Apotheker als Bürgermeister?

Aus der Offizin ins Rathaus

Düsseldorf - 15.08.2019, 16:15 Uhr

Der Apotheker Hans Kaminski will im mecklenburg-vorpommerschen Stavenhagen den dienstältesten Bürgermeister des Bundeslandes ablösen. ( r / Foto: privat)

Der Apotheker Hans Kaminski will im mecklenburg-vorpommerschen Stavenhagen den dienstältesten Bürgermeister des Bundeslandes ablösen. ( r / Foto: privat)


Im mecklenburg-vorpommerschen Stavenhagen kandidiert Apotheker Hans Kaminski für das Amt des Bürgermeisters. Vor allem, dass der Ort wieder mehr Einwohner gewinnt, liegt ihm dabei am Herzen.

Stavenhagen ist eine 5700-Einwohner-Stadt im Landkreis „Mecklenburgische Seenplatte“ und mit drei Apotheken vergleichsweise gut versorgt. Außer, dass einer der bekanntesten niederdeutschen Dichter – Fritz Reuter – hier im Jahr 1810 im Rathaus das Licht der Welt erblickte – weshalb sich die Stadt auch ganz offiziell Reuterstadt nennt –, unter anderem das Unternehmen Pfanni hier seine Lebensmittel-Fix-Produkte herstellt und der Ort 2009 der offiziell trockenste Ort Deutschlands war, gibt es hier noch eine Besonderheit: den dienstältesten Bürgermeister Mecklenburg-Vorpommerns. Bernd Mahnke war seit 1984 ununterbrochen im Amt. Aber nur noch bis zum November, dann steht in dem Ort im Nordosten Deutschlands die Neuwahl des Bürgermeisters an. Mahnke hatte aus „persönlichen Gründen“ seinen Rückzug angekündigt – unter anderem zwei Fahrten mit Alkohol am Steuer hatten ihn zum vorzeitigen Rückzug bewogen, schreibt etwa die Süddeutsche Zeitung. Das Amt lässt er bereits seit Dezember 2018 ruhen.

Einer der bislang drei Kandidaten, die Mahnke im Amt beerben möchten, ist der parteilose Apotheker der Eichen-Apotheke, Bernd Kaminski. Die Politik ist für den Pharmazeuten dabei nichts neues. „Ich bin seit fünf Jahren hier im Stadtrat engagiert. Mich hat die Lokalpolitik schon seit langem interessiert“, sagt der 39-Jährige.

(Foto: privat)

Apotheke von der Mutter übernommen

Vor zwölf Jahren hatte er die Eichen-Apotheke von seiner Mutter übernommen und ist in der Stadt fest verwurzelt. Er ist ein Kind der Stadt, engagiert sich im Sportverein als Tischtennis-Abteilungsleiter und singt im Gospelchor. Die Stadt liege ihm am Herzen, sagt er. „Ich habe auch keine Ambition, in die höhere Politik zu gehen“, sagt er.

So sind seine Ziele als möglicher neuer Bürgermeister, wenn er gewählt wird, die Stadt zu entschulden. „Stavenhagen schiebt rund eine Million aus einer falschen Steuerabrechnung vor sich her“, sagt er. Und wie in vielen kleineren Städten abseits der Metropolen habe man mit dem Rückgang der Einwohnerzahl durch Abwanderung und Geburtenunterschuss zu kämpfen. „Ich habe da bereits einige Ideen, wie man dem entgegenwirken und die Stadt entschulden kann“, sagt er. Die seien aber noch nicht spruchreif und er hoffe im Fall der Wahl auf eine gute Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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