CIRS NRW

Apotheker und Ärzte im Fehlermanagement auf Augenhöhe

Berlin - 02.09.2019, 14:44 Uhr

Aus berichteten Medikationsfehlern lernen – das will das CIRS-NRW.  ( r / Foto: Heinzgerald / Stock.adobe.com)

Aus berichteten Medikationsfehlern lernen – das will das CIRS-NRW.  ( r / Foto: Heinzgerald / Stock.adobe.com)


Die Apothekerkammer Nordrhein und die Apothekerkammer Westfalen-Lippe sind dem Netzwerk „CIRS“ in Nordrhein-Westfalen nun vollumfänglich beigetreten. Das „Critical Incident Reporting System“ ist ein internetgestütztes und offenes Lern- und Berichtssystem für kritische Ereignisse und Risiken in der ambulanten und stationären Patientenversorgung. Seit 2012 existiert es in NRW.

Es geht um einen besseren Umgang mit Fehlern: CIRS-NRW soll dazu beitragen, dass über kritische Ereignisse offen gesprochen und aus ihnen gelernt wird. Auch aus Medikationsfehlern. Dazu können Fehler anonym gemeldet werden. Aus den gemeldeten Daten will man dann seine Schlüsse ziehen: Wie können Risiken vermieden und im Fall der Fälle Lösungsstrategien erarbeitet werden? Ziel ist es, die Sicherheitskultur in Nordrhein-Westfalen zu verbessern und die Patientensicherheit zu fördern.

CIRS-NRW richtet sich an alle in der Gesundheitsversorgung Tätigen, also an Ärzte, Apotheker, Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte und PTA sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe und Verwaltungsmitarbeiter. So soll nicht nur aus den etablierten einrichtungsinternen CIRS gelernt werden, sondern auch aus den Berichten und kritischen Ereignissen anderer Institutionen und Einrichtungen. Den Anfang hatten aber die Ärzte zusammen mit den Kliniken gemacht. 

Nun sind die Apothekerkammer Nordrhein und die Apothekerkammer Westfalen-Lippe dem Netzwerk beigetreten. Schon vorher waren sie Bestandteil von CIRS NRW – mit ihrem eigenen CIRS Pharmazie. Hier haben die Kammern die Fälle selbst behandelt und ins CIRS-Netzwerk eingegeben, dabei aber bereits eng mit CIRS NRW kooperiert. Wie die beiden Kammern in einer Pressemitteilung erklären, wollen sie zusammen mit den bereits im CIRS-Netz organisierten Partnern – den Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, der Krankenhausgesellschaft NRW sowie den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe – die Weiterentwicklung der Patientensicherheit im Bundesland NRW unterstützen. Zudem wollen sie mit ihrer Expertise einen Beitrag zum weiteren Ausbau einer konstruktiven Risiko- und Sicherheitskultur leisten, die allen Beteiligten im Gesundheitswesen zugutekommt. Alle bisher bei CIRS-Pharmazie NRW veröffentlichten Fälle werden in CIRS-NRW überführt. 

Seit seiner Gründung hat sich CIRS-NRW zu einem wichtigen Instrument im medizinischen Risiko- und Qualitätsmanagement entwickelt. Fast 1.800 aktuell eingestellte Berichtsfälle zeigen, dass CIRS von den Menschen, die in der Patientenversorgung tätig sind, angenommen wird.

Auch die DAZ hat in einer Serie immer wieder die Fälle des CIRS-Pharmazie NRW aufgegriffen.

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Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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