Neue Plattform von Apocenna

Vertretersuche wie Online-Dating

Stuttgart - 25.11.2019, 15:15 Uhr

Wie findet man eine Vertretung für die Apotheke? Dienstleister Apocenna versucht es mit dem Matching-Prinzip. (Foto: Fokussiert / stock.adobe.com)

Wie findet man eine Vertretung für die Apotheke? Dienstleister Apocenna versucht es mit dem Matching-Prinzip. (Foto: Fokussiert / stock.adobe.com)


Nicht wenige Apotheken sind zum Beispiel zur Urlaubszeit oder im Krankheitsfall auf externe Vertretungen angewiesen. Die findet man entweder über persönliche Kontakte oder über entsprechende Dienstleister. Einer dieser Dienstleister, Apocenna, bietet dazu nun ein neues Portal, das die Suche nach Vertretungsapothekern erleichtern soll – und das ein bisschen ans Online-Dating erinnert.

Anbieter von Apothekenvertretungen gibt es eine ganze Reihe. Da sind zum Beispiel die Ein-Mann- beziehungsweise Ein-Frau-Betriebe, wie „Apoprox“ oder „Budenzauber“, hinter denen ein einzelner Approbierter oder eine einzelne Approbierte steht. Aber es existiert auch eine ganze Reihe von Agenturen die Vertretungen vermitteln, zum Beispiel „Flying Pharmacists“, „Approtime“ oder „Apocenna“. Teils sind die Apotheker beim jeweiligen Unternehmen angestellt, teils sind sie aber auch selbstständig. In der Regel fragt die Apotheke, bei der es Bedarf gibt, per Mail oder per Kontaktformular an und erhält dann ein entsprechendes Angebot. Apocenna hat nun eine Plattform aufgebaut, die diesen Kontakt laut Aussage des Unternehmens erleichtern soll.

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Das System erinnert ein wenig an ein Online-Dating-Portal. Apothekeninhaber und Vertretungsapotheker registrieren sich auf der Plattform. Alle Nutzer hinterlegen in ihrem Profil Informationen – etwa zum Warenwirtschaftssystem (Welches nutzt die Apotheke? Mit welchen kennt sich der potenzielle Vertreter aus?) oder dazu, ob Notdienstvertretungen benötigt beziehungsweise übernommen werden. Vertretungsapotheker geben zudem in einem integrierten Kalender an, wann sie verfügbar sind. Diese Daten werden laut Apocenna im Hintergrund von den Algorithmen für ein optimales Suchergebnis berücksichtigt. Wer eine Vertretung benötigt, sucht über den Zeitraum, für den eine Vertretung gebraucht wird. Außerdem können zusätzliche Filter gesetzt werden, die das Ergebnis einschränken, zum Beispiel Umkreis oder Honorar. Schließlich wird eine Trefferliste generiert nach absteigender „Matching-Qualität“, also je nachdem wie viele Übereinstimmungen es gibt. „Matches“ sollen dann direkt über die Plattform kontaktiert werden können, die Vertreter wiederum können mit einem Klick die Anfrage bestätigen oder ablehnen. Auch andersherum kann gesucht werden. So können sich also Vertreter nach Jobs umsehen, wenn sie Kapazitäten haben. Weitere Details wie Honorar und andere Bestandteile der Vereinbarung werden dann nach dem erfolgreichen Match direkt zwischen Apothekeninhaber und Vertreter vereinbart. Im Nachgang können sich dann beide Seiten, Apothekeninhaber und Vertreter, gegenseitig bewerten.

Was kostet es?

Für Vertreter ist die Teilnahme kostenlos. Die Registrierung selbst kostet auch für Apothekeninhaber nichts, das Suchen funktioniert ebenfalls erst einmal so. Wenn man aber Anfragen an Vertreter versenden will, wird es kostenpflichtig. 179 EUR zuzüglich Mehrwertsteuer werden für ein Jahres-Abonnement fällig. Dafür können Inhaber die Plattform beliebig oft nutzen. Provisionszahlungen für für erfolgte Vermittlungen werden laut Apocenna nicht fällig.  

Aktuell steht die Suche nach Vertretungsapothekern als Web-Version  zur Verfügung. Apps für iOS und Android sollen in Kürze folgen, heißt es.

Ganz allein ist Apocenna mit der Idee, das Online Dating-Prinzip auch für Dienstleistungen oder Jobangebote zu nutzen, nicht. So bietet beispielsweise das Portal „Humanoid“ einen Pool von geschulten Mitarbeitern, Freelancern, Dienstleistern und Assistierenden für alle möglichen Aufgaben. Und auch die Personalvermittlung „Applicants“ arbeitet mit dem Matching-Prinzip.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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