Gesundheitsausschuss des Bundestags

Klare Fronten bei der Anhörung zur PTA-Reform

Berlin - 23.10.2019, 17:00 Uhr

Im Gesundheitsausschuss des Bundestags beantworteten am heutigen Mittwoch Experten die Fragen von Abgeordneten zur geplanten PTA-Reform. (Foto: Screenshot, Mediathek des Deutschen Bundstags)

Im Gesundheitsausschuss des Bundestags beantworteten am heutigen Mittwoch Experten die Fragen von Abgeordneten zur geplanten PTA-Reform. (Foto: Screenshot, Mediathek des Deutschen Bundstags)


Wie soll eine PTA-Ausbildung aussehen, damit sie für den Nachwuchs attraktiver wird? Bei der Anhörung zum PTA-Reformgesetz im Gesundheitsausschuss des Bundestages am heutigen Mittwoch wurde erneut deutlich: Dazu gibt es höchst unterschiedliche Auffassungen.

Die PTA-Ausbildung soll reformiert und an die aktuellen Anforderungen in Apotheken angepasst werden. Das Ziel ist klar: Der Beruf soll attraktiver und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf sieht dennoch vor, dass es grundsätzlich bei der zweieinhalbjährigen Berufsausbildung in ihrer bisherigen Struktur (zwei Jahre Schule, danach sechs Monate Praktikum in der Apotheke) bleiben soll. Zudem sollen erfahrene PTA künftig unter bestimmten Voraussetzungen pharmazeutische Tätigkeiten auch ohne Aufsicht ausführen dürfen.

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Die Hauptstreitpunkte rund um die geplante Reform sind bekannt und standen auch bei der heutigen öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags im Mittelpunkt: Kann es angesichts neuer Ausbildungsinhalte wirklich bei der derzeitigen Struktur und Dauer der Ausbildung bleiben? Wenn ja, wo kann sinnvoll gekürzt werden? Wie könnte eine Ausbildungsvergütung auch in der Schulzeit gesichert werden? Und wie kommen wir zur Schulgeldfreiheit? Nicht zuletzt: Sollen PTA künftig wirklich pharmazeutische Tätigkeiten „in eigener Verantwortung“ ausführen dürfen?

ABDA und DPhG: Dauer und Struktur beibehalten!

Sehr einvernehmlich präsentierten sich bei der Anhörung Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie bei der ABDA, und Kerstin Wahlbuhl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft „Theoretische und praktische Ausbildung“ (DPhG-AG TuPA). Was Struktur und Dauer der Ausbildung betrifft sind beide überzeugt: An den bestehen Grundsätzen sollte nichts verändert werden, eine Aktualisierung der Inhalte wünscht man sich aber schon. Wahlburg verwies auf das Beispiel PKA-Ausbildung: Hier sei ein deutlicher Rückgang bei den Auszubildenden zu verzeichnen, seit die zweijährige Helferinnen-Ausbildung auf drei Jahre verlängert wurde. Zudem gab sie zu bedenken: „Die Attraktivität der Ausbildung steigt nicht mit der Ausbildungslänge“. Sie hat ebenso wenig wie Eckert-Lill Zweifel, dass einige Inhalte gekürzt werden könnten, so dass neue ihren Platz fänden. So fänden heute weniger Arzneimittelprüfungen in der Apotheke statt, das Fach „Chemisch-pharmazeutische Übungen“ habe eine schwindende Bedeutung im Apothekenalltag.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

PTA Ausbildungsreform

von Manuel K. am 24.10.2019 um 11:48 Uhr

Eine Novellierung der PTA Ausbildung ist längst überfällig, darüber besteht kein Zweifel.
Sind diese wertvollen Mitarbeiter aufgrund des Assistenzberufes nur billige Arbeitskräfte, die unter Aufsicht/Verantwortung des Apothekers fast alle pharmazeutischen Tätigkeiten ausführen (dürfen)?
Ich sehe darin einen sehr wichtigen Grund für den Schwund an nachfolgenden PTA's, zumal viele nach der Ausbildung ohnehin noch Pharmazie studieren.
Lukrativität ist das Eine, Kompetenzerweiterung die andere Säule, die zumindest mich selbst nach inzwischen jahrzehntelanger Berufstätigkeit wirklich interessiert. Und ich glaube, das geht vielen so, die sich schon lange Zeit aus der Apotheke verabschiedet haben. Ich finde diese Idee der Kompetenzerweiterung durch entsprechende Fortbildung sehr konstruktiv und auch zukunftsweisend. Warum dürfen die (letzten vielleicht noch verbliebenen) Vorexaminierten, oder damals PharmazieIngenieure den Apotheker (wenn auch befristet) vertreten- aber PTA' s unter vielleicht zu definierenden Voraussetzungen- gar nicht. Viele haben sich über die Berufsjahre hinweg immense Fachwissen angeeignet. Eine Chance auf "echte" Kompetenzerweiterung ist deshalb zeitgemäß und attraktiv. Es geht nicht immer nur um Geld.

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