Für Mütter und Väter

Für alle Eltern: Novartis bietet 14 Wochen Elternzeit bei vollen Bezügen

Nürnberg / Stuttgart - 01.08.2019, 16:30 Uhr

Novartis möchte erreichen, dass sich nicht gebärende Partner gleichberechtigt für die familiäre Betreuung engagieren können und bezahlt deswegen allen Eltern 14 Wochen Elterngeld. (Foto: Robert Kneschke / stock.adobe.com)

Novartis möchte erreichen, dass sich nicht gebärende Partner gleichberechtigt für die familiäre Betreuung engagieren können und bezahlt deswegen allen Eltern 14 Wochen Elterngeld. (Foto: Robert Kneschke / stock.adobe.com)


Beim Schweizer Pharmaunternehmen Novartis haben in Deutschland jetzt alle Mitarbeiter, die Eltern werden, nach der Geburt oder Adoption eines Kindes Anspruch auf 14 Wochen Elternzeit bei vollem Gehalt. Das heißt, Mütter erhalten nach der Geburt zu den acht gesetzlich vorgeschriebenen Wochen Mutterschaftsgeld, sechs weitere Wochen volles Gehalt. Und auch Väter oder nicht gebärende Partner können sich nun 14 Wochen ohne finanzielle Einbußen, wie es beim Elterngeld meist der Fall ist, um den Nachwuchs kümmern. Das Angebot soll konzernweit ausgerollt werden.

Novartis bietet seit dem heutigen Donnerstag in Deutschland allen Mitarbeitern, die Eltern werden, eine 14-wöchige, vom Unternehmen bezahlte Elternzeit an. Das Angebot, das demnächst konzernweit gelten soll, gilt ab dem ersten Tag der Beschäftigung sowohl für Frauen als auch Männer – ganz gleich, ob sie leibliche oder Adoptiveltern werden. Das Programm wird stufenweise ausgerollt und soll weltweit bis zum Jahr 2021 für alle 105.000 Mitarbeiter gelten. Deutschland zählt zu den Ländern, in denen die Regelung ab sofort gültig ist – und zwar für alle Eltern, deren Kinder während der Beschäftigung bei Novartis nach dem 30. Januar 2019 geboren oder adoptiert wurden und werden.

Konkret bedeutet das für Novartis-Mitarbeiter in Deutschland: Im Anschluss an die achtwöchige Mutterschutzfrist nach der Geburt, in der Mütter Mutterschaftsgeld in Höhe des durchschnittlichen Nettogehaltes der letzten drei Monate von der gesetzlichen Krankenkasse mit einem Zuschuss vom Arbeitgeber erhalten, zahlt Novartis für die Dauer von sechs Wochen während der Elternzeit weiterhin das volle Gehalt – das Elterngeld vom Staat beläuft sich, je nach Einkommen, auf mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro im Monat. Väter und nicht gebärende Partnerinnen haben erstmals die Möglichkeit, 14 Wochen vom Arbeitgeber finanzierte Freistellung zu nutzen, wenn sie sich entscheiden, in Elternzeit zu gehen. Für sie besteht bislang nur der Anspruch auf Elternzeit vom Staat. Die von Novartis bezahlte Freistellung kann auf mehrere Zeitabschnitte in der Elternzeit verteilt werden und innerhalb eines Jahres nach Geburt beziehungsweise Adoption genommen werden.

Novartis will einen kulturellen Wandel fördern

Weltweit gibt es große Unterschiede im Umgang mit der Elternzeit. In einigen Ländern existieren bereits großzügige Regelungen, doch in den seltensten Fällen gelten sie gleichberechtigt für Frauen und Männer. In den meisten Regionen der Welt ist das Vaterschaftsgeld – sofern es überhaupt existiert – traditionell viel niedriger als das Mutterschaftsgeld. Das hat dazu geführt, dass Familien finanzielle Verluste erleiden, wenn Väter sich eine Auszeit nehmen.

Indem man allen Eltern, unabhängig vom Geschlecht, die gleiche Elternzeit bei voller Bezahlung anbietet, wolle das Unternehmen einen kulturellen Wandel fördern, der Frauen mehr Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Entwicklung einräume und es Vätern und nicht gebärenden Partnern erlaube, sich gleichberechtigt für die familiäre Betreuung engagieren zu können, erklärt Novartis in einer Pressemitteilung.


jb / DAZ.online
redaktion@daz.online


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