Ändern oder nicht

Approbationsordnung: BAK-MV muss wichtige Weichen stellen

Stuttgart - 01.11.2019, 06:59 Uhr

Hier im Apothekerhaus wird die BAK-MV in knapp zwei Wochen wichtige Weichen für die Änderung der Approbationsordnung stellen. ( r / Foto: ABDA)

Hier im Apothekerhaus wird die BAK-MV in knapp zwei Wochen wichtige Weichen für die Änderung der Approbationsordnung stellen. ( r / Foto: ABDA)


Kann man die Klinische Pharmazie auf dem Boden der bestehenden Approbationsordnung ausreichend stärken, um den Apothekerberuf zukunftsfähig zu machen oder nicht? Die Frage beschäftigt die Apothekerschaft seit Jahren. Nun will man seitens der Bundesapothekerkammer nach Informationen von DAZ.online Nägel mit Köpfen machen und der ABDA-Spitze ein Mandat erteilen, sich gegenüber der Politik für eine Änderung einzusetzen. Bei der BAK-Mitgliederversammlung am 13. November soll darüber abgestimmt werden.

Die BAK-Mitgliederversammlung, die am 13. November in Berlin stattfindet, wird wohl entscheidende Weichen für die künftige Ausrichtung des Pharmaziestudiums und damit des Apothekerberufs stellen. Das verrät der Blick in die Tagesordnung. In TOP 4 heißt es dort: „Änderung der Approbationsordnung für Apotheker? Beschlussfassung.“ Das klingt erst einmal harmlos. Hört man sich bei den Kammern um, erfährt man aber, worum es wirklich geht. Die zentrale Frage ist, ob sich die Standesvertretung gegenüber der Politik für eine neue Approbationsordnung stark machen soll oder nicht. 

Ob eine solche eine Änderung erforderlich ist, um den Apothekerberuf zukunftsfähig und weiterhin attraktiv zu halten, darüber wird schon länger gestritten. Denn der Beruf befindet sich bereits seit Jahren im Wandel – vom Logistiker mit dem Arzneimittel im Mittelpunkt hin zum patientenorientierten Arzneimitteltherapieexperten – und dieser Wandel wird sich fortsetzen, wenn nicht sogar beschleunigen. Mit der Einführung der Klinischen Pharmazie als Prüfungsfach wurde vor bald 20 Jahren ein Anfang gemacht, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen – aber eben nur ein Anfang. Immer noch verlassen viele Pharmazeuten die Universitäten ohne ausreichend auf die Berufspraxis in Offizin und Klinik vorbereitet zu sein. Die zentrale Frage ist seit Jahren: Kann man das Studium auf dem Boden der bestehenden Approbationsordnung den geänderten und sich weiter ändernden Anforderungen anpassen? Oder geht das nur mit einer gänzlich neuen Approbationsordnung?

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Die Befürworter einer neuen Approbationsordnung sehen sich unter anderem darin bestätigt, dass es seit nahezu 20 Jahren nicht gelingt, an allen pharmazeutischen Instituten Lehrstühle für Klinische Pharmazie einzurichten. Denn eine Stärkung der Klinischen Pharmazie und eventuell auch der Pharmakologie ginge zulasten der anderen Disziplinen, die Semesterwochenstunden und somit auch Stellen und womöglich auch Geld abgeben müssten. Dagegen wehren sich viele Betroffene mit Händen und Füßen, das wurde in vielen Statements und Gesprächen klar. 

Auch der 2017 verabschiedete kompetenzorientierte Lernzielkatalog Pharmazie – Perspektivpapier (KLP-P) Apotheke 2030“ – ein Kompromiss ausgehandelt zwischen BAK, den Hochschullehrern, der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) und dem Bundesverband der Pharmaziestudierenden (BPhD) – hat keine wesentlichen Fortschritte gebracht. Somit sehen nicht wenige nur in einer umfassenden Änderung der Approbationsordnung die Möglichkeit, das Studium an die künftigen Anforderungen anzupassen.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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