Neue Apotheke am Klinikum

Borkener Apotheker beschweren sich über Overwienings neue Apotheke

Berlin - 18.09.2019, 17:00 Uhr

Gabriele Regina Overwiening hat Anfang September in Borken eine neue Apotheke eröffnet. Die Kollegen im Umkreis sind nicht erfreut. (c / Foto: AKWL)

Gabriele Regina Overwiening hat Anfang September in Borken eine neue Apotheke eröffnet. Die Kollegen im Umkreis sind nicht erfreut. (c / Foto: AKWL)


Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, hat eine neue Apotheke: In einem neu gebauten Ärztehaus am Klinikum in der Kleinstadt Borken hat Overwiening eine Apotheke eröffnet. Bei ihren Kollegen in Borken kommt das gar nicht gut an. In einem Zeitungsbericht beschweren sie sich unter anderem über die mangelnde Transparenz bei der Apothekengründung.

Die Stadt Borken liegt im Westen Nordrhein-Westfalens an der niederländischen Grenze. Etwa 42.000 Einwohner teilten sich bislang zehn Apotheken. Damit liegt Borken bei der Apothekendichte leicht über dem Durchschnitt, der für Westfalen-Lippe gilt. In der ganzen Kammerregion kommen rund 4350 Bewohner auf eine Apotheke, in Borken sind es etwa 4200. Die Versorgungslage in Borken ist aber aus einem anderen Grund besonders, da sich sieben dieser zehn Apotheken im Stadtzentrum tummeln und somit in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Kurzum: Die Konkurrenz zwischen diesen Apotheken ist ohnehin schon hoch.

Und in dieser Gemengelage gibt es nun seit Anfang September noch eine weitere Mitspielerin: die Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening, die erst kürzlich in ihrem Präsidentinnenamt bestätigt wurde. Die Apothekerin aus dem etwa 15 Kilometer entfernten Reken hat in einem neu gebauten Ärztehaus im Erdgeschoss eine Apotheke eröffnet – zum Unmut ihrer in Borken ansässigen Kollegen. Die Apotheke befindet sich in aussichtsreicher Lage: Sie ist nicht nur integriert in ein Fachärztehaus, sondern liegt auch in unmittelbarer Nähe der St. Marien Klinik der Stadt Borken.

DAZ.online hat sich was die Geschichte des neuen Ärztehauses betrifft bei den Apothekern in der Stadt umgehört. Die Pharmazeuten wollen namentlich nicht genannt werden, berichten aber, dass der Bau des Ärztehauses schon seit Jahren geplant war. An der gleichen Stelle soll früher ein Altenheim gestanden haben. Der Grundstückbesitzer, das Klinikum, hat das Gebäude des Altenheims dann komplett abgerissen und das neue Ärztehaus geplant. Bis zu sieben Jahre sollen einige der Apotheker mit dem Klinikbetreiber in Kontakt gestanden haben, weil sie sich für den neuen Standort interessierten. Eine Antwort gab es aber nie – bis die einzelnen Bewerber irgendwann darüber benachrichtigt wurden, dass nicht sie, sondern Kammerpräsidentin Overwiening den Zuschlag bekommt.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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