Bessere Risikoabschätzung und Therapie

Neue Klassifikation: Es gibt fünf Diabetes-Subtypen

Remagen - 13.08.2019, 11:45 Uhr

In der Diabetes-Therapie tut sich was. Doch inwiefern werden die Patienten davon profitieren? Nach der neuen Einteilung gibt es fünf Subtypen. (c / Foto: pikselstock / stock.adobe.com) 

In der Diabetes-Therapie tut sich was. Doch inwiefern werden die Patienten davon profitieren? Nach der neuen Einteilung gibt es fünf Subtypen. (c / Foto: pikselstock / stock.adobe.com) 


Vor etwa einem Jahr haben skandinavische Wissenschaftler mit einem Modell für eine differenziertere Diabetesklassifikation für Furore gesorgt. Jetzt konnte die Einteilung auf der Basis bestimmter Biomarker und anderer Merkmale an einer deutschen Patientenpopulation verifiziert werden. Sie könnte den Weg für eine maßgeschneiderte Therapie der Zuckerkrankheit eröffnen.

Im letzten Jahr wurde die herkömmliche Klassifizierung von Diabetes mit Studien aus Skandinavien in eine neue Richtung gelenkt. Eine schwedisch-finnische Arbeitsgruppe hatte basierend auf der Untersuchung einer Kohorte von knapp 9.000 Patienten mit einer frisch diagnostizierten Zuckerkrankheit eine neue Einteilung des Diabetes vorgeschlagen. Hiermit sollte den Patienten eine möglichst individuelle Therapie angeboten werden. Außerdem soll dem spezifischen Komplikationsrisiko mit der Differenzierung besser Rechnung getragen werden können.

Sechs Variablen bestimmen den Subtyp

Anhand von sechs Variablen (Glutamatdecarboxylase-Antikörper/GADA, Alter bei Diagnose, BMI, HbA1c und der HOMA-2-Indizes (Homöostasemodellbewertung der Betazellfunktion und Insulinresistenz)) hatten sie die Patienten in fünf Gruppen eingeteilt. Diese unterschieden sich in ihren charakteristischen Merkmalen, aber auch im Komplikationsrisiko. Gruppe 1 umfasste Patienten mit einem schweren autoimmunen Diabetes (severe autoimmune diabetes/SAID), die durch einen frühen Krankheitsausbruch und weitere Merkmale, wie eine schlechte metabolische Kontrolle charakterisiert wurde. Gruppe 2 (schwerer Insulinmangel-Diabetes/SIDD) soll unter allen Gruppen das höchste Retinopathierisiko haben. Zudem soll Gruppe 2 wie Gruppe 3 durch Adipositas charakterisiert, aber nicht insulinresistent sein. Patienten in Gruppe 3 (schwerer insulinresistenter Diabetes/SIRD) sollen ein signifikant höheres Risiko für diabetische Nierenerkrankungen haben als Patienten in den Gruppen 4 (leichter, adipositasbedingter Diabetes/MOD) und 5 (leichter, altersbedingter Diabetes (MARD).

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Die Publikation der skandinavischen Arbeitsgruppe war damals als eine der wichtigsten auf dem Gebiet der Diabetologie im letzten Jahrzehnt bezeichnet worden. Nun wurden die Ergebnisse aus der schwedischen Diabetiker-Population in Deutschland verifiziert.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Klingt so harmlos? Diabetes leicht oder mild

von Dr. Dietmar Roth, Rottenburg am 14.08.2019 um 19:41 Uhr

Für mich klingen leicher oder milder altersbedingter Diabetes (MARD) und leicher oder milder adipositasbedingter Diabetes (MOD) so, als ob beide Entitäten nicht behandlungsbedürftig sind.
Ist ja nur leicht oder mild, da muß ich als Betroffener nichts tun. Das werden sich viele der Patienten fragen. Oder?

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