Kammerversammlung Brandenburg

Dobbert unzufrieden mit ABDA-Kurs

Potsdam - 27.11.2019, 17:45 Uhr

Brandenburgs Kammerpräsident Jens Dobbert bleibt bei seinem kritischen Kurs gegenüber der ABDA. (b/Foto: LAK Brandenburg)

Brandenburgs Kammerpräsident Jens Dobbert bleibt bei seinem kritischen Kurs gegenüber der ABDA. (b/Foto: LAK Brandenburg)


Das Verhältnis der Landesapothekerkammer Brandenburg zur ABDA bleibt angespannt. Im Frühjahr dieses Jahres hatte die Kammer fast einstimmig den Rücktritt der ABDA-Spitze gefordert. Insbesondere der Umgang der ABDA mit der Apothekenreform macht Brandenburgs Kammerpräsident Jens Dobbert zu schaffen. Bei der heutigen Kammerversammlung in Potsdam beschwerte sich Dobbert darüber, dass die ABDA-Spitze Beschlüsse aus der ABDA-Mitgliederversammlung der Politik gegenüber aus seiner Sicht nicht deutlich genug kommuniziert habe.

Die ABDA-Mitgliederversammlung hat sich in diesem Jahr mehrfach mit der von der Bundesregierung geplanten Apothekenreform beschäftigt. Im Fokus der Beratungen stand stets die Frage, wie der Gesetzgeber auf das EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung reagieren sollte. Der letzte und seitdem gültige Beschluss der ABDA-Mitgliederversammlung, die das politisch wichtigste Beschlussorgan der Apotheker ist, sieht sinngemäß vor: Die ABDA-Spitze wird die Gespräche rund um das Apotheken-Stärkungsgesetz weiterhin konstruktiv und kritisch führen. Das dort geplante Rx-Boni-Verbot im Sozialgesetzbuch V für GKV-Versicherte MUSS aus Sicht der ABDA-MV durch eine Beibehaltung des „alten“ Rx-Boni-Verbots flankiert werden. Die Bundesregierung will das im Arzneimittelgesetz vorgesehene Verbot für EU-Versender allerdings als Reaktion auf das EuGH-Urteil und das laufende Vertragsverletzungsverfahren streichen.

Dass das „alte“ Boni-Verbot weiterhin gestrichen werden soll, stört Jens Dobbert. Die Schuld dafür gibt er der ABDA. Dobbert erinnerte an die „deutlichen Beschlüsse“ der ABDA-MV. Und in der Tat: Alle Beschlüsse des Gremiums waren einstimmig. Dobbert findet, dass die ABDA-Spitze die Botschaften der MV nicht stark genug kommuniziert habe. „Die ABDA-Spitze hat diese Beschlüsse anscheinend anders interpretiert.“ Dobberts Theorie: „Trotz der einstimmigen Beschlüsse hat sich die ABDA mit dem Minister auf eine andere Lösung geeinigt.“

Dobbert griff auch ABDA-Präsident Friedemann Schmidt persönlich an. Konkret ging es dem Kammerpräsidenten um eine Äußerung Schmidts auf dem diesjährigen DAT in Düsseldorf. Schmidt hatte dort gesagt, dass der für die Apotheker lange Jahre geltende Grundsatz „Struktur vor Geld“ so „einfach wie falsch“ sei. Dobbert stört sich an dieser Aussage und verwies dabei auf das Rx-Versandverbot: Das Verbot sei zwar nicht umsetzbar derzeit. Dass es aber die richtige Lösung wäre, davon ist Dobbert überzeugt: „Selbst wenn wir mit dem Verbot auf neue Honorare verzichtet hätten, würden wir jetzt besser dastehen, weil so mancher Angriff auf uns ausgeblieben wäre.“



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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