Nordrhein

Nächste Ärztekammer streicht Homöopathie-Weiterbildung

Berlin - 18.11.2019, 10:14 Uhr

Die Behandlung mit Globuli bleibt umstritten. Nun streicht auch die Ärztekammer Nordrhein die Homöopathie aus ihrer Weiterbildungsordnung. ( r / Foto: Ideenkoch / stock.adobe.com)

Die Behandlung mit Globuli bleibt umstritten. Nun streicht auch die Ärztekammer Nordrhein die Homöopathie aus ihrer Weiterbildungsordnung. ( r / Foto: Ideenkoch / stock.adobe.com)


Eine weitere Ärztekammer streicht in ihrer Weiterbildungsordnung die Homöopathie: In Nordrhein soll diese Zusatzbezeichnung ab kommendem Sommer nicht mehr erworben werden können. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte bedauert die Entscheidung. Zugleich ist man hier überzeugt, dass die Streichung der Zusatzbezeichnung nichts an der Bedeutung der Homöopathie ändern wird.

Die Ärztekammer Nordrhein hat bei ihrer Kammerversammlung am 16. November eine neue Weiterbildungsordnung für Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein beschlossen. Sie setzt damit die vor einem Jahr vom Vorstand der Bundesärztekammer verabschiedete Novelle der Muster-Weiterbildungsordnung in Landesrecht um. Allerdings nicht eins zu eins: Wie zuvor schon die Ärzte in Bremen und Sachsen-Anhalt, verzichten auch die nordrheinischen Ärzte auf die Zusatzbezeichnung Homöopathie – das sieht die Muster-Weiterbildungsordnung so nicht vor.

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Wie die Kammer Nordrhein erklärt, haben lediglich 17 Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein in den vergangenen fünf Jahren diese Zusatzbezeichnung erworben. Und wer sie hat, darf sie auch weiterführen. Ärzte, die sich bereits in Weiterbildung befinden, sollen diese innerhalb bestimmter Fristen auf der bisherigen Grundlage fortführen können – oder auf die neue Weiterbildungsordnung umsteigen. Vorbehaltlich der Genehmigung durch das NRW-Sozialministerium soll die neue Weiterbildungsordnung zum 1. Juli 2020 in Kraft treten.

DZVhÄ: Ärzte vereinen Homöopathie und Schulmedizin mit Erfolg

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) reagierte prompt: „Die Erfolge, die tausende homöopathisch behandelnde Ärztinnen und Ärzte täglich in ihren Praxen erleben, lassen sich auch durch einen bedauerlichen, verbandspolitischen Beschluss wie den der LÄK Nordrhein nicht wegleugnen“, erklärte die Verbandsvorsitzende Dr. Michaela Geiger. Die Streichung der Zusatzbezeichnung werde nichts an der Tatsache ändern, „dass immer mehr Ärzte und Patienten gute Erfahrungen machen mit integrativen Therapien, die konventionelle und homöopathische Medizin vereinen“. 

Den Homöopathie-Gegnern, die der Behandlungsmethode mangelnde Evidenz vorwerfen, hält Geiger entgegen, dass dies auch für viele schulmedizinische Therapien gelte: „Dass noch viel geforscht werden muss, gilt für die homöopathische Medizin ebenso, wie die konventionelle Medizin“. Der „einzig richtige Weg medizinischer Versorgung“ ist für den DZVhÄ jedoch eine Kombination aus wissenschaftlicher Erkenntnis und therapeutischer Erfahrung.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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