Apothekenkonzern

Walgreens schließt 200 Filialen in den USA

München - 08.08.2019, 16:30 Uhr

In den USA will der Walgreens Boots Alliance-Konzern jetzt ebenfalls 200 Filialen schließen. (Foto: imago images / Dean pictures)

In den USA will der Walgreens Boots Alliance-Konzern jetzt ebenfalls 200 Filialen schließen. (Foto: imago images / Dean pictures)


Nachdem die Apothekenkette Walgreens Boot Alliance Anfang Juli mitgeteilt hatte, 200 Boots-Apothekenfilialen in Großbritannien schließen zu wollen, folgt nun der nächste Schlag: Die ebenfalls zum Konzern gehörende US-amerikanische Apothekenkette Walgreens will ihrerseits 200 ihrer Filialen in den USA zumachen. Das hat das Unternehmen am Dienstag der zuständigen Aufsichtsbehörde gemeldet.

Die Schließungen von Geschäften seien Teil des Kostensenkungsprogramms des Unternehmens. Wie der Nachrichtensender CNBC berichtet, möchte die in Deerfield, Illinois, ansässige Apothekenkette mit dem Programm bis 2022 mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar einsparen. Aus einer Erklärung von Walgreens an CNBC geht hervor, dass die Filialschließungen weniger als 3 Prozent der 10.000 Standorte in den USA ausmachen. Es werde damit gerechnet, dass die Mehrheit der Mitarbeiter der betroffenen Filialen in andere nahe gelegenen Standorte umverteilt werden können. Ein Walgreens-Sprecher wollte gegenüber dem Online-Nachrichtenprotal Business Insider nicht mitteilen, welche der Walgreens-Filialen in den USA geschlossen werden sollen.

Walgreens ist die größte Apothekenkette auf dem US-amerikanischen Markt, die in ihren Filialen neben dem Pharmaziebereich einen Fotosektor, eine Kosmetikabteilung und einen erweiterten Drogeriebereich führt. Nachdem Walgreens 2014 mit Alliance Boots aus Europa fusionierte, übernahm der neu entstandene Konzern 2018 knapp 2.000 Filialen von Mitbewerber Rite Aid, von denen jedoch bereits 631 Standorte bereits wieder geschlossen worden sind. Die Schließung von weiteren 119 Geschäften ist zudem in Planung.

Apotheke in jedem Straßenblock

Laut CNBC machen sich Analysten schon länger Sorgen um die vielen Apothekenstandorte in den USA. In einigen Städten existierten Walgreens und CVS-Geschäfte nahezu in jedem Straßenblock. Hinzu komme, dass immer mehr Konsumenten online einkaufen. Bisher mussten insbesondere Einzelhändler schließen, während Apotheken noch weitgehend verschont geblieben waren. Doch das könnte sich nach Einschätzung der Analysten ändern, da die Kunden zunehmend auch verschreibungspflichtige Arzneimittel online bestellen würden. Hinzu kämen niedrige Margen bei Generika und zunehmend auch bei verschreibungspflichtigen Produkten, wo vielfach die Erstattungsquoten durch die Versicherer unter Druck stehen.

So kündigte der Walgreens-Wettbewerber CVS Health in diesem Jahr bereits die Schließung von 46 Filialen an. Im Juni hatte CVS zudem darauf hingewiesen, die Existenz von 500 nicht profitablen Filial-Pachtverträgen prüfen zu wollen.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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