Einigung zwischen Union und SPD

PTA-Ausbildung soll bei 2,5 Jahren bleiben, PTA sollen anleiten dürfen

Berlin - 12.11.2019, 12:30 Uhr

Die Reform der PTA-Ausbildung: Nach Informationen von DAZ.online konnten sich die Sozialdemokraten bei der längeren Ausbildungsdauer nicht durchsetzen. Bei zwei anderen Forderungen hatte die SPD aber mehr Erfolg. (Foto: imago images / Westend61)

Die Reform der PTA-Ausbildung: Nach Informationen von DAZ.online konnten sich die Sozialdemokraten bei der längeren Ausbildungsdauer nicht durchsetzen. Bei zwei anderen Forderungen hatte die SPD aber mehr Erfolg. (Foto: imago images / Westend61)


Schon bald will der Bundestag die PTA-Berufsreform beschließen. Bis zuletzt war man sich in einigen Punkten uneins: Die SPD hatte sich gewünscht, dass die PTA-Ausbildung auf drei Jahre verlängert wird und dass erfahrene PTA in der Apotheke Schülerinnen anleiten dürfen. Nach Informationen von DAZ.online konnten sich die Sozialdemokraten zumindest bei der längeren Ausbildungsdauer aber nicht durchsetzen. Bei zwei anderen Forderungen hatte die SPD mehr Erfolg.

Mit dem Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett im August beschlossen hatte, soll insbesondere die Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistenten/-innen reformiert werden. Die Ausbildungsdauer soll aber – zumindest laut Entwurf –  bei 2,5 Jahren bleiben. Es sind zudem Veränderungen bei der späteren PTA-Tätigkeit vorgesehen: PTA sollen künftig erweiterte Kompetenzen im Apothekenbetrieb übernehmen können. Und auch zur Vergütung der PTA-Schüler soll es neue Vorgaben in den Ausbildungsverträgen geben. Den Apotheken stehen zudem Mehrausgaben für PTA-Fortbildungen bevor.

Allerdings hat es in den vergangenen Wochen vermehrt Diskussionen um die Ausbildungsdauer gegeben. Obwohl der Bundesrat – das Gesetz ist zustimmungspflichtig – eine Verlängerung der Ausbildung eingefordert hat, hatte die Bundesregierung nur erklärt, sie werde dieses Anliegen „prüfen“. Bislang lag auch kein Änderungsantrag aus dem Bundestag vor, der eine Verlängerung vorsieht. Auch in den Verbänden ist man sich uneins: Die Apothekengewerkschaft Adexa und der Bundesverband PTA (BVpta) wollten die Fachschulausbildung von 24 auf 30 Monate verlängern. Inklusive der praktischen Ausbildung hätte sich die Ausbildung somit auf drei Jahre verlängert. Die ABDA hielt dagegen und wollte an der bestehenden Dauer nichts ändern.

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Zuletzt machte in dieser Angelegenheit aber die SPD Druck: Die SPD-Gesundheitsexpertin Bettina Müller legte dem Ministerium drei Prüfbitten zu der Reform vor. Konkret wünschte sich die SPD darin eine Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre. Zudem sollten nicht mehr nur Apotheker, sondern auch erfahrene PTA in der Apotheke Fachanleitungen bei PTA-Schülern übernehmen dürfen. Und: Klinikapotheken sollten als Ort und Träger für PTA-Ausbildungen ergänzt werden.

Mit ihrer zentralen Forderung nach der Ausbildungsverlängerung konnte sich die SPD allerdings nicht durchsetzen. Nach Informationen von DAZ.online stand zuletzt zur Debatte, dass man nach der 2,5-jährigen Ausbildung noch einen achtwöchigen Theorie-Block einführt, um die PTA dann in die Apotheke zu entlassen. Doch offenbar war der SPD das zu wenig. Immerhin: Nach acht Jahren soll die Ausbildung evaluiert werden, um dann erneut zu untersuchen, ob Änderungen nötig sind.

Es wird spannend, wie der Bundesrat diese Einigung bewertet. Denn die Länder hatten sich in ihrer ersten Stellungnahme klar für eine Verlängerung der Ausbildungszeit ausgesprochen. Da das Gesetz zustimmungspflichtig ist, könnten die Länder rein theoretisch einen Vermittlungsausschuss einberufen.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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