Gesundheitsausschuss des Bundesrates

Dosis auf Rezept: Bundesrat soll Heilungsmöglichkeit für Apotheker beschließen

Berlin - 12.09.2019, 14:49 Uhr

Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates empfiehlt, die Möglichkeiten zur Ergänzung ärztlicher Verschreibungen durch Apotheker zu erweitern. (c / Foto: Syda Productions /stock.adobe.com)

Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates empfiehlt, die Möglichkeiten zur Ergänzung ärztlicher Verschreibungen durch Apotheker zu erweitern. (c / Foto: Syda Productions /stock.adobe.com)


Künftig soll auf allen Rezepten eine Dosierungsangabe oder ein Hinweis auf eine vorliegende schriftliche Gebrauchsanweisung oder einen Medikationsplan vermerkt sein. Das sieht die 18. Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung vor. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates empfiehlt nun in diesem Kontext, die Möglichkeiten zur Ergänzung ärztlicher Verschreibungen durch Apotheker zu erweitern.

In seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause, am 20. September, wird der Bundesrat unter anderem die 18. Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) beraten. Mit ihr wird unter anderem eine grundsätzliche Pflicht zur Angabe der Dosierung auf einem Humanarzneimittel-Rezept eingeführt. Bislang ist das nur punktuell verpflichtend, zum Beispiel bei Betäubungsmitteln oder Rezepturen.

Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats hat nun seine Änderungsvorschläge vorgelegt. Dabei spricht er sich dafür aus, die Vorlage dahingehend zu ändern, dass die Dosierungsangabe zu den Punkten hinzugefügt wird, die der Apotheker selbstständig ergänzen kann, wenn ein dringender Fall vorliegt und eine Rücksprache mit der verschreibenden Person nicht möglich ist. Bislang ist das laut AMVV beim Geburtsdatum des Patienten sowie dem Ausstellungsdatum, der Darreichungsform sowie der Gebrauchsanweisung bei Rezepturen möglich. Es entspreche der Verordnung, dass dies künftig auch bei fehlenden oder unvollständigen Angaben zur Dosierung möglich sein soll, schreiben die Gesundheitsexperten der Länder in der Begründung.

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Hinweis auf einen Medikationsplan: Ergänzung soll ohne Rücksprache möglich sein

Außerdem findet der Gesundheitsausschuss des Bundesrats, dass Apotheker den fehlenden Hinweis auf einen vorliegenden Medikationsplan oder eine vorhandene Dosierungsanweisung auch ohne Rücksprache mit dem Arzt auf der Verschreibung selbständig heilen dürfen. Dadurch würden die Rückfragen beim Arzt und der Aufwand in der Apotheke auf das für die Arzneimitteltherapiesicherheit Notwendige reduziert. Zudem sei so das Retaxationsrisiko wegen der Belieferung fehlerhaft ausgestellter Verschreibungen geringer. Somit führe die Regelung insgesamt auch zur Reduzierung des Verwaltungsaufwandes, heißt es.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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Ergänzung ohne Rücksprache erlaubt

2 Kommentare

Gebühr für Praxen

von ratatosk am 12.09.2019 um 18:24 Uhr

Einfach eine Gebühr für Praxen festlegen, wenn dies nicht aufgebracht wird und in 3 Monaten ist es durch. Ansonsten eine weitere Masche der Kassen für Retax, ist nach allen was gerade passiert wohl der Hauptgrund, daß interessierte Kreise an allen Stellen solche Regelungen in die Gesetze und Verordnungen einbauen lassen.

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Wenn man es bezahlt bekommt...

von Jan Kusterer am 12.09.2019 um 16:59 Uhr

Ich besser gerne einen Fehler von anderen aus. Sofern ich eine SonderPZN "Ergänzung Pflichtangabe eines anderen Leistungserbringers" mit X Euro Verwaltungsaufwand setzen darf.

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