Apothekerverband Schleswig-Holstein

Grippeimpfstoffe: Apotheken melden um 30 Prozent gesteigerte Nachfrage

Stuttgart - 14.10.2019, 13:44 Uhr

Bekommt in der Saison 2019/2020 jeder, der möchte, eine Grippeimpfung? ( r / Foto: JPC-PROD / stock.adobe.com)

Bekommt in der Saison 2019/2020 jeder, der möchte, eine Grippeimpfung? ( r / Foto: JPC-PROD / stock.adobe.com)


Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat auch die Grippeimpfstoffversorgung verändert – nach den Lieferengpässen des letzten Jahres hoffentlich hin zum Guten. Bisherige Meldungen zu bestellten Impfdosen ließen daran eigentlich keine Zweifel aufkommen, allerdings melden einzelne Apotheken nun bereits eine bis 30 Prozent gesteigerte Nachfrage gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Werden die Grippeimpfstoffe doch wieder knapp? 

Erst kürzlich titelten DAZ.online und andere Medien: „Grippeimpfstoffe: Keine erneuten Engpässe erwartet.“ Quelle dieser Information war eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Diese hatte mit dem Apothekerverband Schleswig-Holstein gesprochen, der offenbar nicht mit Engpässen für die Grippesaison 2019/20 rechnet – auch wenn über den Verband weniger Impfdosen bestellt worden seien als im Vorjahr. Begründet wurde das vor allem mit der Zahl der durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) freigegebenen Impfdosen. Denn während für die Grippesaison 2018/19 nur rund 15,7 Millionen Grippeimpfstoffe freigegeben wurden, sind in diesem Jahr am 4. Oktober bundesweit schon rund 17 Millionen Dosen freigegeben gewesen.

Der letzte Grippewinter 2018/19 war durch Engpässe geprägt. Laut Daten des Marktforschungsinstitutes IQVIA (Februar 2019) wurden wohl auch 10 Prozent mehr Grippeimpfdosen abgerechnet als im Vorjahr. Was der Grund für die erhöhte Impfbereitschaft war, bleibt spekulativ. Zum einen könnte die schwere Grippewelle 2017/18, zum anderen die erstmalige generelle Erstattung der tetravalenten Vakzinen seitens der GKV (für die von der STIKO umrissene Indikationsgruppe) dazu beigetragen haben.

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Allerdings war in der dpa-Meldung auch zu lesen, dass dem Apothekerverband Schleswig-Holstein keine konkreten Zahlen für das Bundesland vorliegen. Seit dem Frühjahr 2019 könnten Apotheken die Bestellungen der Ärzte nämlich direkt an die Hersteller weitergeben, so dass der Verband keine aussagekräftigen Zahlen mehr habe, sagte Geschäftsführer Thomas Friedrich vom Apothekerverband Schleswig-Holstein der dpa. Was Friedrich damit meint, wollte DAZ.online genauer wissen.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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