine Apotheke vor Ort die kurzen Lieferwege nutzt und die Analgetika vorbeibringt – und zwar möglichst zeitnah.

Dieses Modell ist keine Wunschvorstellung mehr: Curacado, der Automatenhersteller BD Rowa und Sanofi ermöglichen diese elegante Lösung aktuell mit Thomapyrin Tension Duo. So können Frankfurter Bürger, Pendler oder Besucher der Main-Metropole im Rahmen eines Pilotprojektes Thomapyrin Tension Duo mittels der E-Commerce-Lösung von Curacado bestellen. Diese Order erreicht direkt die ausgewählte Apotheke vor Ort (und nicht etwa einen Versandhändler), die dann – so das Versprechen – das benötigte Thomapyrin innerhalb von zwei Stunden direkt und kostenfrei an den Patienten liefert.

Wird so die Bestellplattform von Pro AvO funktionieren? 

In einer gemeinsamen Mitteilung der drei Partner heißt es, man habe sich für das Projekt in Frankfurt zusammengeschlossen, um die Leistungsfähigkeit der Apotheke vor Ort aufzuzeigen und sie zu stärken. „Die Apotheke vor Ort ist der schnellste und sicherste Weg der Medikamentenbeschaffung“, erläutert Dr. Jonas Kaiser, Director Global Marketing and Strategy von BD Rowa™. Dieses Pilotprojekt biete die Möglichkeit, sich auf zukünftige Szenarien wie das E-Rezept und die damit verbundenen Abläufe in der Apotheke vorzubereiten und gleichzeitig Endkunden vom einfachen Weg der Online-Bestellung in der Apotheke vor Ort  zu überzeugen, „ein Szenario, das sie auch von unserer gemeinsamen Plattform ,Pro AvO’ erwarten werden.“ Denn Pro AvO – der Zusammenschluss von Rowa, Noventi, Sanacorp, Gehe und dem Wort & Bild Verlag – tüftelt derzeit an einer Plattform, die nach eigener Aussage eine Art Booking.com für Apotheken werden soll, erste Einblicke gab es auf der Expopharm 2019 in Düsseldorf.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
cmueller@daz.online


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4 Kommentare

Cui bono?

von Hummelmann am 29.11.2019 um 18:36 Uhr

Also, dass Sanofi von dem Projekt profitiert, kann ich mir vorstellen. Thomapyrin Tensio Duo liegt bei uns wie Blei in den Regalen (nur 6 Packungen im aktuellen Kalenderjahr verkauft). Sogar eine Preisaktion (SAM-Flyer) hat daran nichts geändert. Der Außendienstmitarbeiter hat sich schon mindestens 15 Jahre nicht mehr bei uns blicken lassen. Da kann es nur von Vorteil sein, wenn man etwas öffentliches Aufsehen für das Produkt erzeugt.

Aber was GENAU wurde hier getestet?
Wenn man wissen will, ob es beim Verbraucher einen Bedarf für diese Dienstleistung gibt, hätte man das besser von Anfang an NICHT kostenlos angeboten.
Wenn man wissen will, ob das rein logistisch funktioniert, sollte man das mit einem größeren Sortiment probieren. Für eine einzelne Packung aus der Sichtwahl brauche ich keinen Automatenhersteller als Partner, sondern lieber einen Fahrradkurier (Greta lässt grüßen).
Wenn man wissen will, ob das auch mit Rezepten rein kassentechnisch realisierbar ist, sollten es Produkte sein, bei denen Rabattverträge und Lieferengpässe zu beachten sind.
Wenn man wissen will, ob ApothekerInnen so wenig kaufmännischen Sachverstand besitzen, dass sie freiwillig eine einzelne Schachtel Thomapyrin binnen weniger Stunden auf eigene Kosten durch die Stadt fahren, braucht es keinen Test.
Die Antwort ist ja: Die Leidensfähigkeit und kaufmännische Naivität der Apothekerschaft kennt keine Grenzen.
Aber wem GENAU nützt jetzt diese Erkenntnis?

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Thomapyrin

von Annette Hüls am 27.11.2019 um 19:47 Uhr

Per Telefon bestellt ist das Thomapyrin auch innerhalb von. 2h da und dabei kann die Apotheke auch noch klären, ob es das richtige Mittel ist. Wo liegt der Vorteil der E Bestellung?

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Echt toll

von ratatosk am 27.11.2019 um 18:42 Uhr

Für schlappe 2 Euro eine halbe Stunde durch Frankfurt gurken !
Echt rentabel und umweltschonend. Wie blöd soll jemand eigentlich sein, daß er es in F nicht schafft sich bei Kopfschmerz ein Thomapyrin zu besorgen. !! Sind jetzt alle irre geworden ? - aber dann schöne nachhaltig !

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Lieferwahn

von L. Neumann am 27.11.2019 um 17:14 Uhr

Man kann diesen Lieferwahn auch etwas übertreiben. In Zeiten wo jeder über Klima/CO2 Belastung redet wird hier Thomapyrin durch die Lande gefahren.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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