Brandenburg

Ex-BMG-Arzneimittelchef Beermann soll Infrastrukturminister werden

Berlin - 13.11.2019, 16:00 Uhr

Auf dem Weg ins Ministerium? Der Ex-Chef der Arzneimittel-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium, Guido Beermann, könnte Brandenburgs neuer Infrastrukturminister werden. (m / Foto: imago images / C. Spicker)

Auf dem Weg ins Ministerium? Der Ex-Chef der Arzneimittel-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium, Guido Beermann, könnte Brandenburgs neuer Infrastrukturminister werden. (m / Foto: imago images / C. Spicker)


Früher Apotheken, jetzt der Krisen-Flughafen BER: Medienberichten zufolge soll der ehemalige Leiter der Arzneimittelabteilung im Bundesgesundheitsministerium, Guido Beermann (CDU), neuer Minister für Infrastruktur in Brandenburg werden. Beermann war von Ex-Minister Gröhe ins BMG berufen worden und ist derzeit Staatssekretär im Verkehrsministerium.

Der Brandenburger Landtag könnte schon am kommenden Mittwoch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erneut ins Amt wählen. Die neue Koalition aus SPD, CDU und Grünen hatte in den vergangenen Wochen einen Koalitionsvertrag ausgearbeitet. Dieser soll am kommenden Wochenende auf Parteitagen der SPD und CDU bestätigt werden. Die Grünen wollen am kommenden Montag das Ergebnis eines Mitgliederentscheids dazu bekanntgeben.

Nach und nach sickert in diesen Tagen durch, wen die drei Regierungsparteien als Minister ins Rennen schicken wollen. Die SPD ist weiterhin stärkste Kraft im Parlament und soll fünf Ministerposten bekommen, die CDU kann drei Ministerien besetzen, die Grünen zwei. Die Verteilung ist bereits festgezurrt: Demnach soll das Ministerium für Soziales und Gesundheit an die Grünen gehen. Als mögliche Ministerin wird hier immer wieder die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ursula Nonnemacher gehandelt, die auch Ärztin ist.

CDU-Politiker Beermann von Gröhe ins BMG geholt

Für die Apotheker hat das neue Kabinett wohl aber noch eine weitere spannende Personalie zu bieten. Denn Medienberichten zufolge soll Guido Beermann Infrastrukturminister in Brandenburg werden. Beermann hatte in den vergangenen Jahren des Öfteren Berührungspunkte mit dem Arzneimittel- und Apothekenmarkt. Zunächst einmal leitete er zwischen 2015 und 2018 die Abteilung für Arzneimittel, Medizinprodukte und Biotechnologie im BMG. Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) holte Beermann ins BMG. 2018 ersetzte Jens Spahn (CDU) Beermann jedoch mit dem Arzt und Apotheker Thomas Müller, der seitdem für alle Arzneimittelthemen im BMG verantwortlich ist. Beermann wechselte dann als Staatssekretär ins Verkehrsministerium.

Vor seiner Führungsposition im BMG war der gebürtige Westfale Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft. Wirtschaftssenatorin war damals die ehemalige vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer. Gröhe und Beermann hatten sich vermutlich im Kanzleramt kennengelernt: Von 2006 bis 2012 arbeitete Beermann dort – als Büroleiter für Staatsministerin Hildegard Müller, für Staatssekretär Dr. Hans-Bernhard Beus, für Eckart von Klaeden und für den damaligen Staatsminister Hermann Gröhe. 2008 und 2009 war Gröhe im Kanzleramt verantwortlich für die Bund-Länder-Koordination, den Bürokratieabbau und die Kontakte zum Parlament. In der CDU Brandenburg ist Beermann Medienberichten zufolge schon seit mehreren Jahren aktiv.

Im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung könnte Beermann eine der schwierigsten Aufgaben im Kabinett übernehmen. Denn eine Abteilung des Ministeriums beschäftigt sich auch mit dem Verkehr in Brandenburg. Und bekanntlich sitzt das Land Brandenburg gemeinsam mit dem Bund und dem Land Berlin im Aufsichtsrat des Krisen-Flughafen BER.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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