Telematikinfrastruktur

Institutionsausweis: Apobank-Tochter Medisign als Anbieter zugelassen

Stuttgart - 17.09.2019, 15:44 Uhr

Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur brauchen Apotheken neben einem Konnektor und Kartenlesegeräten einen Institutionsausweis, die sogenannte SMC-B. (c / Foto: Schelbert)

Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur brauchen Apotheken neben einem Konnektor und Kartenlesegeräten einen Institutionsausweis, die sogenannte SMC-B. (c / Foto: Schelbert)


Die Anbindung der Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI) ist für 2020 vorgesehen, laut Entwurf des Digitale Versorgung Gesetz (DVG) bis Ende September. Dazu benötigen Apotheken unter anderem einen Institutionsausweis, die sogenannte SMC-B-Karte. Nachdem letzte Woche bekannt wurde, dass die Bundesdruckerei zugelassen für den Apothekensektor ist, hat nun ein weiteres Unternehmen die Zulassung erhalten – die Apobank-Tochter Medisign.

Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur, der „Datenautobahn“ des Gesundheitswesens, brauchen Apotheken neben einem Konnektor und Kartenlesegeräten einen Institutionsausweis, die sogenannte SMC-B-Karte. Sie dient als Identitätsnachweis der Apotheke als Institution innerhalb der TI. Die SMC-B ermöglicht, genauso wie der elektronische Heilberufsausweis (eHBA), den die Apotheker als persönlichen Zugangsschlüssel brauchen, den Zugang zu den Patientendaten. Die Zugriffsrechte der SMC-B einer Apotheke sind praktisch gleich denen eines HBA des Apothekers. Der Zugriff auf die Patientendaten ist allerdings nur möglich, wenn zuvor eine entsprechende Legitimation durch den Apotheker erfolgt ist.

Herausgeber von HBA und SMC-B sind die (Landes-)Apothekerkammern, produziert werden sie von vertraglich verifizierten Vertrauensdiensteanbietern. Zu diesen zählt nun auch die Apobank-Tochter Medisign. Wie das Unternehmen am heutigen Dienstag mitteilt, hat es von der Gematik die Zulassung erhalten und kann ab sofort die SMC-B für Apotheken produzieren und ausgeben. In wenigen Tagen sollen die Ausweise online bestellbar sein. In einem sogenannten Verwaltungsverfahren überprüft die zuständige Kammer, ob die Antragsteller Betriebserlaubnisinhaber und somit zum Bezug der SMC-B berechtigt sind. Zunächst sollen die Ausweise in Westfalen-Lippe erhältlich sein, wo in einem Pilotprojekt in Kürze unter anderem der elektronische Medikationsplan getestet wird. Weitere Regionen sollen dann sukzessive folgen, heißt es.

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Weitgehend über Förderpauschale refinanziert

Bei Medisign ist die SMC-B für Apotheken entweder für 22,50 Euro pro Quartal oder 90 Euro pro Jahr erhältlich. Die Kosten gemäß Vorgabe der (Landes-)Apothekerkammern werden weitgehend über eine Förderpauschale refinanziert, die der Deutsche Apothekerverband und GKV-Spitzenverband miteinander vereinbart hatten – sie beträgt 449 Euro, die kumuliert für einen Zeitraum von fünf Jahren ausgezahlt wird.

Bereits vergangene Woche wurde bekannt, dass die Bundesdruckerei als Anbieter der SMC-B für den Apothekensektor zugelassen ist. Der Ausweis kann bereits bestellt werden – entweder online bei der Bundesdruckerei oder alternativ bei einem der Vertriebspartner, der CompuGroup Medical Deutschland (CGM) oder dem Deutschen Apotheker Verlag. Die Kosten belaufen sich hier auf 448 Euro für fünf Jahre. Für Ende September erwartet die Bundesdruckerei zudem die Zulassung des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) für Apotheker.

Korrektur: In einer ursprünglichen Version des Artikels hieß es, die Bundesdruckerei sei der erste zugelassene Anbieter. 


jb / DAZ.online
redaktion@daz.online


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