Solidaritätszuschlag

Der Soli fällt weg – Was bedeutet das für Apotheker und ihre Angestellten?

Berlin - 22.08.2019, 07:00 Uhr

Der Solidaritätszuschlag soll fast komplett wegfallen. Welche Auswirkungen hat das auf Angestellte und Unternehmer? (Foto: imago images / IPON)

Der Solidaritätszuschlag soll fast komplett wegfallen. Welche Auswirkungen hat das auf Angestellte und Unternehmer? (Foto: imago images / IPON)


Das Bundeskabinett hat am gestrigen Mittwoch die Pläne von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zur weitgehenden Streichung des Solidaritätszuschlags beschlossen. Demnach wird der Soli für 90 Prozent der Zahler gestrichen, weitere 6,5 Prozent sollen ihn von 2021 an nur noch teilweise zahlen: Je höher das Einkommen, desto mehr Steuerzahlungen stehen an. Das Bundesfinanzministerium hat dazu einige Beispielrechnungen angestellt, die sowohl für Apothekeninhaber als auch für ihre Angestellten relevant sind. 

„Die wenigen auch nach Auslaufen des Solidarpaktes zum Jahresende verbleibenden Kosten werden zukünftig von denen geschultert, die mehr haben als andere“, erklärte Scholz am Mittwoch in einer Mitteilung. Pro Jahr nimmt der Staat damit nach Rechnung des Finanzministeriums etwa 10,9 Milliarden Euro weniger ein - Geld, das die Steuerzahler sparen, die einen ein paar Hundert Euro, die anderen mehr als tausend. 

Die Sondersteuer beträgt derzeit 5,5 Prozent der Körperschafts- oder Einkommensteuer. Insgesamt brachte der Soli dem Staat im vergangenen Jahr 18,9 Milliarden Euro ein. Arbeitnehmer zahlen ihn genauso wie Selbstständige. Das Geld ist - wie alle Steuereinnahmen - nicht zweckgebunden und fließt in den Bundeshaushalt ein. Es wird also nicht eins zu eins etwa in neue Straßen oder Schwimmbäder in die ostdeutschen Bundesländer gesteckt. Für das laufende Jahr rechnet das Finanzministerium mit Soli-Einnahmen von rund 19,4 Milliarden Euro und 2020 von rund 20 Milliarden Euro.

Das sind die nun vom Kabinett beschlossen Umstellungen:

WER ENTLASTET WIRD: Nach den Scholz-Plänen soll die Abgabe für 90 Prozent der heutigen Zahler komplett wegfallen, für weitere 6,5 Prozent zumindest zum Teil. Nur die Topverdiener, 3,5 Prozent der heutigen Zahler, sollen weiter die volle Höhe zahlen. Der Soli hängt von der Höhe der Einkommensteuer an. Da es für diese verschiedene Freibeträge gibt, kann man nur ungefähr sagen, ab welchem Einkommen künftig noch Soli fällig wird.



bro / dpa
brohrer@daz.online


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