Staatsexamen Pharmazie

DAT-Antrag: Zweites Examen muss mündlich bleiben!

Stuttgart - 14.08.2019, 13:45 Uhr

Keine MC-Fragen im zweiten Staatsexamen und nur Apotheker sollten Apotheker ausbilden. Dafür setzt sich die Apothekerkammer Berlin in zwei Anträgen zum Deutschen Apothekertag 2019 im Oktober in Düsseldorf ein. (m / Foto: number1411 / stock.adobe.com)

Keine MC-Fragen im zweiten Staatsexamen und nur Apotheker sollten Apotheker ausbilden. Dafür setzt sich die Apothekerkammer Berlin in zwei Anträgen zum Deutschen Apothekertag 2019 im Oktober in Düsseldorf ein. (m / Foto: number1411 / stock.adobe.com)


Das zweite Staatsexamen Pharmazie soll eine mündliche Prüfung bleiben. Dafür setzt sich die Apothekerkammer Berlin in einem Antrag zum Deutschen Apothekertag in Düsseldorf ein – das IMPP plant wohl, das zweite Examen in eine MC-Prüfung umzuwandeln. Auch findet die Kammer Berlin, dass nur Apotheker oder Pharmazeuten Pharmazieprofessuren erhalten sollten, denn nur sie könnten Apotheker ausbilden.

Die Apothekerkammer Berlin macht sich Sorgen um die Ausbildung der Apotheker. Gleich in zwei Bereichen sieht die Kammer Gefahr im Verzug – was sie in zwei Anträgen zum Deutschen Apothekertag im September in Düsseldorf zum Ausdruck bringt. Bislang sind die DAT-Anträge noch vorläufig, voraussichtlich am Donnerstag spricht der ABDA-Gesamtvorstand darüber.

Keine MC-Fragen im zweiten Staatsexamen

Zum einen setzt sich die Apothekerkammer dafür ein, dass das zweite Staatsexamen im Pharmaziestudium eine mündliche Prüfung bleibt. Laut dem Antrag gibt es „aktuelle Bestrebungen des IMPP (Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen)“, das zweite Staatsexamen in eine schriftliche Multiple-Choice-Prüfung (MC) „umzuwandeln“ – die dann vom IMPP betreut würde. Dagegen wehrt sich die AK Berlin. Der Prüfungsschwerpunkt werde dadurch verlagert, und zwar hin zu „wenig anwendungsorientierten Detailkenntnissen“. MC prüfe die Fähigkeit, falsche Antworten aus vorgegebenen zu identifizieren. „Das halten wir für nicht tragbar für ein Staatsexamen, welches unmittelbar vor den ersten beruflichen Erfahrungen als Pharmazeut steht“, begründet die Kammer ihren Antrag.

Pharmazie-Professoren sollen Apotheker / Pharmazeuten sein

Der zweite Antrag zur apothekerlichen Ausbildung der AK Berlin lässt sich recht einfach auf den Punkt bringen: Nur Apotheker oder Pharmazeuten sollten Pharmazie lehren! Die AK Berlin setzt sich dafür ein, dass Professuren der Pharmazie – „bei gleicher Qualifikation“ – an approbierte Apotheker oder an Pharmazeuten vergeben werden. Auch wenn „Professoren anderer Fachbereiche Expertise in bestimmten Bereichen der Pharmazie“ aufwiesen, verfügten nur Apotheker oder Pharmazeuten, die vergleichbare Abschlüsse im Ausland erreicht hätten, über „die nötige Weitsicht“ bei pharmazeutischen Kernkompetenzen und die Möglichkeit – fächerübergreifend innerhalb der pharmazeutischen Disziplinen – neue Apotheker auszubilden. 

Mehr zu den DAT-Anträgen 2019


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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