Rückruf weiterer Verhütungsringe

Noch mehr Ginoringe brechen

Stuttgart - 17.09.2019, 17:00 Uhr

Exeltis bekommt das Problem der brechenden Vaginalringe nicht in den Griff. Brechende Ringe scheinen vor allem bei den generischen ungekühlten Ringsystemen ein Schwachpunkt zu sein, Nuvaring musste bislang keine Verhütungsringe zurückrufen. ( r / Foto: Exeltis)

Exeltis bekommt das Problem der brechenden Vaginalringe nicht in den Griff. Brechende Ringe scheinen vor allem bei den generischen ungekühlten Ringsystemen ein Schwachpunkt zu sein, Nuvaring musste bislang keine Verhütungsringe zurückrufen. ( r / Foto: Exeltis)


Bereits im Juli rief Exeltis mehrere Chargen des Ginorings zurück. Der Grund: Der vaginale Verhütungsring bricht. Im August folgte Aristo Pharma mit Rückrufen seines ungekühlten Nuvaring-Generikums Veri Aristo, auch dieser brach. Das Problem brechender Ringe scheint ungelöst, denn erneut muss Exeltis Ginoring-Chargen zurückrufen. Die AMK gibt sich mittlerweile nicht mehr mit dem bloßen Rückruf zufrieden und hat Exeltis aufgefordert das gesundheitliche Risiko der Ringbrüche zu bewerten.

Nachdem Exeltis bereits im Juli 2019 einige Chargen seines intravaginalen Verhütungsringes Ginoring® zurückrufen musste, scheint der Hersteller das Problem brechender Vaginlaringe bislang nicht lösen zu können. Am heutigen Dienstag erweitert Exeltis in Abstimmung mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) den Ginoring®-Rückruf um vier weitere Chargen.

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Apotheker sollen folgende Chargen Ch.-B.: LF14907AA, LF14908AA, LF15140AA, LF15206AA zur Gutschrift mittels APG-Formular über den pharmazeutischen Großhandel zurückschicken. Exeltis erklärt: „Die genannten Chargen von GinoRing® (Etonogestrel, Ethinylestradiol) 0,120 mg/0,015 mg pro 24h vaginales WFS, 3 und 6 Stück (PZN 13423222 und 13423239), werden vorsorglich zurückgerufen, da für diese Chargen eine erhöhte Anzahl an Ringbrüchen in Bezug auf die Gesamtchargengröße berichtet worden ist“.

Ginoring und Veri-Aristo brechen

Mit brechenden Verhütungsringen ist Exeltis mit Ginoring® nicht allein. Im August räumte auch Aristo Pharma Stabilitätsprobleme bei seinem Vaginalring Veri® Aristo ein und rief einige Chargen zurück. Verwundert hatte das niemanden – denn Exeltis ist Lizenzgeber für alle generischen und ungekühlten Ringsysteme und hat Lizenzen an Hexal (Cyclelle®), Aristo Pharma (Veri® Aristo) und Mylan (Setlona®) vergeben. Alle ungekühlten kontrazeptiven Ringsysteme – Cyclelle®, Ginoring®, Setlona® oder Veri® Aristo – stammen aus demselben Werk in Spanien.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

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von Dr Schweikert-Wehner am 17.09.2019 um 17:44 Uhr

In welcher Form liegen die Wirkstoffe in den Ringen vor? Sind sie im Ring verteilt oder gibt es ein Depot? Unter welchen Umständen (Lagerung, Temperatur, Licht) neigen Ringe zu brechen? Gibt es starke galenische Unterschiede bei den Produkten? Sind die Hilfsstoffe identisch? Tritt das Problem nur bei Generika auf? Welche sind noch sicher?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Technologie

von Daniela Faißt am 17.09.2019 um 20:44 Uhr

Meines Wissens werden die Generika Ringe alle im gleichen spanischen Werk produziert. Rückschlüsse auf Probleme bei Lieferengpässen und Rückrufen liegen nahe. An genau Infos wird man aber wohl nur schwerlich kommen.

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